Dieser Rucksack ist diebstahlsicher und wasserdicht

Von Andreas Güntert
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Im fiesen Starkregen von Locarno: Securipak hält trocken. Bilder: Internaut

Laptop, Tablet, Smartphone, Kreditkarten schick, diebstahlsicher und wasserdicht transportieren: Das schafft der Samsonite Securipak Rucksack in der Stadt prima. Aber als Daypack-Fetischist will ich mehr. Also teste ich dieses Mini-Backpack auch auf Bergwanderung.

Falls es die Diagnose des Rucksack-Fetischisten geben sollte (der Duden weiss noch nichts davon) – dann wäre ich einer. Rucksäcke der kleineren Form, sogenannte Daypacks, Tagesrucksäcke oder Citypacks, oder Accessoires dazu sowie standfeste Trolley Koffer interessieren mich immer brennend.

Wenn irgendwo ein solches Ding ausgestellt ist, meist im Pulk mit anderen Laptop Backpacks, kleinen Rolltops oder wie die Dinger auch immer heissen: ich schaue hin.

Samsonite Securipak Rucksack von aussen…

Samsonite Securipack Rucksack: Mein erster Hecklader

Aus Gründen, die ich weiter unten noch genauer ausführen werde, liegt mir gerade im städtischen Raum viel an Sicherheit und Diebstahlschutz. Und deshalb auch an einer Aussenhaut, deren Reissverschlüsse nicht einfach so von einem Menschen hinter mir geöffnet werden können.

Mit dem Samsonite Securipak habe ich mir erstmals einen kompletten Hecklader angeschafft. Will heissen: Keine Reissverschlüsse oder Fächer auf der Aussenseite. Der Securipak von Samsonite gehört zur Kategorie der Rucksäcke, die sich nur von der Rückseite her öffnen, befüllen und schliessen lassen.

…und von hinten/innen. Blick auf die Ladefläche des Samsonite Securipak.

Dies hat den Vorteil, dass alle Reissverschlüsse an meinem Rücken dran sind. Man müsste schon ein extremst versierter Taschen- (oder Rucksack-) dieb sein, um so an die Reissverschlüsse zu kommen, dass man es als Trägerin oder Träger nicht merken würde.

Mein Streben nach City Pack Sicherheit rührt von einem Erlebnis in der U-Bahn von Mexico City her. Dort stand ich einst, stark eingekesselt von Menschenmassen. Irgendwann fielen mir zwei Typen auf, die während mehrerer Stationen schon meine Nähe suchten. Oder vielmehr: die Nähe meines Rucksacks.

Mein bisheriges Backpack-Quartett, von hinten links im Uhrzeigersinn: Dakine, gross; Dakine, etwas kleiner; Nike, klein, Quechua, klein-klein.

Wegen der engen Platzverhältnisse konnte ich mich kaum rühren in der U-Bahn; ich stand so ungünstig (oder für günstig für meine Verfolger), dass die Aussenfächer genau vor den Augen und Händen meiner unliebsamen Fans lagen.

In der Regel trage ich mein Daypack im grossen Menschenpulk auf der Brust, damit ich die Kontrolle behalten kann. Doch im allgemeinen Gedränge war an einen Wechsel Rücken-Brust nicht zu denken. Zum Schluss hatte ich Glück: Die zwei Typen schwirrten irgendwann ab. Vielleicht, weil sie anderswo lohnendere und leichtere Beute witterten.

Flach wie eine Flunder: Der Samsononite Securipak Rucksack.

Seit diesem Erlebnis achte ich darauf, dass meine Daypacks zumindest ein Geheimfach haben, das so eng an meinem Rücken liegt, dass keiner (und keine) rankommt. Aber ein wirklich diebstahlsicherer Rucksack – das hat mir in meiner Daypack-Sammlung noch gefehlt.

In dieser Hinsicht kommt der Samsonite Securipak Rucksack mit seinem Hauptfach, das nur von hinten zugänglich ist, ohne Kompromisse daher. Das Teil ist im leeren Zustand flach wie eine Flunder, wiegt 700 Gramm und hat ein Ladevolumen von 17 Liter. Ein Anti-Diebstahl-Rucksack mit Style.

