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Erste Sonderflüge erfolgen am Dubai International Airport. Reguläre Flüge fallen zumindest bis 4. März 23.59 Uhr weiterhin aus. Bild: HO

Das Update zur Nahost-Eskalation

Die Auswirkungen des Kriegs im Iran und den Nachbarländern hat grosse Auswirkungen auf die Reiseströme und Tourismusindustrie. Das sind die letzten Entwicklungen.

Keine Emirates-Flüge bis und mit 4. März

Aufgrund mehrerer regionaler Luftraumsperrungen hat Emirates bis zum 4. März um 23:59 Uhr (Dubai-Zeit) vorübergehend alle Flüge von und nach Dubai eingestellt. Emirates führt am 3. und 4. März weiterhin eine begrenzte Anzahl von Passagierrückführungs- und Frachtflügen durch. Kunden mit früheren Buchungen werden auf diesen begrenzten Flügen vorrangig berücksichtigt. Die Richtlinie zum Umgang mit Flugausfällen soll Passagieren, die bis zum 10. März reisen, kostenlose Umbuchungs- und Umleitungsoptionen ermöglichen. Emirates-Passagiere können ihre Reise bis zum 20. März zu Zielen innerhalb derselben Region und Buchungsklasse innerhalb desselben Kompartiments umbuchen. Für nicht genutzte Flugcoupons wird eine Rückerstattung gewährt, und Stornierungsgebühren werden erlassen. (3.3./15.50 Uhr)

Verbleibende drei MSC Kreuzfahrten abgesagt

Die MSC Euribia steht im Hafen von Dubai mit Gästen an Bord. Jetzt meldet MSC: «Nach der begrenzten Wiederaufnahme der Flüge aus der Region arbeiten wir eng mit den Fluggesellschaften zusammen, um unseren Gästen die Weiterreise zu ermöglichen. Angesichts des erheblichen Rückstaus und des Ausmasses der Störungen führen die Fluggesellschaften derzeit neue Flüge methodisch durch, was einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Wir stehen weiterhin in Kontakt mit Botschaften und Aussenministerien, um sicherzustellen, dass sie über die relevanten Informationen zu ihren Staatsangehörigen an Bord verfügen und um uns über etwaige Rückführungspläne zu informieren. Derzeit ist die Lage an Bord ruhig. Die Gäste haben uneingeschränkten Zugang zu allen Borddienstleistungen und Einrichtungen, und wir sorgen weiterhin für einen hohen Standard an Betreuung, Komfort und Unterstützung sowohl für die Gäste als auch für die Besatzung.» Die verbleibenden drei für diese Wintersaison geplanten MSC-Kreuzfahrten ab Dubai wurden nun abgesagt, alle betroffenen Gäste wurden kontaktiert und ihnen wurde eine vollständige Rückerstattung angeboten. (3.3./11.35 Uhr)

Sonderflüge aus den VAE gestartet

Die General Civil Aviation Authority der Vereinigten Arabischen Emirate hat die Durchführung von Sonderflügen an Flughäfen des Landes angekündigt, um gestrandeten Passagieren die Ausreise zu ermöglichen. Der erste Flug seit der Luftraumsperrung, der Etihad Airways-Flug EY67 nach London Heathrow Airport, startete am 2. März um 14.39 Uhr Ortszeit vom Zayed International Airport und landete um 19.16 Uhr GMT in London. Mehr als ein Dutzend weiterer Etihad-Flüge starteten von Abu Dhabi zu Zielen wie Amsterdam, Paris, Moskau, Mumbai, Delhi und Riad. Auch Emirates nahm Sonderflüge unter anderem nach London, Manchester, Paris, Amsterdam und Dschidda auf und kündigte an, Kunden mit bestehenden Buchungen vorrangig zu berücksichtigen. (3.3./10.50 Uhr)

Der Dubai International Airport nimmt seinen Betrieb teilweise wieder auf. Bild: Screensho / dubaiairports.ae

Teure Flucht aus der Golfregion

Der Ausbruch des Irankriegs setzt dem Image der Vereinigten Arabischen Emirate als sicherem Hafen für Superreiche ein jähes Ende. Da die regionalen Flughäfen zunehmend lahmgelegt sind und Angriffe sogar Wahrzeichen in Dubai bedrohen, flüchten wohlhabende Ausländer und Finanzmanager nun auf kostspieligen Umwegen aus dem Land, berichtet «Der Spiegel». Private Sicherheitsfirmen organisieren hierfür ganze Flotten von Geländewagen, welche die Evakuierten in einer zehnstündigen Fahrt durch die Wüste in die saudi-arabische Hauptstadt Riad bringen. Von Riad aus, dessen Flughafen weiterhin in Betrieb ist, erfolgt die Ausreise nach Europa mit gecharterten Privatjets. Diese Kombination aus Land- und Luftweg hat die Preise in astronomische Höhen getrieben, wobei einzelne Flüge mittlerweile bis zu 350'000 Dollar kosten sollen. Da alternative Routen über den Oman als zu unsicher gelten, bleibt Saudi-Arabien derzeit der einzige Korridor für die exklusive Fluchtbewegung aus der Krisenzone. (3.3./09.50 Uhr)

Flughafen Paphos evakuiert

Nach einem Drohnenangriff auf den britischen Militärstützpunkt Akrotiri wurde der Flughafen Paphos auf Zypern am Montag evakuiert. Da ein verdächtiges Radarsignal registriert wurde, leiteten die Behörden ankommende Maschinen nach Larnaka um; Easyjet strich vorerst alle Flüge auf die Insel. Während der zyprische Zivilschutz angrenzende Dörfer räumen liess, warnt die US-Botschaft vor einer anhaltenden Drohnenbedrohung in der Region. Hintergrund der Eskalation ist die strategische Rolle der britischen Basis bei Militäreinsätzen im Nahen Osten. (3.3./08.30 Uhr)

