On The Move

Haben auf der Finca La Bobadilla im Hinterland von Malaga über die Performance von Sunny Cars informiert, von links: Kai Sannwald (Gründer und Co-Geschäftsführer), Alena Wasmer (Marketingleiterin) und Thorsten Lehmann (Co-Geschäftsführer). Bilder: TN

Sunny Cars im Hoch – trotz turbulenter Monate

Gregor Waser

Trump-Dump und Nahost-Eskalation haben den Wachstumskurs des Mietwagenbrokers nicht eingebremst. Das Qualitätskonzept des «Rundum-Sorglos-Mietwagens» baut Sunny Cars weiter aus, wie Travelnews bei einer Ausfahrt ins Hinterland von Malaga erfahren hat.

Der jährliche Medienevent von Sunny Cars erfolgte in diesem Jahr in Andalusien. Ein Dutzend Fachmedien aus Deutschland, Österreich, Belgien und den NIederlanden – sowie Travelnews exklusiv aus der Schweiz – diskutierten in Malaga mit dem Management-Team von Sunny Cars über die jüngste Entwicklung, aktuelle Trends und Innovationen.

Malaga gehört zu den Top-Mietwagenstationen von Sunny Cars, in den Niederlanden Nr. 1 vor Mallorca, in Deutschland und der Schweiz Nr. 2 nach Mallorca. Nicht von ungefähr: Malaga besticht nicht nur als City-Ziel sondern auch als idealer Ausgangspunkt zur ganzjährigen Entdeckung von Andalusien und Städten wie Cordoba, Ronda, Grenada oder Sevilla.

USA und Zypern im Minus, Spanien und Italien im Plus

Gleich um 23 Prozent brachen die USA-Mietwagenbuchungen in der Periode vom 1. Januar bis 17. Mai 2026 ein, geschuldet dem Trump-Effekt, wie Sunny-Cars-Geschäftsführer Thorsten Lehmann begründete. Die Nahost-Eskalation schlug sich wiederum bei den Zypern-Zahlen nieder. Lagen die Buchungen für Zypern bis zum 28. Februar noch 49 Prozent im Plus, sind sie seither um 39 Prozent eingebrochen.

Thorsten Lehmann verweist auf die markante USA-Delle.

Doch unter dem Strich verzeichnet Sunny Cars im ersten Geschäftshalbjahr einen Anstieg der Buchungen um 12 Prozent und ein Umsatzwachstum von 5 Prozent. Erneut peilt der in München domizilierte Mietwagen-Broker über eine Million Buchungen an.

Zum Wachstum im vergangenen Halbjahr trugen die wichtigsten Zielgebiete Spanien, Portugal, Italien und Griechenland bei, bei den Fernzielen liegen Kanada (+ 27%) und Südafrika (+ 18%) deutlich im Plus. Zu den fünf Destinationen mit dem höchsten Plus gehört übrigens auch die Schweiz. 52 Prozent mehr Mietwagen-Buchungen für die Schweiz wurden seit anfangs Jahr getätigt – mit ein Grund für den steilen Anstieg dürfte die aktuell in Zürich und Fribourg laufende Eishockey-Weltmeisterschaft sein.

Stabiles Preisniveau

In den letzten zwei Jahren zeigten sich die Mietwagenpreise sehr stabil und lagen im ersten Halbjahr teils sogar leicht unter dem Vorjahresniveau. Mit Beginn des zweiten Halbjahres im Mai 2026 zeichnet sich jedoch eine Trendwende ab: Die Preise ziehen an und übersteigen erstmals das Niveau des Vorjahres. Für den Sommer 2026 wird mit einer generell guten Verfügbarkeit gerechnet, allerdings warnt Sunny-Cars-Gründer Kai Sannwald vor lokalen Engpässen bei Kleinwagen in der Hochsaison.

Durch das enge Verhältnis mit seinen örtlichen Vermiet-Partnern ist Sunny Cars über die Verfügbarkeiten genau im Bilde. Für 2026 sieht Sunny Cars ein hohes Angebot. Kapazitätsmanagement bleibe dennoch ein zentrales Thema, gerade in stark nachgefragten Sommerdestinationen. «Insgesamt rechnen wir mit einer guten Verfügbarkeit und einem stabilen Angebot. Vermieter planen ihre Flotten heute deutlich vorsichtiger», stellt Sannwald fest. Gerade in Spitzenzeiten zeige sich deshalb, wie wichtig langfristige Partnerschaften sind, um frühzeitig Volumen zu sichern und flexibel reagieren zu können.

Fotobeweis bei Mietwagen-Ärger

Wie Umfragen in den Niederlanden und Deutschland gezeigt haben sorgen sich rund 60 Prozent der Mietwagen-Buchenden über möglichen Ärger bei der Mietwagen-Übernahme und -Abgabe. Ängste drehen sich um mögliche Schäden, die einem nach der Miete angekreidet werden, obwohl diese schon vorher da waren.

Das internationale Medien-Roundtable fand in der Kapelle der Finca La Bobadilla statt.

Auf diesen Umstand hat Sunny Cars nun reagiert und den neuen Service «Car Check» eingeführt. Travelnews hat das Prozedere ausprobiert – es gilt den Wagen von allen Seiten zu fotografieren und die mit Zeitstempel hinterlegten Bilder auf der App hochzuladen. So begeben sich Mietwagen-Gäste beruhigt auf die Autotour, ohne Befürchtungen, dass einem ungerechtfertigte Schäden angelastet werden – ein gutes, einfaches und nützliches Tool, das in den letzten Wochen seit Einführung bereits über 25 Prozent der Sunny-Kunden benutzt haben.

Beetje bij beetje

Dass der Mietwagen-Anbieter weiterhin auf stabilem Kurs unterwegs ist, konnte die Sunny-Crew beim dreitägigen Medienevent in Malaga eindrücklich aufzeigen. Temporäre Dellen in vereinzelten Zielgebieten können aufgegangen werden. Die Qualität der Mietwagen-Leistungen bleibt hoch, nicht zuletzt dank strengen Service Level Agreements mit den rund 200 Mietwagen-Partnern.

Auch für die Zukunft scheint der Mietwagen-Broker gut gerüstet dank Innovationsgeist und einer «Early Adopter»-Haltung etwa beim Thema Künstliche Intelligenz, wo heute schon bei der Behandlung von Reklamationen 25 Prozent Zeiteinsparung dank KI-Automatisierung erzielt werden.

Und vielleicht der grösste Trumpf bei der langjährigen Crew: Übermut und allzu ehrgeizige Wachstumspläne, wie sie in aktionärsgetriebenen Grossunternehmen oft vorkommen, sind nicht die Sache von Gründer Kai Sannwald in seinem 35. Betriebsjahr. Viel mehr prägt eine stetige, anhaltend leichte Verbesserung an allen Fronten den Spirit von Sunny Cars. Oder wie es Kai Sannwald in Anwesenheit zahlreicher niederländischer Journalisten sagt, wir gehen «beetje bij beetje», nach und nach vorwärts.