Securipak von Samsonite: Die Stärken

Als Business-Rucksack macht sich der (oder das?) Securipak prima. Das gesonderte Abteil für Laptop (bis 15.6 Zoll) und Tablet ist ausreichend gross. Wer nur mit einem solchen Gerät, ein paar Unterlagen, Schreibmappe, einer Trinkflasche und einem Snack unterwegs ist, spürt das Teil am Rücken kaum.

Plus: Ein von aussen kaum ersichtliches Minifach im Nacken des Rucksacks bietet ausreichend Platz für Handy-Kabel, Sonnencrème, Taschenmesser und was der kleinen Dinge mehr sind, die man unterwegs gerne schnell mal zur Hand hat: Komfort in der City.

Besonders clever an diesem Mini-Fach: Durch den Zug, der sich beim Tragen des Rucksacks auf die Trageriemen ergibt, verschwindet der Reissverschluss quasi im Nacken des Securipak.

Zugriff von oben zum gut versteckten Mini-Fach.

Bezüglich Sicherheit kommen Features wie ein reflektierender Streifen, RFID Shield Aussentaschen (Abschirm-Mechanismus für Radiowellen, damit Unbefugte keinen Zugriff auf Daten erhalten) sowie einen Aussenhaut dazu, die sich nicht aufschneiden lässt. Oder wenigstens nicht ohne gröberen Aufwand.

Damit, denke ich, sind Wertsachen im Rucksack gegen konventionelle Angriffe schon einmal ganz gut geschützt. So diebstahlsicher ist jedenfalls keines der Daypacks aus meiner bisherigen (An)-Sammlung.

Die Aussenhaut des Securipak ist aus sogenanntem Recyclex-Material gearbeitet, sie besteht aus dem wieder verwendeten Material von elf PET-Flaschen, recyceltes Polyester also. Hersteller Samsonite wirbt damit, dass sein neues Daypack aufgrund dieser Beschaffenheit wasserdicht sei.

Ich habe das bei fiesem Starkregen in Locarno getestet. Eine Stunde lang setzte ich das Secirupak den Fluten aus. Resultat: Der Inhalt blieb tatsächlich trocken. Als ich das urbane Packback an einem Ort ohne Niederschlag ruhen liess, war die Aussenfläche nach zwei Stunden wieder trocken.

Securipak Rucksack: Die Schwächen

Weil ich mir vom Securipak erhofft hatte, er könnte mich in allen Situationen begleiten, nahm ich ihn auch auf Wanderung mit. Immerhin bietet sich das Teil mit dem Modus der Heckladung wie eine Art Outdoor-Koffer dafür an. Anders als Menschen wie Dominique Magnusson, die mit Zero-Gewichtstoleranz unterwegs sind, muss bei mir aber einiges mit auf den Berg.

Für eine Tages- oder Halbtageswanderung gerne zwei Trinkflaschen, ein T-Shirt zum Wechseln, eine dünne Daunenjacke und natürlich gern eine schöne Auswahl an Weich- und Hartkäse, Nüsse, Brot, etwas Trockenfleisch, eine Kleinration Chips, abgeschmeckt mit Hummus oder einem anderen leckeren Dip.

Nichts mehr mit flacher Flunder: Bei ordentlicher Wanderbeladung wölbt sich das Rückenteil.

Bei einer solchen Beladung zeigt sich die Kehrseite der Hecklader-Variante: Dadurch, dass der Securipak von hinten eingefüllt wird, türmen sich auch alle Leckereien auf der Rückseite.

Was bedeutet: Die flache Flunder aus der Stadt verändert sich zum stark gewölbten Rucksack. Das ist beim Tragen nicht besonders angenehm.

Zwischenhalt beim Aufstieg zum San Salvatore hoch über Lugano: Das Ladevolumen des Backpacks ist am Anschlag.

Was mir auf Wanderung ebenfalls nicht gefällt: Der Securipak ist mit zwei internen Netzen für Trinkflaschen ausgestattet. Das mag in der Stadt genügen. Aber auf Wanderung will ich die Tranksame mit einem Griff erhaschen – und nicht ständig den Rucksack öffnen dafür.

