Flug

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Aufatmen beim Star-Alliance-Mitglied Asiana Airlines. Bild: Shimin Gu/Wikimedia/GNU Free Documentation License 1.2

Wenn der Autobauer Grossaktionär bei der Fluggesellschaft wird

Der Hyundai-Konzern übernimmt die Kontrolle über die zweitgrösste südkoreanische Airline Asiana. Die in finanziellen Nöten steckende Airline dürfte damit gerettet sein.

Die südkoreanische Fluggesellschaft Asiana Airlines - ein Mitglied des Luftfahrtverbunds Star Alliance - kämpft seit Monaten ums Überleben. Besonders drückend sind einerseits ein Schuldenberg in Höhe von 8,3 Milliarden Dollar und andererseits die harte Konkurrenz durch Low-Cost-Gesellschaft im asiatischen Raum. Der aktuelle Hauptaktionär Kumho Industrial, welcher nicht für eine Reduktion der Schuldenlast einstehen wollte, schrieb im Frühjahr seinen Anteil von 31,05 Prozent der Aktien zum Verkauf aus. Nun scheint eine Lösung gefunden zu sein.

Das ebenfalls südkoreanische Industriekonglomerat Hyundai Development wurde als «prioritärer Bieter» vor weiteren Interessenten auserkoren. Dieses gehört zur Hyundai Group, welche hierzulande vor allem als Autobauer (Hyundai und Kia) bekannt ist, aber auch im Bereich der Schiffahrt (Werften, Handelsschiffe), dem Baugeschäft, den Aufzügen, im Retailing und noch weiteren Industrien tätig ist. Laut «Reuters» hat Hyundai Development mit dem Börsenmakler Mirae Asset Daewoo ein Konglomerat gebildet, welches bereit ist, 2,5 Billionen (rund 2,2 Milliarden Franken) für die Anteile und die Managementrechte an Asiana sowie neu herauszugebende Aktien einzuschiessen. Das Geld solle sowohl für den Schuldenabbau als auch für Investitionen in neue Geschäftsfelder genutzt werden. Hyundai selber äusserte sich nicht zum Verkaufspreis.

Klar ist jedenfalls, dass Hyundai nicht der einzige Bieter war. So habe Kumho Industrial für deren Aktienanteil auch Angebote von einem Konsortium erhalten, an dessen Spitze Aekyung - die Muttergesellschaft von Südkoreas grösster Lowcost-Fluggesellschaft Jeju Air - war. So bleibt Asiana Airlines vor dem Zugriff von Konkurrenten bewahrt.

Asiana besitzt eine Flotte mit über 80 Maschinen, darunter auch Airbus A350XWB und Airbus A380. Die Airline bedient über 90 Ziele, darunter auf der Langstrecke auch europäische Hubs wie Frankfurt, London-Heathrow oder Paris-CDG. Spannend am Deal mit Hyundai ist inbesondere eine Aussage vom Vorsitzenden von Hyundai Development, Chung Mon Gyu, welche dieser gegenüber der Zeitung «Korea Herald» gemacht hat. Die Übernahme von Asiana sei ein weitere Schritt , um eine Gruppe im Bereich der Mobilität zu werden. Nach den Autos und den Schiffen hat Hyundai nun also bald auch in der Luftfahrt die Finger im Spiel.

(JCR)