Future
Swiss Fair Trade übernimmt das Steuer bei Fairunterwegs
Die traditionsreiche Anlaufstelle Fairunterwegs, die seit fast fünf Jahrzehnten als moralischer Kompass für verantwortungsbewusstes Reisen fungiert, ist gerettet. Nachdem finanzielle Engpässe – verursacht durch den Rückzug wichtiger Geldgeber wie der DEZA – Ende 2025 zur vorläufigen Einstellung des Betriebs und zur Entlassung der fünfköpfigen Belegschaft geführt hatten, steht nun die Nachfolgelösung fest. Über eine mögliche Rettung berichtete Travelnews am 13. April.
Die Rettung kommt in Form eines Mandatsmodells. Der Dachverband Swiss Fair Trade wird das Portal künftig unter seinem Dach weiterführen. Auf der entscheidenden Mitgliederversammlung am Dienstagabend stimmten die Beteiligten dem Plan klar zu.
Das Ziel ist effizient: Die bestehende Geschäftsstelle von Swiss Fair Trade nutzt ihre Expertise in den Bereichen soziale Gerechtigkeit und fairer Handel, um die Inhalte von Fairunterwegs am Leben zu erhalten.
Ein neuer Vorstand
Mit der Neuausrichtung wurden auch die Statuten angepasst und ein kompetentes Führungsteam gewählt, das im Tourismus und in der Entwicklungszusammenarbeit verwurzelt ist:
- Hans-Peter Egler: Experte für internationale Projektarbeit (u.a. SECO und DEZA).
- Claudio Juen: Spezialist für Menschenrechte und Nachhaltigkeit im Tourismus.
- Susanne Reber: Fachfrau für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung im Globalen Süden.
- Tobias Meier: Präsident von Swiss Fair Trade und Kenner der «Tourism for SDGs»-Initiativen.
«Fairunterwegs und Swiss Fair Trade teilen die gleiche Vision eines nachhaltigen Wirtschaftens», erklärt Tobias Meier. Man wolle die aufgebauten Strukturen nicht nur sichern, sondern gezielt weiterentwickeln.
Die neue Ära von Fairunterwegs soll mehr sein als eine reine Verwaltung des Status quo. Geplant ist ein starkes Netzwerk, das Nachhaltigkeit und Menschenrechte in der Branche aktiv stärkt. Das Portal soll Reisenden künftig noch konkretere Wege aufzeigen, wie faires Reisen in der Praxis funktioniert und wie lokale Wertschöpfung in den Destinationen gefördert werden kann.
Für Reisende und die Reisebranche ist dies ein wichtiges Signal: Das Know-how über menschenwürdige Arbeitsplätze und ökologische Verantwortung im Tourismus bleibt der Schweiz erhalten.