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Teure Asien-Tickets füllen die Kasse der Swiss
Im Zuge der Nahost-Eskalation haben die Flugpreise von und nach Asien verrückt gespielt. Während die arabischen Carrier mit Tiefpreisen versuchten, doch noch einige Passagiere über ihre Hubs zu transportieren, stiegen die Nachfrage und die Preise bei jenen Carrieren, die den arabischen Raum umflogen, sehr steil an.
Etihad- oder Emirates-Ticket in der Economy Class von Zürich nach Bangkok kosteten jüngst 460 bis 650 Franken, Nonstop-Carrier wie die Swiss oder Thai Airways verlangten 1800 bis 2400 Franken – auf einer Flugstrecke die in Normalzeiten rund 1000 Franken kostet. Trotz dreimal höheren Preisen verzeichnete die Swiss ein top Nachfrage, die Zahlungsbereitschaft der Passagiere war offenbar sehr hoch. Dies hat sich nun im Ergebnis des ersten Quartals deutlich niedergeschlagen.
Kerosinpreis verdoppelt
Im ersten Quartal 2026 hat die Swiss ein operatives Ergebnis von 30,0 Millionen Schweizer Franken verbucht. Im Vorjahresquartal lag das Ergebnis nur bei 3,3 Millionen. Dennis Weber, CFO von Swisss, sagt dazu: «Der März war aussergewöhnlich stark – und genau deshalb ist das Quartal nur bedingt aussagekräftig. Der Nahostkonflikt hat die Nachfrage, vor allem auf Asienrouten, spürbar angekurbelt und die Erlöse steigen lassen».
Gleichzeitig seien höhere Treibstoffkosten noch nicht voll durchgeschlagen, weil sich Marktpreisveränderungen erst mit einem gewissen Zeitverzug auf das Ergebnis auswirken. Diese Kombination habe zu einem sehr starken März geführt, «im zweiten Quartal werden die Belastungen im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt deutlich steigen», prognostiziert Weber. «Aktuell liegt der Kerosinpreis annähernd doppelt so hoch wie vor dem Irankrieg. Im April haben wir die Auswirkungen bereits deutlich gespürt, obwohl wir durch Hedging teilweise vor steigenden Kerosinpreisen geschützt sind.»
Leicht weniger Passagiere
Die Swiss beförderte im ersten Quartal 2026 knapp 3,7 Millionen Passagiere und damit 0,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt führte Swiss rund 29'600 Flüge durch, was einem Rückgang von 7,1 Prozent entspricht.
Sowohl bei der Flugplanstabilität als auch bei der Abflugpünktlichkeit zeigt sich im aktuellen Zeitraum eine leichte Verschlechterung. Als Hauptgrund erwähnt die Swiss die zahlreichen Streichungen im Zusammenhang mit Streiks in den anderen Heimatmärkten der Lufthansa Group sowie den Auswirkungen des Nahostkonflikts.
Unabhängig von aktuellen geopolitischen Entwicklungen sieht sich die Swiss mit grossen strukturellen Herausforderungen konfrontiert. CEO Jens Fehlinger sagt: «Wir stehen weiterhin vor grundlegenden Herausforderungen in einem angespannten Umfeld: Triebwerke fehlen, unsere Produktivität ist rückläufig, der Kostendruck bleibt hoch. Beim Treibstoff sind wir mit einem massiven Preisanstieg konfrontiert. Deshalb müssen wir konsequent an uns arbeiten, um flexibel auf die volatile Weltlage zu reagieren. Wir müssen einfacher und effizienter werden». Dazu gehöre auch ein neuer GAV für die Pilotinnen und Piloten – einer, der die Notwendigkeit, dieProduktivität zu steigern, in Einklang bringe mit dem Wunsch der Pilotinnen und Piloten nach mehr Planbarkeit.
Für die kommenden Monate zeigt sich eine robuste Nachfrageentwicklung. Besonders auf den Asienrouten bleibt die Nachfrage sehr hoch, was sich entsprechend in höheren Durchschnittserlösen widerspiegelt.