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Taxi fahren in Lissabon kann zur Kostenfalle werden: Immer wieder berichten Reisende von manipulierten Taxametern, unnötigen Umwegen und überhöhten Fixpreisen. Bild: Adobe Stock

Taxi-Abzocke in beliebten Städtereise-Zielen

Manipulierte Taxameter, unnötige Umwege und überhöhte Fixpreise: In europäischen Touristenmetropolen verursachen dubiose Praktiken von Taxi-Chauffeuren Ärger. Kontrollen in Lissabon und Berichte aus Amsterdam zeigen, mit welchen Tricks Reisende hinters Licht geführt werden.

Touristinnen und Touristen, die am Flughafen Lissabon in ein Taxi steigen, sollten auf der Hut sein. In sozialen Netzwerken berichten Reisende und Einheimische vermehrt von fragwürdigen Praktiken. Fahrer sollen Taxameter nicht einschalten, überhöhte Fixpreise verlangen oder mit unnötigen Umwegen die Rechnung in die Höhe treiben.

Eine in Portugal lebende Content-Produzentin bezeichnete die Situation am Flughafen gar als «Falle für Touristen». Auch andere Betroffene berichten gemäss «Euronews» von ungewöhnlich hohen Preisen. Eine Fahrt vom Flughafen ins Zentrum kostet demnach üblicherweise etwa 11 bis 14 Euro. In einzelnen Fällen seien jedoch 25 Euro oder mehr verlangt worden.

67 Verstösse bei rund 100 kontrollierten Taxis

Dass die Vorwürfe nicht völlig aus der Luft gegriffen sind, zeigt eine Kontrolle der portugiesischen Polizei PSP am Flughafen Humberto Delgado. Bei rund 100 überprüften Taxis stellten die Beamten insgesamt 67 Verstösse fest. Allein 32 davon betrafen die unsachgemässe Anbringung des Taxameters.

Hinzu kamen unter anderem fehlende Dokumente und Taxifahrer-Zertifikate, abgelaufene Feuerlöscher, nicht fristgerecht technisch überprüfte Fahrzeuge sowie zwei Taxameter mit abgelaufener Eichung. In einem Fall wurde zudem Fahren unter Alkoholeinfluss festgestellt. Der portugiesische Taxiverband ANTRAL kritisierte derweil das Vorgehen der Polizei und sprach von einer «medialen Show», die dem Image der Branche und des Landes schade.

Auch Amsterdam kämpft mit Taxi-Tricks

Ähnliche Probleme beschäftigen derzeit Amsterdam. Dort wird vor der sogenannten «Handbremsenmethode» gewarnt: Taxifahrer am Stand lehnen wenig lukrative Fahrten zunächst ab, bis ein anderer Fahrer die Strecke zu einem deutlich höheren Fixpreis übernimmt. Laut der niederländischen Zeitung «Het Parool» gingen in den vergangenen fünf Jahren bei der niederländischen Aufsichtsbehörde ILT 140 Betrugsanzeigen ein.

Die niederländische Regierung will die Situation deshalb im Herbst untersuchen. Reisende sollten sich vor Fahrtbeginn über den Preis informieren, auf einen korrekt laufenden Taxameter achten und nach der Fahrt eine Quittung verlangen. Besonders bei hohen Fixpreisforderungen ist Vorsicht angebracht.

(RSU)