Services

Seekrankheit kann selbst erfahrene Reisende treffen. Einfache Massnahmen helfen, die Symptome zu lindern. Bild: Adobe Stock

Gute Frage Was hilft gegen Seekrankheit?

Was tun, wenn der Magen auf hoher See verrücktspielt? Gibt es Tricks, um Seekrankheit zu verhindern oder zumindest zu lindern? Travelnews klärt auf.

Wer schon einmal auf hoher See unterwegs war, kennt das Gefühl: Der Horizont tanzt, der Magen rebelliert – und plötzlich scheint selbst die luxuriöseste Kreuzfahrt zur Tortur zu werden. Erst ein leichtes Unwohlsein, dann ein mulmiges Ziehen im Bauch, bis schliesslich nichts mehr geht.

Seekrankheit kann jeden treffen, selbst erfahrene Reisende. Und sie kommt oft schneller, als einem lieb ist. Doch wie lässt sich die Gefahr von Seekrankheit wirksam reduzieren? Und was hilft, wenn einem plötzlich speiübel wird?

Einfache Tipps können helfen

Hinter der Seekrankheit steckt ein einfacher, aber tückischer Mechanismus: Das Auge meldet Ruhe, während das Gleichgewichtsorgan Bewegung registriert. Ein Widerspruch, den das Gehirn mit Übelkeit quittiert. Umso wichtiger ist es, diesen Konflikt gar nicht erst entstehen zu lassen.

Der Klassiker unter den Tipps: den Blick auf den Horizont richten. Das hilft dem Gehirn, die Bewegungen besser einzuordnen. Ebenso entscheidend ist die Wahl des Aufenthaltsorts: In der Schiffsmitte sind die Bewegungen deutlich weniger spürbar als am Bug oder Heck.

Auch kleine Verhaltensanpassungen können viel bewirken. Frische Luft statt stickiger Innenräume, leichte Mahlzeiten statt schwerer Kost und der Verzicht auf Alkohol gehören zu den einfachsten, aber effektivsten Massnahmen. Wer empfindlich reagiert, sollte zudem auf Lesen oder die Nutzung von Smartphone und Tablet verzichten.

Von Hausmitteln bis zu rezeptpflichtigen Medikamenten

Neben diesen klassischen Tipps greifen viele Reisende auf natürliche Mittel zurück. Besonders Ingwer gilt als bewährtes Hausmittel gegen Übelkeit, sei es in Form von Tee, Kapseln oder Bonbons. Auch Akupressur-Armbänder sind weit verbreitet: Sie üben Druck auf einen bestimmten Punkt am Handgelenk aus und können bei manchen Betroffenen die Symptome lindern.

Reichen diese Massnahmen nicht aus, kommen Medikamente ins Spiel. Häufig eingesetzt werden Antihistaminika wie Dimenhydrinat, die sowohl vorbeugend als auch akut wirken. Wichtig ist dabei der richtige Zeitpunkt: Idealerweise werden sie bereits 30 bis 60 Minuten vor Reisebeginn eingenommen. Ein Nachteil ist jedoch ihre sedierende Wirkung. Müdigkeit ist eine häufige Begleiterscheinung.

Für längere Reisen oder besonders empfindliche Personen stehen stärkere Mittel zur Verfügung, etwa Scopolamin in Form eines Pflasters hinter dem Ohr. Dieses gibt den Wirkstoff über mehrere Tage ab und gilt als sehr effektiv, ist jedoch rezeptpflichtig und kann Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit oder Sehstörungen verursachen.

Tritt die Seekrankheit dennoch auf, gilt: möglichst schnell reagieren. Hinlegen, die Augen schliessen und sich wenig bewegen hilft, den Körper zu stabilisieren. Auch kleine Schlucke Wasser oder trockene Snacks können die Beschwerden etwas lindern.

Ganz verhindern lässt sich Seekrankheit nicht in jedem Fall. Doch wer die Mechanismen kennt und gezielt gegensteuert, kann seine Reise deutlich angenehmer gestalten.

(RSU)