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Transitflüge über die grossen Golf-Drehkreuze wie Doha, Dubai oder Abu Dhabi stehen nach einer neuen Empfehlung des Schweizer Reise-Verbands wieder stärker im Fokus der Reisebranche. Bild: Qatar Airways

Das gilt jetzt für Transitflüge über die Drehkreuze der Golfregion

Reto Suter

Kostenlose Stornierungen und Umbuchungen bei Flügen via Dubai, Doha oder Abu Dhabi waren vielerorts Standard. Ein Kurswechsel des Schweizer Reise-Verbands (SRV) hat nun Bewegung in die Diskussion gebracht. Travelnews zeigt, welche Veranstalter bereits umstellen und wo Reisende weiterhin auf ein Entgegenkommen hoffen dürfen.

Kostenlos stornieren oder umbuchen wegen des Iran-Kriegs? Für Kundinnen und Kunden Schweizer Reiseveranstalter war das bei Umsteigeverbindungen über die Drehkreuze Dubai, Abu Dhabi oder Doha bisher meist möglich. Diese Woche regte der Schweizer Reise-Verband (SRV) jedoch einen Kurswechsel an.

Gemeinsam mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ordnete der SRV die bisherige Praxis neu ein. Dabei ging es insbesondere um die Frage, ob allein die Reisehinweise des EDA automatisch einen Anspruch auf kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen begründen.

Die neue Empfehlung des Verbands lautet: Schweizer Reiseveranstalter sollen bei reinen Transitverbindungen nicht mehr generell kostenlose Umbuchungen oder Annullierungen anbieten – vorausgesetzt, es besteht keine konkrete Gefährdung, und die Reise kann planmässig durchgeführt werden.

Nun warten Reisende und Reisebüros gespannt darauf, wie die Veranstalter auf die Empfehlung reagieren. Halten sie an ihren bisherigen Kulanzregelungen fest oder ziehen sie die Schraube an? Travelnews hat bei mehreren Schweizer Reiseveranstaltern nachgefragt, die auf Umsteigeverbindungen über die Golf-Drehkreuze setzen.

Dertour Suisse

Beim grössten Schweizer Reiseveranstalter Dertour Suisse mit Marken wie Kuoni, Hotelplan, Asia365 und Manta Reisen ist noch offen, ob die bisherigen Kulanzregelungen verschärft werden. Stephan Kurmann, Kommunikationschef von Dertour Suisse, sagt auf Anfrage: «Die Situation hat sich im Vergleich zur Anfangsphase des Konflikts verändert, weshalb die Branche die bisherige Praxis derzeit neu beurteilt. Wir prüfen aktuell, wie wir die Empfehlungen des SRV bei Dertour Suisse konkret umsetzen werden, und informieren nach Abschluss der internen Abstimmungen über allfällige Anpassungen.»

TUI Suisse

TUI Suisse schwenkt konsequent um. Das Unternehmen hebt die bisherige Kulanzpraxis auf. Sonja Ptassek, Sprecherin von TUI Suisse, erklärt: «Wir folgen der Empfehlung des SRV und werden demzufolge ab sofort für alle von der Nahost-Krise betroffenen Länder, bei denen seitens EDA ein entsprechender Reisehinweis gesetzt ist, Reisen wieder zulassen – sofern Transport- und Unterkunftsleistungen verfügbar und bei uns buchbar sind.» Dies gelte im Speziellen auch für Flugleistungen via Drehkreuze in der Golfregion. Für Kundinnen und Kunden hat das direkte Folgen: «Für Umbuchungen und Annullationen gelten unsere Allgemeinen Vertrags- und Reisebedingungen (AVRB). Die Möglichkeit zur gebührenfreien Umbuchung oder Annullation entfällt», so Ptassek weiter.

Globetrotter Travel Service

Auch beim Globetrotter Travel Service laufen derzeit intensive Diskussionen über den weiteren Umgang mit Reisen über die Golf-Drehkreuze. Ein definitiver Entscheid ist allerdings noch nicht gefallen. Wie Nick Gerber, Head of Procurement bei Globetrotter, erklärt, wird die Geschäftsleitung beziehungsweise der Krisenstab am kommenden Dienstag über die nächsten Schritte befinden. Dabei würden die neuen Empfehlungen des Schweizer Reise-Verbands (SRV) «sicher miteinbezogen werden». Für Abreisen bis und mit der ersten Juni-Woche seien bereits zuvor individuelle Lösungen für betroffene Kundinnen und Kunden gefunden worden.

Knecht Reisen

Auch Knecht Reisen stellt sich hinter die neue Empfehlung des Schweizer Reise-Verbands. CEO Sebastian Kickmaier erklärt, man sei bereits vor der Veröffentlichung des Bulletins vom SRV konsultiert worden und trage die neue Linie entsprechend mit. Die bisherigen Kulanzregelungen bei Transitflügen über Dubai, Doha oder Abu Dhabi wurden deshalb angepasst. Seit dem Versand des SRV-Bulletins am Mittwoch (20. Mai 2026) wendet Knecht Reisen die neuen Empfehlungen an. Konkret bedeutet das: Kostenlose Umbuchungen oder Annullierungen bei Umsteigeverbindungen über die Golf-Drehkreuze werden nicht mehr angeboten.

Tourasia

Bei Tourasia sieht man die neue Empfehlung des Schweizer Reise-Verbands vergleichsweise gelassen. Für Inhaber Stephan Roemer deckt sich die aktuelle Einschätzung des Branchenverbands weitgehend mit der bisherigen Praxis des Asienspezialisten. Man habe Kundinnen und Kunden stets transparent über die Situation informiert und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit geboten, weiterhin preisgünstige Flüge über den Nahen Osten zu buchen. «Die EDA-Reisehinweise waren schon immer Empfehlungen und nie explizit darauf ausgelegt, dass Transitreisen im gleichen Masse wie der Aufenthalt in den entsprechenden Ländern betroffen sind», so Roemer. Im Endeffekt liege die Entscheidung ohnehin beim Kunden selbst. Roemer ergänzt: «Tourasia war stets sehr kulant bei Pauschalreisen und hat für alle Kundinnen und Kunden einvernehmliche Lösungen gefunden.»