Flug
Warum Airlines immer stärker auf die Business Class setzen
Business und First Class gewinnen für klassische Netzwerk-Airlines weiter an Bedeutung. Laut einer Analyse der Unternehmensberatung McKinsey wächst in Europa und Nordamerika der Anteil der Premiumkabinen an Sitzen, Passagieren und vor allem am Umsatz.
Besonders auf stark nachgefragten Langstrecken zeigt sich der Trend deutlich: Eine Business Class kann laut den Beratern beinahe gleich viel Umsatz generieren wie die gesamte Economy Class, benötigt dafür aber deutlich weniger Platz an Bord.
Die Entwicklung lässt sich laut dem Branchenportal «Reise vor 9» bereits bei grossen Airlines beobachten. Delta Air Lines steigerte ihren Premiumumsatz 2025 um sieben Prozent, während die Erlöse in der Economy zurückgingen. Bei United Airlines lag das Plus sogar bei elf Prozent. Delta erzielte im vierten Quartal erstmals mehr Umsatz mit Premiumkabinen als mit der Hauptkabine. Dabei verändert sich auch die Kundschaft.
Kundschaft wandelt sich
Das alte Bild vom spät buchenden Geschäftsreisenden greift nach Beobachtungen der Berater nicht mehr. Immer häufiger greifen Freizeitreisende, Hybridarbeiter oder Kunden, die sich bewusst mehr Komfort leisten möchten, zu Business-Class-Tickets.
Das hat Folgen für die Tarifmodelle: Einige Airlines testen bereits günstigere Business-Light-Angebote mit eingeschränkten Leistungen – etwa ohne Loungezugang, Gepäck oder flexible Umbuchungen.
McKinsey sieht darin grosses Potenzial, aber auch höhere Risiken. Weil Premiumkabinen kleiner sind, wirken sich Fehlprognosen stärker aus. Airlines investieren deshalb zunehmend in Datenanalysen, dynamische Preissteuerung und KI-gestützte Systeme, um die wenigen Premiumsitze möglichst gewinnbringend zu verkaufen.