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Das Reiseland Argentinien wird deutlich günstiger
Nur sechs Tage nach dem Amtsantritt des neuen argentinischen Präsidenten Mauricio Macri hat seine Regierung ihr Versprechen eingelöst und den Devisenhandel wieder freigegeben. Die linksgerichtete Präsidentin Cristina Kirchner hatte diese im Jahr 2011 eingeführt, um Kapitalflucht und Steuerhinterziehung zu stoppen. Doch die Beschränkungen schadeten der Exportwirtschaft, verringerten die Produktivität und verzerrten die Wirtschaft.
"Wer importieren will, kann es tun und wer Dollar kaufen will, wird in der Lage sein, sie zu kaufen", sagte der neue Finanzminister Alfonso Prat-Gay. Vor allem die Sojabauern der drittgrössten Volkswirtschaft Lateinamerikas warteten auf die Freigabe des US-Dollar. Profitieren dürften aber alle exportorientierten Branchen, unter anderem natürlich auch der Tourismus.
Mit der Freigabe des Marktes wird nach Erwartung von Finanzmarktteilnehmern eine drastische Abwertung des Pesos um etwa 40 Prozent einhergehen. „Wir erwarten, dass sich der Wechselkurs nach der Abwertung bei etwa 14 Pesos je Dollar einpendelt“, sagte Ramiro Castiñera von der Analysefirma Econométrica. Am Dienstag schloss der offizielle Dollarkurs bei 9,82 Peso. Auf den verschiedenen legalen und illegalen Parallelmärkten Argentiniens wird der Dollar dagegen schon seit längerem zwischen 14 und 15 Peso gehandelt. „Jetzt kommt die am längsten vorweggenommene Abwertung“, titelte die Finanzzeitung „Ámbito Financiero“.
Reserven aufgebraucht
Während die Exporteure in Erwartung der Abwertung seit Wochen keine Geschäfte mehr abrechnen, kaufen Argentinier mit Kreditkarten im Ausland so viel sie können. Sparer tauschen so viele Peso in Dollar um wie nur möglich. In den vergangenen Tagen musste die Notenbank täglich rund 200 Millionen Dollar abgeben. Die Reserven sind laut Marktbeobachtern aufgebraucht.
Eine Gruppe internationaler Banken werde der Zentralbank 7 Milliarden Dollar für sechs Monate zur Verfügung stellen, heisst es dazu. Die Aufnahme von ausländischen Krediten ist Argentinien aufgrund der anhaltenden Schuldenkonflikte im Nachgang der Staatspleite von 2001 immer noch verwehrt.