Here & There
De Luxe Frankfurts neues Luxusrefugium «The Florentin»
Silvia SchaubManchmal braucht es nur einen Schritt über die Türschwelle – und man fühlt sich in einer Gegenwelt wieder, die man am liebsten gar nicht mehr verlassen möchte. Genau dieses Gefühl stellt sich beim Besuch im Hotel «The Florentin» in Frankfurt ein. Etwas abseits der Innenstadt, in einem Villenviertel in Sachsenhausen gelegen, bleibt die Geschäftigkeit und den Lärm der pulsierenden Metropole augenblicklich vor der Tür.
Schon die frühere «Villa Kennedy» an diesem Standort war eine Adresse mit Ausstrahlung, zog internationale Gäste an und sorgte regelmässig für Schlagzeilen. Das neue, erst im vergangenen Dezember eröffnete The Florentin setzt hingegen bewusst auf Diskretion.
Das Haus – bereits Mitglied der Leading Hotels of the World – ist Teil der Althoff Collection, der noch einzigen inhabergeführten Luxushotelmarke Deutschlands, die in der Schweiz unter anderem die Ameron-Hotels in Davos, Luzern und Zürich betreibt.
«Wir haben ein Haus geschaffen, das nicht laut sein muss, um Wirkung zu entfalten. The Florentin steht für Quiet Luxury, der bleibt – in der Architektur, im Design, in der Gastlichkeit», sagt denn auch Boris Messmer, General Manager.
Ein Haus mit eigener Handschrift
Dieser Anspruch beginnt schon am Haupteingang, der von der vielbefahrenen Hauptstrasse auf eine ruhige Wohnseite verlegt wurde. Die Lobby wird hier nicht pompös inszeniert, sondern empfängt die Gäste stattdessen mit dunklen Farben und dezent eingesetztem Licht – wie ein schützender Kokon. Es ist ein Ankommen, das bewusst entschleunigt. Diskreter, aufmerksamer Service begleitet diesen ersten Eindruck – präsent, ohne sich aufzudrängen, und ganz auf die Bedürfnisse einer internationalen, designaffinen Klientel ausgerichtet.
Spätestens beim Gang durch den Palmengang zu den Zimmern wird deutlich, dass das The Florentin gestalterisch eine ganz eigene Handschrift entwickelt hat. Verantwortlich dafür ist das Studio «Unscripted Design» aus Singapur, das die 147 Zimmer und Suiten eingerichtet hat. Diese beginnen bei grosszügigen 35 Quadratmetern, während die Royalsuite mit 322 Quadratmetern zu den grössten Europas gehört.
Originell sind die Signature-Suiten: «The Composer» mit einem Bechstein-Flügel oder «The Explorer» mit sorgfältig kuratierten Reisefundstücken aus aller Welt. Der Stil folgt einem warmen Minimalismus, der sich auf das Wesentliche konzentriert, dabei aber auf hochwertige Materialien wie Bronze, Fior-di-Pesco-Marmor und vor allem Kastanienholz setzt. Apropos Holz: Dieses zieht sich wie ein roter Faden durch das Haus – sei es geschnitzt, furniert oder geköhlt. Auch die grosszügig bestückte Minibar im Zimmer fällt angenehm auf.
Licht, Architektur und Atmosphäre
Ein zentrales Gestaltungselement ist die gekonnt inszenierte Lichtführung von «Licht Kunst Licht». Dekorative Leuchten verleihen den Räumen eine wohnliche Atmosphäre. Dem Tagesverlauf angepasst, verändert sich in den öffentlichen Räumen auch das Licht – je später die Stunde, je wärmer das Licht.
Architektonisch überzeugt der Gebäudekomplex durch die Verbindung der historischen Villa Speyer aus dem Jahr 1901 mit den in den frühen 2000er-Jahre ergänzten Flügelbauten. Dadurch entstand ein Geviert mit Innenhof – ein prägendes Merkmal des Hauses. Er zaubert mit Zitrus- und Orangenbäumen sowie einer amerikanischen Eiche ein mediterranes Ambiente an den Main und dient auch als verlässlicher Orientierungspunkt des Hotels.
Die öffentlichen Räume in der Villa wurden vom Zürcher Designstudio «atelier zürich» gestaltet. Die ehemalige Residenz einer Bankiersfamilie zeigt sich in einem eklektischen Stil, der historische Elemente mit zeitgenössischem Design verbindet – vom denkmalgeschützten Holzfachwerk in der Lobby über das Damenzimmer und den Blauen Salon bis hin zur Wein Lounge. Ein wahrer Augenschmaus mit ausgesuchten Möbeln, überraschenden Tapeten und einer gelungenen Symbiose als Alt und Modern.
Genuss in all seinen Facetten
Selbstverständlich gehört zu einem Haus dieser Kategorie auch ein Spa, schliesslich soll hier das Thema «Blesure» – die Symbiose aus Business und Leisure – gelebt werden. Auf rund 1000 Quadratmetern erstreckt sich ein lichtdurchfluteter Bereich mit diversen Treatment-Räumen, Gym, Pool und Saunen – ein Rückzugsort für Geschäftsreisende ebenso wie für urbane Geniesser.
Kulinarisch bietet das Hotel mit dem «The Garden» direkt am Innenhof eine elegante Bühne für modern interpretierte, europäische Klassiker wie Schnitzel mit Frankfurter Grüner Sauce, Bouillabaisse oder Trüffel-Pommes. Ein wahres Erlebnis ist der Besuch im «the dune», in dem man sozusagen unter einem Sternenhimmel diniert.
Hier zeichnet Niclas Nussbaumer, einer der begabtesten jungen Köche Deutschland verantwortlich. Seine Küche folgt der Philosophie des Hauses mit Gerichten, die geprägt sind von Präzision, Klarheit und der Reduktion auf das Wesentliche. Seine mutige Aromenküche ist eine Melange zwischen klassischer französischer Küche und Einflüssen der japanischen Küche.
Und da ist auch noch die Bar, geprägt von Maxim Kilian, der sich als einer der Pioniere der deutschen Craft-Cocktail-Szene einen Namen gemacht hat. Sie ist ein Ort zum Ankommen und Verweilen – ebenso wie die stilvolle Cigar Lounge, die das Angebot abrundet.
Das The Florentin hebt sich nicht nur durch die ruhige Lage abseits der Innenstadt und nur wenige Gehminuten vom Museumsufer ab, sondern vor allem auch durch seine Haltung: Hier wird Luxus nicht inszeniert, sondern subtil erlebbar gemacht. Definitiv ein Refugium für anspruchsvolle Reisende, die inmitten der Grossstadt Ruhe suchen – und dabei dennoch auf nichts verzichten möchten. Ein Doppelzimmer ist ab 495 Euro pro Nacht erhältlich. Mehr Informationen unter theflorentin.com.