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«Die Verfügbarkeiten in Namibia sind generell beschränkt»
Reto SuterAm Montagvormittag (1. Juni 2026) hob erstmals ein Flugzeug der Edelweiss von Zürich nach Namibia ab. Der Airbus A350 startete um 10.15 Uhr mit 285 Passagieren an Bord in Richtung Windhoek – eine Verbindung, auf die Schweizer Afrika-Spezialisten seit Jahren gewartet hatten und die auch bei den Reisenden auf grosses Interesse stösst.
«Wir spüren eine deutlich höhere Nachfrage nach Namibia-Reisen – insbesondere auch bei kurzfristigeren Buchungen», sagt Yannick Stampfli, Product Manager Southern Africa bei Knecht Reisen, auf Anfrage.
Auch Petra Buller, Geschäftsführerin von Africa Design Travel, bestätigt: «Seit der Ankündigung der Direktflüge spüren wir durchaus zusätzliches Interesse.» Der Rückenwind durch die neue Verbindung sei spürbar. «In einem ruhigeren geopolitischen Umfeld wäre er derzeit aber wohl noch stärker», so Buller.
Besonders geschätzt werde der Flugplan: Weil der Rückflug erst am Abend ab Windhoek startet, brauche es keine zusätzliche Übernachtung vor der Heimreise. «Das werten wir ebenfalls als Pluspunkt.»
Etwas zurückhaltender fällt die Einschätzung von Dreamtime Travel aus. Tanja Abächerli, Mitinhaberin und Co-Geschäftsführerin, sagt: «Die neue Verbindung schafft zusätzliche Aufmerksamkeit und macht Namibia für viele Reisende noch attraktiver.» Einen markanten Nachfrage-Effekt allein durch den Direktflug beobachte man bisher aber nicht: «Namibia gehört bei uns schon lange zu den besonders gefragten Afrika-Destinationen.»
Früh buchen lohnt sich
Die neue Direktverbindung nach Namibia dürfte den Run auf Lodges und Mietwagen nach Einschätzung der Schweizer Afrika-Spezialisten zusätzlich anheizen. Dreamtime Travel empfiehlt schon seit Jahren, Namibia möglichst früh zu buchen.
Beliebte Lodges und kleinere Unterkünfte seien teilweise rasch ausgebucht, so Co-Geschäftsführerin Tanja Abächerli. «Die Verfügbarkeiten in Namibia sind generell beschränkt.» Aktuell seien zwar weiterhin Plätze verfügbar – vor allem für flexible Reisende. Mit den neuen Direktflügen könnte sich der Buchungsdruck aber weiter erhöhen, sagt sie.
Auch Petra Buller von Africa Design Travel beobachtet punktuell knappe Verfügbarkeiten – sowohl bei Unterkünften als auch bei Mietwagen. Das bedeute aber nicht, dass nichts mehr möglich sei. «Mit einer guten Planung, etwas Flexibilität und unserer Destinationskenntnisse lassen sich auch bei knapperen Verfügbarkeiten weiterhin sehr schöne Reisen zusammenstellen», erklärt die Geschäftsführerin von Africa Design Travel.
Deutlicher wird Yannick Stampfli von Knecht Reisen. Vor allem während der Sommer- und Herbstferien seien die Kapazitäten bereits heute stark ausgelastet – insbesondere bei den Unterkünften. Bei Neubuchungen brauche es teilweise Flexibilität.
Gleichzeitig sieht er weiterhin Chancen für spontane Reisende. «Wer mit Camper und Dachzelt unterwegs ist oder ausserhalb der Schulferien reist, findet oft noch bessere Verfügbarkeiten», sagt Stampfli. Sein Fazit: Die Bettenzahl in Namibia wächst zwar – die Nachfrage derzeit aber noch schneller.
Immer mehr Familien entdecken Namibia
Bei Dreamtime Travel sind klassische Selbstfahrerreisen mit Mietwagen oder Camper besonders gefragt. Gleichzeitig registriert Mitinhaberin Tanja Abächerli ein wachsendes Interesse von Familien. Gründe dafür seien die gute touristische Infrastruktur, das hohe Sicherheitsgefühl im Land und die Kombination aus Tierbeobachtungen, Naturerlebnissen und aktiven Ferien.
Auch Yannick Stampfli von Knecht Reisen sieht Individualreisen klar im Vordergrund. Nebst Selbstfahrerferien seien auch privat geführte Rundreisen sowie Aufenthalte in Lodges sehr beliebt. Auffällig sei zudem eine Entwicklung bei den Familien: «Die Nachfrage von Familien mit Kindern im Teenager-Alter hat zuletzt spürbar zugenommen», sagt er.
Für Petra Buller von Africa Design Travel geht die Bedeutung der neuen Direktverbindung über einzelne Zielgruppen hinaus. Sie sieht darin vor allem eine Chance, Namibia stärker ins Blickfeld zu rücken und für Schweizer Reisende noch einfacher zugänglich zu machen. Wie stark sich dieser Effekt am Ende auf die Nachfrage auswirke, werde aber auch davon abhängen, wie sich die allgemeine Reiselust in den kommenden Monaten entwickle.