Tourismuswelt
Shift im Dezember — vom östlichen ins westliche Mittelmeer
Der Buchungstrend hat sich bereits 2015 abgezeichnet und setzt sich fürs kommende Jahr fort. Die deutlichen Buchungsrückgänge für Tunesien und Ägypten lösen eine grosse Nachfrage für das westliche Mittelmeer und die Kanarischen Inseln aus. So meldete TUI Suisse Mitte Dezember ein Buchungsplus von 35 Prozent für die Kanarischen Inseln.
Spanien steuert in diesem Jahr auf einen neuen Besucherrekord hin. Gemäss dem Instituto Nacional de Estadística lagen die Besucherzahlen per Ende Oktober mit 4,4 Prozent im Plus gegenüber dem Vorjahr.
Und die spanische Tourismusbehörde meldet, dass die Deutschen Pauschalveranstalter ihre Flugkontingente und Hotelbuchungen auf den Kanarischen Inseln für das Jahr 2016 um rund 40 Prozent erhöht haben. Vieles deutet nun auf einen Bettenengpass im nächsten Jahr auf den Balearen und Kanaren hin. „Wenn es so weiter geht, wird es zwangläufig zu Engpässen kommen“, sagt Andi Restle, Geschäftsleiter von ITS Coop Travel.
Und Pascal Wieser, Geschäftsleiter von Vögele Reisen sagt: „Die erhöhte Nachfrage ist aus Einkäufersicht leider nicht unproblematisch. Die Hotels wollen davon profitieren — die Destination wird also nicht billiger und es ist nicht immer einfach, zu den gewünschten Kapazitäten zu kommen. Der deutsche Markt absorbiert viel Kapazität.»
Frühzeitig agiert hat Hotelplans Badeferien-Chef Tim Bachmann: «Wir haben im Herbst mehr Sitz-Kapazitäten für den Sommer 2016 eingekauft, 20 Prozent mehr für die Balearen, 30 Prozent auf den Kanaren. Zudem haben wir Risikoplätze nach Faro in der Algarve im Portfolio.“
Das sich ein Gerangel in Spanien, aber auch in Portugal, im nächsten Jahr abzeichnen wird, verdeutlichen aktuelle Zahlen des britischen Reisebüro-Verbands ABTA. Dort liegen die Buchungen für Spanien und Portugal bereits deutlich im Plus.
Die Highlights des Jahres 2015 im Überblick:
- Schock im Januar — Kuonis Notbremse zur Unzeit
- Eurofalle im Februar — Die Auswirkungen für die Reisebüros
- Hangar-Party im März — zerschlagenes Geschirr folgte bald
- Erdbeben im April — Nepal leidet doppelt
- Aufgabe im Mai — SBB schliessen ihre Reisebüros
- Zorn im Juni — Swiss kündigt GDS-Gebühr an
- Rekordhitze im Juli — Last-Minute-Welle bleibt aus
- Gründung im August — travelnews.ch ist online
- Reaktion im September — bloss weg von der Swiss
- Absturz im Oktober — Winterdestination Ägypten fällt aus
- GV im November — Reisebranch in Abu Dhabi
- Shift im Dezember — vom östlichen ins westliche Mittelmeer