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Bootstour auf dem Chobe-Fluss: Das Naturparadies trügt – Botswana leidet derzeit unter einer massiven Gesundheitskrise. Bild: Adobe Stock

Gesundheitsnotstand in Botswana

Botswana steckt in einer schweren Gesundheitskrise: Präsident Duma Boko hat den nationalen Notstand ausgerufen, weil Medikamente, Material und Personal fehlen. Besonders hart trifft es Kinder, Arme und chronisch Kranke.

Botswana, ein beliebtes Reiseziel im südlichen Afrika, hat den nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Präsident Duma Boko zog die Reissleine, nachdem die medizinische Versorgung im Land weitgehend zusammengebrochen ist. Es fehlt an Medikamenten, Verbrauchsmaterial und Fachpersonal – Operationen werden verschoben, selbst die Behandlung von HIV-Patienten ist nicht mehr flächendeckend gesichert, wie die «Tagesschau» berichtet.

Die Ursachen sind vielfältig: Einerseits der Preisverfall auf dem globalen Diamantenmarkt, von dem Botswana wirtschaftlich stark abhängig ist, andererseits die Auflösung der US-Entwicklungshilfeagentur USAID, die bislang wichtige Gelder beisteuerte. Hinzu kommen ineffiziente staatliche Beschaffungsstrukturen und eine Zunahme chronischer Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck.

Gesundheitsminister Stephen Modise räumte im Parlament ein, dass sein Ministerium die laufenden Ausgaben längst nicht mehr decken kann. Mit einem Sofortfonds von umgerechnet 280 Millionen Franken sollen nun Medikamente und medizinisches Material beschafft werden, erste Lastwagen sind bereits unterwegs.

Die Krise trifft vor allem die Schwächsten: Menschen ohne Zugang zu privater Versorgung, Arme, Kinder und Menschen mit Behinderungen. Laut Unicef sind in manchen Regionen bis zu 20 Prozent der Kinder mangelernährt. Kritik kommt auch aus der Zivilgesellschaft: Die Regierung habe zu spät gehandelt und chronisch Kranke de facto abgeschrieben.

(TN)