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Stephanie Schulze zur Wiesch, CEO von Dertour Suisse, zieht im «Travel News Talk» Bilanz über das erste Jahr der Hotelplan-Integration. Bild: TN

Stephanie Schulze zur Wiesch: «Wenn sich ein Unternehmen verändert, gehören Abgänge dazu»

Wie weit ist die Integration von Hotelplan bei Dertour Suisse nach einem Jahr? CEO Stephanie Schulze zur Wiesch spricht im «Travel News Talk» über prominente Abgänge, erste Erfolge der Integration und das Zusammenwachsen der Teams.

Etwas mehr als ein Jahr ist vergangen, seit Dertour Suisse die Migros-Tochter Hotelplan offiziell übernommen hat. Seither ist viel passiert: Teams und Systeme werden zusammengeführt, Filialnetze bereinigt, neue Anstellungsbedingungen geschaffen. Bis Ende 2027 sollen zudem 250 Stellen wegfallen. In der neuste Ausgabe des «Travel News Talk» zieht CEO Stephanie Schulze zur Wiesch eine erste grosse Zwischenbilanz.

Dass die Integration kein Spaziergang werden würde, war ihr von Anfang an klar. «Eine Integration ist kein Sprint, sondern ein Marathon», sagt Schulze zur Wiesch. Überrascht habe sie hingegen, wie schnell zahlreiche Teams aus den beiden früheren Konkurrenten zusammengefunden hätten.

Erschwert wurde der Prozess durch die geopolitischen Krisen, die das Tagesgeschäft zusätzlich belasteten. Gerade die Iran-Krise habe die Mitarbeitenden stark gefordert, weil die beiden Unternehmen zu diesem Zeitpunkt noch mit unterschiedlichen Krisenmanagement-Systemen arbeiteten.

Fortschritte und Herausforderungen der Integration

Besonders einschneidend ist der angekündigte Abbau von 250 Stellen. Dabei gehe es in erster Linie darum, Doppelspurigkeiten zu beseitigen, betont die Dertour-Suisse-Chefin. Trotzdem weiss sie, was solche Entscheide für die Betroffenen bedeuten: «Hinter jeder solchen Stelle steckt eine Kollegin, ein Kollege, ein Mensch.»

Auch auf Führungsebene gab es seit der Übernahme mehrere prominente Abgänge. Schulze zur Wiesch sieht darin keinen Grund zur Beunruhigung. Die Fluktuation sei zwar leicht höher als üblich, aber nicht wesentlich. «Wenn sich ein Unternehmen verändert, gehören Abgänge dazu.» Gleichzeitig räumt sie ein, dass die Zusammenführung der Unternehmenskulturen wohl der anspruchsvollste Teil der gesamten Integration ist. Systeme und Prozesse liessen sich zusammenführen, bei Menschen brauche es mehr Zeit.

Wirtschaftlich sieht Schulze zur Wiesch das neue Unternehmen auf Kurs. Die Hotelplan-Marken hätten während des langen Verkaufsprozesses gelitten, würden sich inzwischen aber sukzessive stabilisieren. Erste Skaleneffekte seien bereits sichtbar: Das Hotelplan-Portfolio wurde ausgebaut, Einkaufskosten konnten gesenkt und Produktionskosten reduziert werden. Und auch bei der Systemmigration ist Dertour Suisse laut der CEO schneller unterwegs als ursprünglich geplant.

Ausserdem spricht Schulze zur Wiesch im Podcast darüber, weshalb Hotelplan und Kuoni langfristig die beiden «Hero Brands» bleiben sollen, was mit dem Schweizer Filialnetz passiert und wie die Mammutaufgabe der Integration ihren persönlichen Führungsstil verändert hat.

(RSU)