Trips & Travellers
Michael Hess: «Ich schaute im Cockpit einem Drogenspürhund in die Schnauze»
Seit seinem Einstieg bei Helvetic Airways vor etwas mehr als zehn Jahren hat Michael Hess einen steilen Aufstieg hingelegt. Erst Co-Pilot, dann Kapitän, parallel dazu vier Jahre Security Officer und seit neustem Deputy Accountable Manager. Damit ist Hess Stellvertreter jenes Mannes, der gegenüber den Luftfahrtbehörden die oberste Verantwortung dafür trägt, dass die Airline sicher und gemäss den gesetzlichen Vorgaben betrieben wird.
«Es ist eine grosse Aufgabe, die mir übertragen wurde», sagt Hess in der neusten Ausgabe des «Travel News Talk» – und seine Augen glänzen. Die Begeisterung für die Fliegerei begleitet ihn schon seit seiner Kindheit. Aufgewachsen in Niederglatt, unweit des Flughafens, stand er regelmässig am Pistenrand, um startende und landende Flugzeuge zu fotografieren. Schon früh informierte er sich auch darüber, welche Voraussetzungen ein Pilot erfüllen muss.
Nach einer Lehre als Bauzeichner wurde aus dem Traum ein konkretes Berufsziel. Zunächst versuchte Hess, Militärpilot zu werden. Doch die grosse Konkurrenz und die wenigen verfügbaren Plätze machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Also schlug er einen anderen Weg ein, absolvierte bei der Horizon-Flugschule die Pilotenausbildung und hat diesen Entscheid bis heute nicht bereut.
Am liebsten kurz und intensiv
Besonders gerne sitzt Hess auf kurzen Strecken nach München, Mailand oder Luxemburg im Cockpit. «Da ist man von A bis Z dran, es wird nie langweilig», erzählt er. Statt auf Reiseflughöhe bildlich gesprochen zwei Stunden zurückzulehnen, gebe es auf solchen Flügen praktisch durchgehend etwas zu tun.
Seinen wohl kuriosesten Cockpit-Moment erlebte Hess dagegen am Boden. Nach einer Landung war er bereits mit den Vorbereitungen für den Rückflug beschäftigt, als er plötzlich einen heissen Atem über seiner Schulter spürte. «Ich drehte mich um und schaute einem Drogenspürhund mitten in die Schnauze.» Hess hatte nicht bemerkt, dass die Polizei mit Unterstützung des Hundes den gesamten Flieger durchsuchte.
Und was begeistert ihn nach mehr als zehn Jahren noch immer? Es sind Momente, die wohl auch viele Passagiere kennen: «Wenn wir hier in der Zürcher Nebelsuppe auf der Startbahn stehen, dann abheben und innert Kürze im Sonnenschein sind und das Alpenpanorama sehen, ist das für mich immer noch jedes Mal ein Highlight», so Hess.
Im Podcast erzählt er ausserdem, in welchem Moment er im Cockpit nahe an seine Grenzen kam, wie er mit der grossen Verantwortung als Security Officer umging und was beruflich aus ihm geworden wäre, wenn es mit dem Traum vom Pilotenjob nicht geklappt hätte.