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Baustopp auf Mallorca: Auch Grundbesitzer müssen zittern

Nach der Tourismusabgabe folgt jetzt der Baustopp für Hotels auf der Balearen-Insel.

Mallorca lockt jedes Jahr mehr als 10 Millionen Touristen an. Die spanische Ferieninsel sieht sich jeweils während der Sommermonate mit überfüllten Stränden, knappem Trinkwasser und einem Verkehrschaos konfrontiert. Dieses Jahr sollen sogar noch mehr Touristen nach Mallorca kommen, die Buchungskurve zeigt schon jetzt nach oben.

Deshalb werden fleissig neue Golfplätze gebaut und die Hotels erweitern kräftig — alleine an der Touristenmeile Playa de Palma soll die Bettenzahl bis zum Jahr 2017 von aktuell 40‘000 um 10 Prozent wachsen. 30 Hotels sind im Moment im Um- und Ausbau. Die frühere Regierung gab ihr Einverständnis, die Hotelfläche um 40 Prozent zu erhöhen, wenn gleichzeitig der Komfort verbessert werde.

Darum verwandeln sich viele in die Jahre gekommene Drei-Sterne-Hotels nun in Vier-Sterne-Häuser. Das Ballermann-Viertel erhält sogar erste Fünf-Sterne-Quartiere. Tourismusminister Biel Barcelo klagte schon im letzten Jahr über die total erschöpfte Kapazität der Insel. Deshalb wurde bereits eine Feriensteuer beschlossen, die Touristen ab diesem Juni bezahlen müssen. Je nach Unterkunft und Reisezeit beträgt die Steuer zwischen 0,25 Cent und 2 Euro pro Person und Nacht.  Mit den so einkassierten 50 bis 80 Millionen Euro will die Regierung in den Umweltschutz und die touristische Infrastruktur investieren.

Als weitere Massnahme hat die Regierung jetzt  einen Baustopp beschlossen. Damit will die Insel einen nachhaltigen Tourismus schaffen. Ein ernstzunehmendes Problem ist das knappe Wasser im Sommer. Durch fehlenden Regen sind die Talsperren dann praktisch leer — eine Wassernot ist ein realistisches Szenario. Der Vize-Bürgermeister von Palma Antoni Noguera berichtete, dass ein Einwohner täglich 110 Liter Wasser verbrauchen würde — ein Tourist zwei- bis dreimal so viel.

Der Baustopp gilt fürs Erste bis Ende 2017. Hotels dürfen nicht mehr aufgestockt werden und es dürfen keine neue Hotel- und Sportkomplexe im Hinterland gebaut werden. Das bedeutet das Aus für mehrere geplante Golf- und Reitanlagen. Ebenfalls eng wird es für die grosse Anzahl Grundbesitzer, die ohne Erlaubnis ihre Häuser gebaut hat. Die Amnestie für Schwarzbauten wurde aufgehoben — im Fokus stehen etwa 30‘000 Bauten, die illegal entstanden sein sollen. Dies umfasst das einfache Ferienhaus bis hin zu ganzen Siedlungen. Gerade Bauten im Naturschutzgebiet sollen abgerissen werden.

(LVE)