Tourismuswelt

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Sunday Press Trailrunning – das nächste grosse Ding im Tourismus

Mehrere Tourismusregionen in der Schweiz bauen ihr Angebot im Bereich Trailrunning stark aus. – Das Kabinenpersonal der Swiss wehrt sich gegen die Kleidervorschriften. – Der Flughafen Zürich setzt auf Self-Service-Gepäckautomaten.

Rennen über Wanderwege war früher etwas für Verrückte. Jetzt ist daraus ein neuer Trend geworden. Der «Sonntagsblick» schreibt gar vom «nächst grossen Ding» im Tourismus. Das Interesse an dieser Freizeitaktivität hat in jüngster Zeit auf jeden Fall stark zugenommen, wie Thomas Häusermann, Trailrunning-Beauftragter der Region Viamala sagt: «Seit ein bis zwei Jahren steigt die Nachfrage für Trailrunning-Angebote steil an, in diesem Jahr ist das Interesse besonders hoch.» Neben Vialmala haben im Kanton Graubünden auch weitere Ferienregionen damit begonnen, eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen, so etwa die Region Davos oder das Engadin. Unter anderem werden Wanderwege speziell für Trailrunner definiert, zudem werden Übersichtskarten gedruckt. Für den ganzen Kanton habe Trailrunning «stark an Bedeutung gewonnen», sagt Martin Vincenz von Graubünden Ferien.

Auch im Berner Oberland will man auf den Zug aufspringen. In der Jungfrau-Region entsteht in Grindelwald ein Hotspot in Sachen Trailrunning. Dabei soll es jedoch nicht bleiben. Die Aktivitäten sollen in einem nächsten Schritt auf die gesamte Region ausgeweitet werden. «Damit wollen wir das Geschäft im Frühling und Herbst stärken», sagt André Wellig, Leiter Marketing Jungfrau Region Tourismus.

Kabinenpersonal stösst Sexismusdebatte an

Jupe, Stümpfe, Lippenstift und Schminke: Die Vorschriften, wie Flugbegleiterinnen der Swiss im Dienst aufzutreten haben, wenn sie einen Rock als Arbeitskleidung wählen, sind streng umrissen – und umstritten. Soll damit auch unbewusst ein Rollenbild bedient werden? Der Swiss-Kabinenpersonalverband Kaspers stösst eine Sexismusdebatte an, wie die «Schweiz am Wochenende» schreibt und beruft sich dabei auf einen Artikel, der in der jüngsten Ausgabe des Mitgliedsmagazin des Verbandes erschien. Der Titel: «Geisha der Lüfte – Uniform und Sexismus».

Darin heisst es unter anderem: Eine Uniform zu tragen, bedeute, in eine Rolle zu schlüpfen, «diejenige nämlich, welche uns das Image verleiht, das die Firma ausstrahlen will.» Und dieses sei praktisch bei allen grossen Airlines dasselbe: dasjenige der Frau als Objekt, als Geisha der Lüfte. Der Verband fordert, dass die Uniform und ihre Bedeutung dringend überdacht werden muss. Ein Swiss-Sprecher betont, dass diesbezüglich Gespräche geführt werden. Einen ersten Erfolg kann der Kabinenpersonalverband bereits verbuchen: Frauen dürfen neuerdings im Dienst auch Schnürschuhe tragen.

Wirbel um Strategie von Schweiz Tourismus

Zu einer anderen Kontroverse: Ziemt es sich, die eigene Natur zu vermarkten, und dabei auf Gäste zu setzen, die nur mit Langstreckenflügen zu uns gelangen? Regula Rytz, Nationalrätin und Präsidentin der Grünen ist dies zunehmend ein Dorn im Auge, wie der «Sonntagsblick» schreibt. «Schweiz Tourismus zielt auf die neue Elite in Asien. Unsere Natur wird dort als Luxusprodukt verkauft. Doch genau diese Naturschönheiten sind wegen der Klimakrise in Gefahr», sagt sie und fordert von Schweiz Tourismus eine Neuausrichtung ihrer Strategie.

