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Happige Vorwürfe gegen Schweizer Airline-Chef
Der Gründer der bulgarischen Fluggesellschaft GP Aviation ist in Bulgarien festgenommen und inzwischen nach Deutschland ausgeliefert worden. Das berichten mehrere bulgarische Medien übereinstimmend. Dem schweizerisch-italienischen Staatsbürger wird vorgeworfen, Luftverkehrssteuern in Höhe von mindestens neun Millionen Euro (umgerechnet rund 8,2 Millionen Franken) nicht ordnungsgemäss abgeführt zu haben.
Die Festnahme erfolgte bereits am 15. April am Grenzübergang Gyueshevo zwischen Bulgarien und Nordmazedonien, wie das Aviatik-Portal «Aerotelegraph» berichtet. Dort stoppten Beamte den Airline-Manager bei der Einreise nach Bulgarien. Grundlage dafür war ein internationaler Haftbefehl deutscher Behörden, die seit Januar 2026 nach ihm fahndeten.
Laut Gerichtsdokumenten soll es zwischen Januar 2021 und Februar 2025 in rund 50 Fällen zu mutmasslichen Verstössen gekommen sein. Der Beschuldigte erklärte sich laut bulgarischen Medien freiwillig mit der Auslieferung nach Deutschland einverstanden. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Wie es genau zu den geltend gemachten Steuerausständen kam, ist derzeit unklar. In Europa unterscheiden sich die Systeme zur Abrechnung der Luftverkehrssteuer teils erheblich. In Deutschland müssen Airlines die Abgaben selbst deklarieren und steuerlich registriert sein.
GP Aviation hat ihren Sitz in Sofia, konzentriert sich operativ aber stark auf Pristina im Kosovo. Die Fluggesellschaft bedient vor allem Strecken nach Deutschland, in die Schweiz und weitere europäische Länder und richtet sich insbesondere an die kosovarisch-albanische Diaspora. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als schweizerisch geführt, mehrere Funktionen sind in Zürich angesiedelt.