Flug

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Wollen das Projekt Swiss Skies zum Fliegen bringen, von links: Harald Vogels, Alvaro Oliveira, Armin Bovensiepen und Philipe Blaise. Bild: TN

Die ersten Antworten von Swiss Skies

Das Langstrecken-Projekt ab Basel nimmt Formen an. Die vier Projektverantwortlichen sind überzeugt, in Nischenmärkten auf der Langstrecke dank neuer Technologie zu reüssieren. Alle Fragen zum Projekt konnten sie an der heutigen Medienkonferenz nicht ausräumen.

Jetzt ist bekannt, wer neben dem Brasil-Schweizer Alvaro Oliveira und dem deutschen Ex-Air-Berlin-Manager Armin Bovensiepen an Bord des neuen Airlineprojekts Swiss Skies sitzt. Es handelt sich um den Belgier Harald Vogels, einstiger CFO und CEO der Farnair sowie um den in der Schweiz lebenden Franzosen Philppe Blaise, Procurement-Spezialist und Airbus-Kenner, mit vielen Jahren Airline-Erfahrung bei Etihad Airways.

Zuallererst teilten die Protagonisten mit: es handelt sich um ein Projekt und noch nicht um eine Airline-Gründung und traten damit auf die Bremse. Denn vom Medieninteresse der letzten Tage ist die Crew offensichtlich überrascht und überrant worden. Heute stellten sie sich jetzt den Fragen.

Alvaro Oliveira sagte zum Stand des Projekts: «Jetzt beginnt die Phase, mit Investoren zu sprechen». Tags zuvor hat in Basel eine erste Kontaktaufnahme stattgefunden. Harald Vogels sagte, zum Projektstart brauche es 50 Millionen Dollar, dann für die Betriebsaufnahme weitere 50 Millionen. Auf drei Säulen bauen die vier die Finanzierung auf: auf eigenen Mitteln aus dem eigenen Umfeld, von Privatinvestoren und institutionellen Investoren.

Armin Bovensiepen holte aus: «Als wir uns das erste Mal vor zwei Jahren trafen, realisierten wir, dass sich derzeit in der Airline-Industrie ein Shift abzeichnet – sowohl was den Markt als auch die Technologie betrifft. Bisherige Langstrecken-Carrier sind sehr traditionell aufgestellt, hier bieten sich für unser Konzept gute Chancen.»

«Wir orten eine grosse Chance, auf Nischenmärkten reüssieren zu können», sagte auch Harald Vogels und verwies auf die Möglichkeit, mit der A321 mit weniger als 200 Passagieren, Langstrecken zu bedienen. Bei der Frage nach den künftigen Destination gaben sich die Airliner noch zugeknöpft.

Auf die Frage von travelnews.ch, welche Rolle die Schweiz und die Swissness künftig spielt, sagte Armin Bovensiepen: «Swiss Skies ist ein Projektname. Wir die Airline heissen wird, ist noch offen. Aber ja, wir sind eine Schweizer Firma und Passagiere werden sicherlich Elemente der Schweiz erleben können bei der Reiseerfahrung.»

Projekt von langer Hand und seriös angegangen

Nachdem in den letzten Tagen viele Airline-Experten sich zu den Plänen des neuen Mitstreiters äusserten («Hochrisiko-Projekt», «riesige Atlantik-Konkurrenz», «sehr mutiger Plan», «hier wird viel Geld verbrannt»), kann ab heute gesagt werden: es handelt sich bei den Projektverantwortlichen um vier Airlines-Profis, die das Projekt von langer Hand und seriös angegangen sind. Ob sie nun Investoren-seitig wirklich fündig werden, scheinen sie dagegen selber noch nicht abschätzen zu können.

Die Säulen ihren erhofften Erfolgs orten die Vier bei der tiefen Kostenstruktur (30 Prozent billiger), den um 30 Prozent kürzeren Flugzeiten (weil bisher für Sekundärziele stets umgestiegen werden musste) und die Profitabilität wollen sie mit Unbundling erreichen: also einen nackten Tiefpreis festlegen, darauf können Passagiere Services dazubuchen. «Wir wollen von der heutigen Technologie profitieren, Simplicity lautet unser Management Fokus», unterstrich Bovensiepen.

Und was kann das Swiss-Skies-Airline-Projekt für die Reisebranche heissen? Was zu erwarten war: die neuen Airline-Mitstreiter setzen auf Direktvertrieb und Bovensiepen sagt: «Wir müssen nicht bestehende Vertriebssysteme weitertreiben.»

(GWA)