Flug

Ein Phenom-Privatjet von JetSuite: Qatar Airways bestimmt jetzt mit, wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Bild: Drewski2112

Grosse Airlines kaufen sich im Privatjet-Segment ein

Mit Qatar Airways beteiligt sich ein grosser internationaler Carrier am Privatjet-Anbieter JetSuite. Das spricht für die zunehmende Wichtigkeit solcher alternativen Flugformen.

Am Montag berichtete Travelnews.ch über das wachsende Interesse aus der Schweiz an Privatjet-Flügen, welche im Einzelplatzverkauf verfügbar sind. Zwei Anbieter, Surf Air und JetClass, haben in der Schweiz in diesem Bereich einen deutlichen Angebotsausbau bekannt gegeben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man erhält die Annehmlichkeiten von Privatjet-Flügen zu Preisen kaum höher als herkömmliche Flugtickets.

Auch in den USA bewegen Privatjet-Charteranbieter vermehrt ins Segment des Einzelplatzverkaufs. Dort werden vor allem von grossen Carriern nicht bediente Strecken komfortabel und eben auch immer preisgünstiger bedient. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis grössere Airlines die Fühler in dieses wachsende Segment ausstrecken. Bereits im letzten Herbst hatte sich der US-Carrier Jetblue am Privatjet-Charterer JetSuite beteiligt.

Gestern (10. April) wurde nun bekannt, dass mit Qatar Airways ein grosser internationaler Carrier eine Minderheitsbeteiligung an JetSuite und damit indirekt auch an deren Privatjet-Einzelplatzverkaufs-Ableger JetSuiteX übernimmt. Die Höhe der Beteiligung in Prozent oder in Cash wurde nicht kommuniziert. In einem Communiqué wird der CEO der Qatar Airways Group, Akbar Al Baker, folgendermassen zitiert: «Wir glauben, dass JetSuite und JetSuiteX mit ihren Geschäftsmodellen komplementär zu Qatar Airways sind. Beide bieten einen hochklassigen Service im US-Markt, mit riesigem Entwicklungspotenzial. Wir freuen uns, gemeinsam mit JetBlue und weiteren Investoren dieses Geschäftsmodell voranzutreiben.»

JetSuite, mit Sitz in Irvine nahe Los Angeles, wird primär den Ausbau des eigenen Angebots im Westen der USA vorantreiben. JetSuiteX fliegt aktuell zwischen Las Vegas und den kalifornischen Städten Burbank, Concord, Oakland, San Jose und Mammoth. Ein Ausbau in weitere US-Regionen sei geplant. Über die eventuelle Schaffung internationaler Ableger, wie es etwa Surf Air gemacht hat, wurde nichts gesagt.

Das Investment von Qatar Airways lässt sich auch dahingehend erklären, dass man inmitten der zähen Diskussionen um Open Skies zwischen den USA und den Golfstaaten nun eben auf diesem Weg im lukrativen US-Flugmarkt mitmischen kann. Qatar Airways verfolgt bekanntlich eine globale Investmentstrategie, welche sich bislang in diversen Minderheitsbeteiligungen bei namhaften Carriern wie Cathay Pacific, der International Airlines Group (British Airways & Iberia), der LATAM Airlines Group oder der aufkommenden Air Italy niederschlägt. Das Investment bei einem Privatjet-Charterer bzw. -Einzeplatzverkäufer ist eine interessante und vielsagende Erweiterung in diesem Portfolio.

(JCR)