In der Tat hat die Zahl der europäischen Gäste stark nachgelassen. Seit 2008 nahm die Zahl der Deutschen um 38 Prozent ab. Die Zahl der Gäste aus den USA nahm dagegen um 48,4 Prozent zu, jene aus den Golfstaaten um 134,5 Prozent und jene aus China um 450,9 Prozent. «Die Übersee-Märkte sind in der Tat seit einigen Jahren sehr wichtig», wird André Aschwanden, Sprecher von Schweiz-Tourismus, zitiert. Es gelte jedoch zu beachten, so Aschwanden weiter, dass «Übersee-Gäste zwar mit Langstreckenflügen in die Schweiz fliegen, sich dann aber grossmehrheitlich im öffentlichen Verkehr bewegen.»

Flugticketabgaben sind in Europa weit verbreitet

Nicht nur wegen dem starken Aufkommen an chinesischen Gästen diskutiert man in der Schweiz über die Einführung einer Flugticketabgabe. Würde unser Land damit eine Vorreiterrolle einnehmen oder wären wir Nachzügler? Eine Übersicht in der «Zentralschweiz am Sonntag» und in der «Ostschweiz am Sonntag» zeigt: Sämtliche Nachbarländer der Schweiz ­erheben bereits eine solche Abgabe. Zudem besteuern Grossbritannien, Schweden und Norwegen das Fliegen. Die Befürworter fühlen sich denn auch bestätigt. «Die Schweiz wäre in Europa in guter Gesellschaft», sagt der Solothurner CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt.

Allerdings können auch die Gegner einer Flugticketabgabe das Ausland heranziehen, um ihren Argumenten Nachachtung zu verschaffen: In drei Ländern wurde die Abgabe bereits wieder abgeschafft: Dänemark, Irland und die Niederlande. Dazu kommt Österreich, das sie vor zwei Jahren halbiert hat. Skeptiker wie der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen sehen zudem das Risiko, dass Schweizer Passagiere ins Ausland ausweichen – zum Beispiel nach Frankfurt oder Mailand.

Ein Hindernis bei der Einführung einer Abgabe stellt zudem der Flughafen Basel-Mülhausen dar. Der Flugplatz steht auf französischem Boden, deshalb müsste sich Frankreich mit einer Flugticketabgabe einverstanden erklären. Dass davon nicht un­besehen ausgegangen werden kann, zeigte das jahrelange Seilziehen um die Besteuerung der Läden im Schweizer Sektor.

Wasserfallen warnt: «Viele Passagiere werden nach Basel ausweichen, wenn die Schweiz eine Gebühr einführt.» Das schädige nicht nur die anderen Flughäfen, sondern sei aufgrund des Zusatzverkehrs auch schädlich für die Umwelt.

Flughafen Zürich setzt auf Self-Service-Gepäckautomaten

Die Automatisierung schreitet am Flughafen Zürich weiter voran. Nach dem Check-in und der Passkontrolle ist nun die Gebäckaufgabe an der Reihe. Wie die «Schweiz am Wochenende» schreibt, plant Zürich, 20 Self-Service-Gepäckautomaten zu installieren. Im Gegenzug werden 16 bemannte Schalter aufgehoben.

Betroffen von der Massnahme sind die Check-in-Bereiche 2 und 3. Ab Herbst wird getestet, im zweiten Quartal 2020 sollen die Automaten dann in Einsatz gelangen. Allein zehn Automaten werden alleine für die Lufthansa-Gruppe, zu der auch die Swiss gehört, reserviert sein. Voraussetzung für die Benutzung ist, dass die Fluggäste bereits eingecheckt haben.

Die Kosten für die ganze Aktion belaufen sich laut der Zeitung auf rund zwei Millionen Franken. Zu einem Personalabbau soll es laut einer Sprecherin der Swissport nicht kommen.

