Ferienland Schweiz

In Broc FR entsteht der «Parc du chocolat Cailler» mit zwei Hotels und einer Jugendherberge. Bild: Cailler

Schokoladenpark von Cailler peilt eine Million Besucher an

Das Maison Cailler in Broc FR wird zu einem Themen-Freizeitpark umgewandelt – dank Investitionen von 400 Millionen Schweizer Franken.

Die Freiburger Gemeinde Broc bereitet den Weg für ein touristisches Grossprojekt von internationaler Strahlkraft: Noch im März werden die Pläne für den künftigen «Parc du chocolat Cailler» öffentlich aufgelegt. Mit einem Investitionsvolumen von 400 Millionen Schweizer Franken soll das heutige Maison Cailler von einer Ausstellungsfläche von 2000 Quadratmetern auf ein rund 30'000 Quadratmeter grosses Themenareal anwachsen.

Das Ziel der Projektinitiatoren vom Verein Gruyère-Chocolat und der Investorengruppe Jogne Invest ist ambitioniert: Man wolle Broc wieder zur Welthauptstadt der Schokolade machen und die jährlichen Besucherzahlen von dem Rekordwert aus dem Jahr 2025 mit rund 480'000 Gästen auf künftig eine Million verdoppeln. Dabei steht nicht die Schaffung eines reinen Vergnügungsparks im Vordergrund, sondern die Aufwertung des kulturellen und industriellen Erbes der ältesten noch bestehenden Schokoladenmarke der Schweiz, die bereits seit 125 Jahren an diesem Standort produziert wird.

Das umfassende Bauvorhaben sieht eine Erweiterung des Besucherzentrums sowie neue Gebäude für Ausstellungen, Gastronomie und Verkauf vor, ergänzt durch grosszügige Aussenanlagen. Um die Aufenthaltsdauer der Gäste von derzeit anderthalb Stunden auf bis zu sechs Stunden zu verlängern, wird das Angebot durch ein vielfältiges Hotelkonzept ergänzt. Geplant sind ein 3-Sterne-Hotel mit 120 Zimmern, ein 4-Sterne-Hotel mit 60 Zimmern sowie eine Jugendherberge für Gruppen, die oberhalb des Parks im Ortsteil En Liaubon angesiedelt werden. Ein integrierter Wellnessbereich, ein Seminarzentrum und ein Museum für Automobilinnovation sollen zusätzliche Anreize für Mehrtagesbesuche im Greyerzerland schaffen.

Direkte Bahnanbindung

Die Mobilität spielt bei der Planung eine zentrale Rolle, um die Gemeinde Broc mit ihren 2900 Einwohnern vor übermässigem Verkehrsaufkommen zu schützen. Die Verantwortlichen streben an, dass künftig 50 Prozent der Besucher mit dem Zug anreisen, wofür die Haltestelle «Broc-Chocolaterie» direkt vor dem Parkeingang genutzt werden kann. Für den Individualverkehr ist eine neue Tiefgarage mit 700 Stellplätzen geplant, von der aus eine Gondelbahn die Gäste zum Gelände befördert. Auf Kritik der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission sowie der Denkmalpflege wurde bereits reagiert: Das Projekt wurde neu dimensioniert, um das historische Fabrikgelände zu respektieren, wobei mehrere denkmalgeschützte, leerstehende Gebäude saniert werden.

Finanziert wird der Ausbau durch private Investoren der Jogne Invest, während Nestlé Schweiz als Markeneigentümerin und Betreiberin der Fabrik fungiert und parallel rund 9 Millionen Franken in die Modernisierung der Produktion investiert. Sofern die öffentliche Auflage und die weiteren Bewilligungsverfahren nach Plan verlaufen, wird der Baustart für das Jahr 2027 angestrebt. Das Maison Cailler soll während der gesamten Bauzeit in Betrieb bleiben, bevor es in einer zweiten Phase ab 2033 durch eine moderne Architektur ersetzt wird. Die Eröffnung der ersten grossen Bauetappe ist für das Jahr 2030 vorgesehen.

(TN)