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In Lesbos bleiben die Touristen aus

Die Besucherzahlen brachen um 64 Prozent ein. Schuld daran soll die Flüchtlingskrise sein.

Letztes Jahr strandeten über 800‘000 Flüchtlinge in Lesbos. Die Inselbewohner halfen, wo sie konnten und besorgten Decken, Kleidung und Nahrungsmittel für die Neuankömmlinge. Dafür erhielten sie internationales Lob – Papst Franziskus bis zu UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon und Angelina Jolie begeisterten sich für das Engagement der Bewohner von Lesbos. 

Die Touristen scheinen aber komplett abgeschreckt zu sein: In den Hotels ist nur jedes zehnte Zimmer belegt. Das Tourismusgeschäft ging im Vergleich zum Juni des Vorjahres um 64 Prozent zurück. Ob den Menschen die Bilder von den mit Müll, Rettungswesten und Schlauchbooten übersäten Stränden noch in den Köpfen schweben? Die Strände auf Lesbos sind längst wieder sauber, die Situation hat sich normalisiert. Nur noch wenige Dutzend Migranten würden heute täglich auf Lesbos landen.

Nur noch neun statt 27 Charterflüge pro Woche

Trotzdem steuern anstelle der einst 27 nur noch 9 Charterflüge pro Woche die Insel an, wie Bürgermeister Spyros Galinos sagt. Im Juli 2016 kamen total 6‘841 Touristen aus Europa mit insgesamt 47 Flügen nach Lesbos – im Juli 2015 waren es noch 18‘373 Besucher von insgesamt 130 Flügen.

Bis vor dem Türkeiputsch, setzte Lesbos auf Feriengäste aus der Türkei, da die Deutschen und Briten bereits nur noch vereinzelt kamen. Doch nun ist auch diese Quelle versiegt. Von April bis Juli 2016 reisten insgesamt 16‘745 europäische Gäste nach Lesbos, eine geringe Zahl im Vergleich zur selben Periode im Vorjahr: Damals kamen total 47‘479 Touristen auf die Insel, schreibt "The Greek Reporter".

(TN)