Schwere Vorwürfe an Schweizer Flussfahrtsgesellschaft

Die Schweizer Betreiberin Viking, die in die tödliche Schiffskollision auf der Donau verwickelt ist, lasse ihre Mitarbeiter bis zu 16 Stunden am Stück arbeiten, schreibt die «Sonntagszeitung» und bezieht sich dabei auf Aussagen eines ehemaliger Angestellten.

Das verheerende Unglück ereignete sich am vergangenen Mittwochabend in Budapest. Ein Boot der Schweizer Betreiberin rammte auf der Donau ein Ausflugsboot, worauf dieses sank. Bisher wurden nur 7 der 35 Insassen gerettet. 21 werden noch immer vermisst.

Laut dem ehemaligen Mitarbeiter, einem Matrosen uns Ungarn, sollen die überlangen Arbeitstage nicht nur für Matrosen, Köche und Servicemitarbeiter gegolten haben, sondern auch für die Kapitäne. Deren Ruhezeiten seien zwar auf anderen Strecken eingehalten worden, «aber nicht auf der Strecke Amsterdam-Budapest». Das sei ein Verstoss gegen die Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein. Sie schreibt einen Halt von acht Stunden vor, wenn ein Schiff nach einer Fahrt von 18 Stunden zu einer solchen von 24 Stunden übergeht, wie es in Mainz der Fall ist.

Die ungarische Polizei hat den ukrainischen Kapitän des Unfallschiffs von Budapest am Donnerstag verhaftet. Es lägen «begründete Verdachtsmomente» gegen ihn vor, teilte sie mit. Gestern hat ihn ein Gericht offiziell beschuldigt.

Für den angeschuldigten Kapitän wie auch für die Betreibergesellschaft gilt die Unschuldsvermutung.

Jeder dritte Campingplatz in Gefahrenzone

Von den 444 Campingplätzen in der Schweiz befindet sich rund ein Drittel ganz oder teilweise in den gefährlichsten Hochwasserbereichen des Landes, weitere 30 Plätze sind stark durch Lawinen gefährdet., schreibt die «Sonntagszeitung». Grundlage bildet die Auswertung der ersten nationalen Gefahrenkarte, die ein Team von Daten- und Recherchespezialisten der Tamedia-Redaktion erstellt hat. Dabei wurden alle 26 kantonalen Gefahrenkarten untersucht.

Zahlreiche dieser Campingplätze machen laut der «Sonntagszeitung» ihre Besucherinnen und Besucher nicht auf die Gefahr aufmerksam. Vielerorts sind auch die Notfall- und Schutzkonzepte nicht auf dem neusten Stand.

Streit um Touristen-GA beigelegt

Bergbahnen dürfen das Touristen-GA nur noch dann akzeptieren, wenn sie auch das reguläre GA anerkennen, wie die «Zentralschweiz am Sonntag» und die «Ostschweiz am Sonntag» berichten. Zu dieser Regelung haben sich die 250 in der Tarifgemeinschaft «Direkter Verkehr Schweiz» zusammengeschlossenen Bergbahnen geeinigt.

Vorausgegangen war ein heftiger Rechtsstreit, der bis vors Bundesverwaltungsgericht führte, nachdem drei Bergbahnen das Touristen-GA in eigener Regier anerkennten, nicht jedoch das reguläre GA. Den drei Bahnen wurde Dumpingpreise vorgeworfen.

Indien, Skandinavien, Malaysia

Die «Sonntagszeitung» berichtet auf ihren Reiseseiten über das Château Salavaux unweit des Murtensees, Exkursionen in Malaysia sowie die Taufe des elften Flussschiffes der Aargauer Reisegruppe Twerenbold/Mittelthurgau. Die«Zentralschweiz am Sonntag» und der «Ostschweiz am Sonntag» waren auf einer Rundreise im Norden Indiens und in Norwegen.

(DWB)