Flug

Air Berlin ist bis auf Weiteres noch in der Luft - ohne dass sich Kunden Sorgen machen sollen. Bild: SueSun

«Air Berlin ist weiterhin zahlungsfähig»

Die Liquidität des Unternehmens ist für fast 18 Monate weiter gesichert. Konkretes zur unmittelbaren Zukunft kam auf der heutigen Hauptversammlung aber nicht hervor.

In der akuten Krise von Air Berlin trafen sich die Eigentümer der Fluggesellschaft am heutigen Mittwoch (14. Juni) zur Hauptversammlung in London. Wichtigste Erkenntnis daraus: Die hoch verschuldete Fluggesellschaft ist nach eigener Darstellung weiter zahlungsfähig. «An unserer Aussage vom April, wonach die Liquidität des Unternehmens gesichert sei, hat sich nichts geändert», betonte Unternehmenschef Thomas Winkelmann.

Grossaktionär Etihad hat der angeschlagenen Airline im April in einem «Letter of Support» weitere Unterstützung für mindestens 18 Monate zugesagt. Darauf stützt sich Air Berlin. Die arabische Gesellschaft, die 29,2% der Anteile an Air Berlin besitzt, hält das Unternehmen seit Jahren mit Finanzspritzen in der Luft.

Fokus auf Zuverlässigkeit

Flüge von Air Berlin sind nach Angaben von Winkelmann zudem wieder zuverlässig und pünktlich unterwegs. «Wir können uns für die Probleme im April und Mai nur entschuldigen», sagte der Manager auf der Hauptversammlung. Air Berlin sei wieder eine sichere, pünktliche und zuverlässige Fluggesellschaft. Seit dem 1. Juni sei der Flugplan stabil, die Pünktlichkeit wieder über 80 Prozent, Streichungen gebe es nur aus technischen Gründen.

Seit Ende März - dem Beginn des Sommerflugplans - waren bei Air Berlin immer wieder Verbindungen ausgefallen oder hatten mitunter grosse Verspätung. Winkelmann räumte fehlerhafte Planung bei der Neuordnung des Netzes ein. Es habe teilweise an Flugzeugen und Kabinenpersonal gefehlt. Inzwischen wurden Flüge an andere Airports verlagert oder auch ganz gestrichen. Auch der neue Bodenabfertiger in Berlin-Tegel arbeite nun stabiler - wenn auch noch nicht ideal.

Wie geht es generell weiter?

Trotz dieser erfreulichen Meldungen konnten nicht alle Sorgen zerstreut werden. Im Raum stand unter anderem die Frage, weshalb eine Voranfrage auf Prüfung einer Bürgschaft an die deutschen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Berlin eingereicht wurde. Dies gehöre laut Winkelmann zu vorausschauender Unternehmensführung: «Wir loten alle Möglichkeiten aus - für alle Fälle.» Die Bürgschaftsanfrage habe nichts mit den jüngst geplatzten Verhandlungen zwischen Etihad und dem TUI-Konzern über eine gemeinsame Ferienfluggesellschaft der Air-Berlin-Tochter Niki mit Tuifly zu tun, führte Winkelmann weiter aus. Durch Letzteres war ein wichtiger Teil des Sanierungsplans für Deutschlands zweitgrösste Fluggesellschaft weggebrochen.

(JCR/AWP)