Tourismuswelt
Krieg am Persischen Golf dämpft ITB-Auftakt
Seit Dienstag, um 10 Uhr, ist die 60. ITB Berlin offiziell eröffnet. Die Jubiläumsausgabe wird allerdings von der angespannten Lage am Persischen Golf überschattet. Der Krieg wirkt sich unmittelbar auf die weltgrösste Tourismusmesse aus.
Zahlreiche Aussteller sowie Besucherinnen und Besucher können wegen gesperrter Lufträume im Nahen Osten sowie annullierter Flüge nicht nach Deutschland reisen. Besonders stark betroffen sind Destinationen aus den Golfstaaten sowie Israel.
Das israelische Tourismusbüro sagte seine Teilnahme kurzfristig ab. Auch Vertreter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien stornierten ihre Präsenz und strichen geplante Medienauftritte.
Grosse Solidarität an Eröffnungsgala
Die Auswirkungen reichen jedoch weit über den Nahen Osten hinaus. Viele Reisende aus Asien, Afrika und dem Pazifikraum erreichen Berlin nicht, weil wichtige Drehkreuze wie Dubai, Doha oder Abu Dhabi nur eingeschränkt oder gar nicht operieren.
Direktverbindungen mit Airlines wie Lufthansa, Ethiopian Airlines oder Singapore Airlines reichen nicht aus, um die Ausfälle aufzufangen. Entsprechend dürfte es in den Messehallen spürbar ruhiger bleiben als ursprünglich erwartet.
Auch an der feierlichen Eröffnungsgala am Montagabend war der Konflikt präsent. Mario Tobias, CEO der Messe Berlin, betonte die Solidarität mit allen Betroffenen und hob hervor, man stehe in engem Austausch mit Partnern und Ausstellern, die von den Entwicklungen betroffen seien. Gerade in herausfordernden Zeiten brauche es Plattformen für Dialog und internationale Verständigung wie die ITB.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner unterstrich die verbindende Kraft der Tourismusbranche und sprach von der Bedeutung des persönlichen Austauschs über Ländergrenzen hinweg. Konkrete Zahlen dazu, wie viele Aussteller oder Besucher fehlen werden, nannte jedoch niemand.