Irans Kalkül bei der Gegenattacke

Auf Katar, Kuwait Bahrain und die Arabischen Emirate sind unzählige Drohnen und Raketen aus dem Iran gefeuert worden. Wieso Iran nicht nur militärische Ziele attackiert, sondern auch zivile Häfen, Finanzzentren und Feriendestinationen, erklärt die Politwissenschaftlerin Dania Thafer gegenüber «SRF» so: «Der Iran verfolgt eine klare Strategie. Er will die Kosten dieses Kriegs in die Höhe treiben und die Welt aufschrecken.» In der Hoffnung, der Druck auf die Angreifer steige so weit, dass sie diesen Krieg beenden. (3.3./08.22 Uhr)

TUI plant Rückholung

TUI rechnet mit der Rückholung seiner im Nahen Osten festsitzenden Kunden binnen einiger Tage. Geplant sei, die Feriengäste mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Europa zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel im Programm von «n-tv». Eine konkrete Zahl nannte er nicht. «Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können», sagte Ebel. Erste Flüge sollten nach München gehen. Zudem stünden eigene Flugzeuge von Tui Fly bereit. Diese seien «standby, sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch möglichst zügig abzuholen». «Wir sind mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt», sagte Ebel. Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge von der Sicherheitslage ab. «Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen.» Er gehe jedoch davon aus, dass es «etwas ist, was einige Tage dauern wird». (3.3./08.10 Uhr)

Iran will Meerenge schliessen und droht Schiffen

Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden hat iranischen Medien zufolge die Strasse von Hormus für geschlossen erklärt und angekündigt, jedes Schiff in Brand zu setzen, das die Meerenge dennoch zu passieren versucht. Eine tatsächliche Sperrung der strategisch wichtigen Wasserstrasse könnte gravierende Folgen haben: Rund ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen wird über die Strasse von Hormus transportiert – entsprechend drohen erhebliche Verwerfungen auf den Energiemärkten und ein drastischer Anstieg der Rohölpreise. (2.3./21.40 Uhr)

Flugverkehr in Dubai vor dem Restart

Nach zahlreichen Stornierungen aufgrund des Iran-Krieges bieten die Vereinigte Arabische Emirate nun Sonderflüge für gestrandete Passagiere an. Die Zivilluftfahrtbehörde forderte in einer Erklärung betroffene Passagiere auf, auf eine Benachrichtigung über ihre neue Abflugzeit zu warten. Die emiratische Fluggesellschaft Emirates gab an, ab Montagabend wieder eine begrenzte Zahl von Flügen aufzunehmen. Wie das Unternehmen erklärte, würden zunächst Passagiere mit bereits bestehenden Buchungen bevorzugt berücksichtigt. Zugleich riefen sowohl Emirates als auch die Zivilluftfahrtbehörde Reisende dazu auf, nicht zum Flughafen zu kommen, sofern sie keine entsprechende Benachrichtigung erhalten hätten. Dadurch sollten Menschenansammlungen vermieden und ein reibungsloser Ablauf der Massnahmen gewährleistet werden. Am Samstag hatten die VAE eine teilweise Schliessung ihres Luftraums angekündigt und zugleich alle Flüge an den Flughäfen von Dubai ausgesetzt. (2.3./18.00 Uhr)

Drohneneinschläge in der Nähe von Mein Schiff 4 und 5

Schwarzer Rauch über dem Hafen von Abu Dhabi hat am Sonntag viele Feriengäste schockiert. Nahe der Mein Schiff 4 schlugen zwei Drohnen ein, die laut Behörden ein Lagerhaus am Marinestützpunkt Al Salam trafen. Die Crew brachte alle Menschen an Bord in Sicherheit. Viele Reisende berichten von Angst und Verunsicherung. Die Detonationen ereigneten sich nur wenige hundert Meter vom Liegeplatz der Mein Schiff 4 entfernt. An Bord kam es zu Notfallmeldungen auf den Handys der Gäste. Die Crew bat alle, sich im Inneren aufzuhalten und Fenster zu meiden. Aufgrund der unveränderten Gefahrenlage in der Golfregion hat TUI Cruises nun weitere Kreuzfahrten abgesagt. Neben der für Montag geplanten Abfahrt der Mein Schiff 4 ab Abu Dhabi können auch die ursprünglich ab 8. beziehungsweise 9. März geplanten Reisen nicht planmässig durchgeführt werden. Dies teilte die Reederei in einem Update mit. Gleiches gilt auch für die für den 5. März vorgesehene Abfahrt der Mein Schiff 5 ab Doha.  (2.3./15.30 Uhr)

EDA verschärft Reisehinweise für Ägypten und Zypern

Im Zusammenhang mit dem Krieg am Persischen Golf hat das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) seine Reisehinweise für Ägypten und Zypern angepasst. Im Kapitel «Aktuelles» wird neu darauf hingewiesen, dass die Entwicklung der Lage aufgrund der militärischen Zuspitzung in der Region ungewiss sei. Einschränkungen im Reiseverkehr könnten nicht ausgeschlossen werden, darunter vorübergehende Luftraumschliessungen, Verspätungen oder Annullierungen von Flügen. Reisenden wird empfohlen, die Lageentwicklung aufmerksam zu verfolgen und die Anweisungen der lokalen Behörden zu beachten. (2.3./14.50 Uhr)

(TN)