Kommt dazu: Das Backpack kommt bei ausführlicheren Wanderungen bezüglich Platzverhältnissen schnell an den Anschlag. Wenn ich draussen unterwegs bin, packe ich immer gern ein wenig Holz ein. Für ein Spontan-Feuer unterwegs oder den Grill daheim. Wie obiges Bild zeigt, findet solches Extra-Gepäck aber bald schon keinen Platz mehr.

Laptop Rucksack Samsonite: Geeignet für

Leute, die meist mit kleinem Gepäck und einigen Wertsachen in der Stadt unterwegs sind. Dabei leistet auch der USB Anschluss gute Dienste, der sich mit einer Powerbank verknüpfen lässt. Der reine Hecklader hat in der städtischen Anwendung aber auch Nachteile: Für einen Schluck Wasser aus der mitgeführten Trinkflasche muss man stets den ganzen Rucksack öffnen.

Auf einer Zwergberg-Mini-Wanderung kann der Securipak gerade noch mithalten, aber Outdoor-Trips, die sich über einen ganzen Tag erstrecken, sind mit diesem Daypack problematisch. Es sei denn, man schränke sich bezüglich Gepäck sehr stark ein.

Samsonite Securipak Rucksack: Preis

Regulär kostet dieses Teil von Samsonite in der Schweiz 115 Franken. Mein Securipak konnte ich zum Aktionspreis von 92 Franken im Warenhaus Coop City erstehen.

Wer ein wenig Zeit und Geduld hat, wird in dieser Warenhausgruppe immer mal wieder von Discounts und Rabatten beim Gepäck-Sortiment profitieren können.

Daypack Securipak: Fazit

Im urbanen Kontext prima, ausserhalb der Stadtgrenzen, bei Wanderungen und Trekkings wird es problematisch. Das ist mein Fazit des Anti-Diebstahl Rucksacks Samsonite Securipak.

Und, das muss ich ebenfalls sagen: Vom Design her ist Securipak bestimmt das schönste Teil meines bisherigen Backpack-Quartetts. Wenn aber ein Backpack für Wanderungen gefragt ist, wird weiterhin mein schwarzes Teil von Dakine (mit Flaschen-Aussenfächern) zur Anwendung kommen.

Diebstahlsicherer Rucksack Securipak: Zu Hause im urbanen Kontext.

Wenn ein Gepäckriese wie Samsonite das Backpack-Thema mit seinen Neuheiten in neue Sphären heben will, würde mir natürlich auch ein eingebautes Solar-Panel gut gefallen.

Oder aber etwas, das ich mir schon lange wünsche: Ein Mechanismus, der die Energie meiner Schritte so in Strom umwandeln würde, dass damit mein Smartphone geladen werden könnte.

Tagesrucksack Samsonite Securipak: Note

Weil mein heutiges Reise-Gadget eher für die Stadt und fürs Business gedacht ist, fokussiere ich mich in der Bewertung auf die Leichtgepäck-Anwendung im urbanen Kontext.

Im gutschweizerischen Notensystem, das von 6 (absolute Sonderleistung) bis 1 (kompletter Ausfall) reicht, kommt das Daypack Modell Samsonite Securipak bei mir mit Note 5,25 durch.

Übrigens

Rucksäcke sind oft mit einer erstaunlichen Anzahl an Riemen und Straps ausgestattet. Nicht immer weiss man ganz genau, wofür diese Teile gut sein sollen.

So ging es mir beim Samsonite Securipak zunächst auch. Wofür soll der Riemen mit Gummizug auf der Rückseite gut sein?

Samsonite Securipak Rucksack als Halter fürs Smartphone im ÖV.

Auf einer Schifffahrt auf dem Lage Maggiore kam mir die entscheidende Idee: Man könnte unter diesem Riemen sein Smartphone befestigen. Und siehe da: Das klappte sehr gut, das Handy rutscht mir so nicht mehr vom Sitz oder vom Klapptisch.

Das funktioniert so natürlich auch in der S-Bahn, im Tram oder im Bus. Und das ist wohl ein Befund, der so für Stadt und Land seine Richtigkeit hat.