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Die künftigen Gruppenbuchungsregeln der Lufthansa Group sorgen in der Reisebranche für Diskussionen. Bild: LH Group

Zoff um neue Gruppenregeln der Lufthansa Group

Neue Gebühren, höhere Risiken: Die Lufthansa Group verschärft ihre Bedingungen für Gruppenbuchungen und verärgert damit die Reisebranche. Der Schweizer Reise-Verband (SRV) spricht von einem «grundlegenden Systemwechsel» und stellt sich klar dagegen.

Die Lufthansa Group zieht mit neuen Konditionen für Gruppenreisen den Unmut der Reisebranche auf sich. Ab dem 5. Mai 2026 sollen Buchungen über «Book-a-Group» deutlich früher kostenpflichtig werden. Bereits 180 Tage vor Abflug wird eine volumenabhängige «Reservation Fee» fällig. Gleichzeitig steigen die Stornogebühren in einer Phase, in der viele Gruppenreisen noch gar nicht gesichert sind.

Beim Schweizer Reise-Verband (SRV) stossen die Pläne auf scharfe Kritik. Man beurteile die Anpassungen «in der vorliegenden Form als nicht praktikabel», heisst es im aktuellen Newsletter. Besonders ins Gewicht fällt aus Sicht des Verbands, dass die bisher klare Trennung zwischen Optionsphase und Stornoregelung aufgehoben wird. Damit würden wirtschaftliche Risiken massiv vorverlagert – in einen Zeitraum, in dem viele Reisen noch nicht vollständig verkauft und kalkulatorisch abgesichert seien.

Der SRV warnt, dass dadurch die Planbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Gruppenreisen erheblich eingeschränkt werde. Entscheidungen über die definitive Durchführung fielen oft erst zwei bis vier Monate vor Abreise. Künftig entstünden jedoch bereits während der laufenden Verkaufsphase zusätzliche Kosten.

Entsprechend deutlich hat der Verband seine Position bei der Lufthansa Group deponiert. Man fordere, die Umsetzung auszusetzen und gemeinsam mit der Branche tragfähige Lösungen zu entwickeln. Ziel müsse es sein, sowohl den wirtschaftlichen Anforderungen der Airlines als auch den operativen Realitäten der Veranstalter gerecht zu werden.

Bei Lufthansa zeigt man laut SRV zumindest teilweise Verständnis. Die Rückmeldungen – etwa zu Leser- und Studienreisen oder zu Partnern mit hoher Realisierungsquote – seien «absolut berechtigt» und würden in die laufenden Diskussionen einfliessen. Am grundsätzlichen Ansatz wolle der Konzern jedoch festhalten.

(TN)