Destinationen

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Matthias von Wyss (Goût & Région, Noiraigue) mit dem Absinth-Brunnen.

Auf den Spuren des Absinth im Val de Travers

An der Fespo waren wenige Aussteller Schweizer Zielgebiete zugegen. Dabei hat unser Land so viel zu bieten.

An der aktuellen Fespo lassen sich die Anbieter Schweizer Destinationen leider an einer Hand abzählen. Den Aufwand eines Messeauftritts haben lediglich das Appenzellerland sowie die Region «Jura/Drei-Seen-Land» auf sich genommen. An sich erstaunlich, weil doch unser Land viel zu bieten hat und zahlreiche Besucher für Ferienaufenthalte begeistern könnte. Schliesslich reisen die Schweizer im Schnitt im Jahr einmal fern und mehrere Male in nähere Ziele – gerne auch innerhalb der Schweiz.

DIeser Umstand überrascht auch Matthias von Wyss. Der gebürtige Zürcher, der aber seit Kindsbeinen im Neuenburgerland lebt, fällt am Stand von Jura/Drei-Seen-Land mit einem Absinth-Brunnen auf. Serviert wird den Besuchern zwar kein echter Absinth, sondern ein überraschend gut schmeckender Absinth-Sirup. Was leider immer noch viel zu wenige Schweizer wissen: Das erst seit wenigen Jahren wieder legal käufliche alkoholische Getränk wurde in Couvet NE erfunden. Über viele Jahre wurde vor allem im Neuenburger Hinterland, primär im Val de Travers, illegal Absinth gebrannt.

Heute ist die so genannte «Grüne Fee» eine zentrale Attraktion der Region. Die «Route de l'Absinthe» führt von Noiraigue, nahe dem berühmten Canyon des Creux-du-Van, durch diverse Ortschaften im Kanton Neuenburg bis hinüber nach Pontarlier, im angrenzenden Frankreich. 74 Partnerunternehmen, vorab aus dem Gastronomiebereich, säumen die Strasse und laden zum Verweilen ein. Besonderes Highlight: Die "Fontaines des Fees" - an drei Quellwasserbrunnen sind mehr oder weniger gut versteckt Flaschen mit Absinth zu finden. Dieser kann dann gleich mit dem frischen Brunnenwasser verdünnt und vor Ort konsumiert werden.

Schokolade, Likör und Mietvelos

Matthias von Wyss führt unter anderem das Unternehmen Goût & Région, in der Boutique de la gare de Noiraigue, entlang der Absinth-Strasse. Dort verkauft er Absinth sowie zahllose Artikel, welche mit dem sagenumwobenen Getränk zu tun haben. Natürlich wird auch zu Degustationen geladen. Doch damit nicht genug: Es gibt auch aromatisierte Schokoladen – ja man kann sogar selber Schokolade herstellen.

Und weil Schokolade und der Likör auf Basis von Wermutkraut nicht unbedingt gut für die Linie sind, bietet von Wyss auch gleich Mietvelos, in der Regel Elektrovelos, mit welchen sich die wunderbare Region um Noiraigue erkunden lässt. Von Wyss hofft, dass nicht zuletzt dank dem Fespo-Auftritt viele Schweizer für ein Wochenende oder auch länger in die Region kommen werden: «Das lokale Gastronomie-Erlebnis ist wunderbar. Inzwischen wird die Absinth-Pflanze auch rege in der Küche benutzt; ihre Bitterkeit erlaubt zahlreiche Kombinationen mit süssen und salzigen Speisen.»

(JCR)