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Das sind die unbeliebtesten Sprachen der Welt
Manche Sprachen klingen weich und vertraut, andere hart, distanziert oder gar unfreundlich. Doch woher kommen diese Eindrücke? Und warum lösen bestimmte Sprachen bei uns Sympathie aus, während andere eher Ablehnung hervorrufen?
Eine neue Studie der Sprachlernplattform Preply zeigt, wie stark Sprache unsere Wahrnehmung beeinflusst. Demnach geben 59 Prozent der Befragten an, je nach gesprochener Sprache unterschiedliche Seiten ihrer Persönlichkeit zu zeigen.
Sprache dient also längst nicht nur der Kommunikation, sondern prägt auch Emotionen, Verhalten und Selbstbild. Gleichzeitig sind es oft Klischees, die unsere Einschätzungen bestimmen, geprägt durch Medien, kulturelle Nähe und persönliche Erfahrungen.
Für die Untersuchung wurden 3608 Personen aus sechs Ländern – den USA, Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien und Japan – befragt. Im Fokus standen zehn weltweit weit verbreitete Sprachen und die Frage, welche Eigenschaften ihnen zugeschrieben werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewerteten, ob eine Sprache etwa als freundlich, elegant, kraftvoll oder eben weniger sympathisch wahrgenommen wird.
Der Klang der Gefühle
Französisch und Italienisch gelten weltweit als die Sprachen der Liebe, gemäss der Studie mit deutlichem Abstand zu allen anderen. Mehr als die Hälfte der Befragten bezeichnet Französisch als besonders romantisch, dicht gefolgt von Italienisch.
Ein Grund dafür liegt im Klang: Beide Sprachen zeichnen sich durch weiche Rhythmen, offene Vokale und einen fliessenden Sprachfluss aus. Italienisch wirkt dadurch oft warm und musikalisch, während Französisch mit seinen runden Lauten als elegant und fein wahrgenommen wird.
Doch nicht nur der Klang prägt diese Wahrnehmung, auch starke kulturelle Bilder tragen dazu bei. Italien wird mit Oper, Kunst und Leidenschaft verbunden, Frankreich mit Mode, Kulinarik und klassischer Romantik. Diese Assoziationen entstehen oft durch Medien und kollektive Vorstellungen – weniger durch eigene Erfahrungen.
Ähnlich verhält es sich mit der Wahrnehmung von Freundlichkeit: Portugiesisch, Spanisch und Italienisch gelten als besonders warm und einladend. Ihr rhythmischer Klang und die klare Struktur machen sie für viele leicht zugänglich.
Verstärkt wird dieser Eindruck durch kulturelle Klischees wie Lebensfreude, Geselligkeit und expressive Kommunikation. Medienbilder – von Musik über Serien bis zu Kochshows – tragen zusätzlich dazu bei, dass diese Sprachen als offen und herzlich empfunden werden.
Die schroffsten Sprachen der Welt
Während einige Sprachen sofort Wärme und Leichtigkeit vermitteln, gibt es auch die andere Seite der Wahrnehmungsskala. Bestimmte Sprachen gelten als hart, distanziert oder schwer zugänglich – geprägt von einem Klang, der eher streng als einladend wirkt.
An der Spitze dieser Einschätzungen steht Deutsch. Nur gerade 7 Prozent der Befragten empfinden die Sprache als warm und freundlich, während 30 Prozent – der höchste Wert im Vergleich – sie als hart und schroff wahrnehmen. Gleichzeitig gilt Deutsch für viele als anspruchsvoll: 22 Prozent stufen die Sprache als besonders komplex ein.
Ähnliche Werte zeigen sich bei Arabisch und Mandarin. Auch hier bleibt das Bild kühl: Nur 8 beziehungsweise 9 Prozent verbinden diese Sprachen mit Wärme oder Freundlichkeit. Stattdessen beschreiben 28 Prozent Arabisch und 18 Prozent Mandarin als hart klingend, ein Eindruck, der weniger mit der Sprache selbst als mit kulturellen Prägungen und Hörgewohnheiten zu tun hat.
Als komplexeste Sprachen werden die asiatischen wahrgenommen: Mandarin vor Koreanisch und Japanisch. Englisch gilt mit grossem Abstand als die praktischste Sprache der Welt, vor allem wegen seiner Rolle als globale Verständigungssprache in Wirtschaft, Medien und Technologie. Diese Wahrnehmung entsteht durch ständige Präsenz im Alltag, von Filmen über digitale Plattformen bis hin zum Berufsleben.