Flug

Lufthansa-Chef Carsten Spohr nannte an der Luftfahrtkonferenz in Leipzig verschiedene Massnahmen, um den Flugverkehr künftig klimafreundlicher zu gestalten. Bild: Lufthansa/Oliver Roesler

So will Lufthansa klimafreundlicher werden

An der Nationalen Luftfahrtkonferenz äusserte sich die deutsche Airline zur Wichtigkeit des Flugverkehrs und wo die Chancen liegen, diesen künftig umweltfreundlicher zu gestalten.

Dieses Jahr ging die Nationale Luftfahrtkonferenz in Leipzig über die Bühne. Die Gelegenheit nutzte Carsten Spohr, Chef der Deutschen Lufthansa AG, um über Zukunftspläne im Bereich Nachhaltigkeit der Airline zu informieren. Ausserdem rief er in das Gedächtnis, welche Bedeutung der Luftverkehr für die Wirtschaft hat.

«Wir leisten einen erheblichen Beitrag zur deutschen Exportstärke. Dem Wert nach wird knapp ein Drittel der internationalen Fracht auf dem Luftweg befördert. Entwicklungshilfe oder die Versorgung mit Medikamenten rund um den Globus wären ohne Flugverkehr ebenso wenig möglich wie der Tourismus, der in vielen Regionen für wirtschaftliche Stabilität sorgt. Auch vor diesem Hintergrund müssen wir alles tun, um Fliegen künftig so klimafreundlich wie möglich zu gestalten», sagt Spohr.

Die deutsche Airline hat in diesem Jahr verschiedene Massnahmen geplant, um das Fliegen klimafreundlicher zu gestalten. So erneuert die Airline ihre Flotte mit sparsameren Flugzeugen, die laut Spohr rund einen Viertel der schädlichen CO2-Emmissionen einsparen. Heute verbraucht ein Flugzeug pro Passagier 3,65 Liter Kerosin auf 100 Kilometer Flugdistanz und ist im Vergleich zum Jahr 1990 also um 41 Prozent gesunken. Durch die neuen Flugzeuge werden jährlich weitere 1,5 Millionen Tonnen eingespart.

Öko-Treibstoff ist noch zu teuer

Die Fluggesellschaft sieht aber auch grosses Potenzial in alternativen Kraftstoffen. Erst kürzlich lancierte das Unternehmen die Plattform «Compensaid», wo Passagiere ihren CO2-Ausstoss kompensieren können. Das Problem: die Zuschläge sind sowohl für Kurzstrecken als auch für Langstrecken sehr hoch und deshalb ist es fraglich, wie viele Reisende ihre Flüge ausgleichen werden. Die Airline unterstützt auch Projekte in Brandenburg und Schleswig-Holstein. Dort befasst man sich mit der Erforschung und Entwicklung synthetischer Kraftstoffe – eine realistische Option für klimaneutrales Fliegen in der Zukunft, wie Spohr denkt.

Carsten Spohr ist der Meinung, dass Wirtschaft und Politik bei der Förderung von umweltfreundlichen Energien gemeinsam handeln müssen. So schlägt er vor, die umgerechnet etwa 1,3 Milliarden Franken, die der Deutsche Staat an Luftverkehrssteuern einnimmt, in die Entwicklung der Kraftstoffe oder andere Massnahmen für klimafreundliches Fliegen zu investieren.

(NWI)