Trips & Travellers

Silvia Cornel erzählt im «Travel News Talk» von ihrem bewegten Berufsleben – von Escolette bis zur eigenen Reisebar in Kreuzlingen. Bild: TN

Silvia Cornel: «Ich fragte die Inhaberin unverblümt, ob sie bald aufhöre»

Von der Reiseleiterin zur Unternehmerin: Seit bald 40 Jahren lebt und atmet Silvia Cornel die Welt des Reisens. Im «Travel News Talk» erzählt sie von wilden Anfängen, prägenden Jahren in Afrika und dem Mut zur eigenen Reisebar.

Silvia Cornel ist seit rund 40 Jahren Teil der Schweizer Reisebranche – und hat in dieser Zeit fast alles erlebt. Gestartet mit einer klassischen KV-Lehre bei ACS Reisen, führte sie ihr Weg als Reiseleiterin von Escolette in die beliebtesten Badeferien-Destinationen Europas, zu Vögele Reisen, nach Kenia zu Private Safaris und zu Amadeus.

Wenn sie an ihre Zeit bei Escolette zurückdenkt, muss sie herzhaft lachen. «Es war sauglatt – wir waren Königinnen und Könige an unseren Destinationen und konnten uns richtig ausleben», erzählt sie im aktuellen «Travel News Talk». Doch irgendwann war Schluss. «Einerseits störten mich meine Augenringe, anderseits war der Alkohol schuld: Bevor ich anfing, trank ich keinen – und je länger ich den Job machte, desto mehr wurde es», sagt sie schmunzelnd.

Ihre schönste Zeit in der Reisebranche erlebte Cornel in Kenia. Diese Jahre, sagt sie, hätten sie geprägt wie keine anderen: «In Afrika lernt man jeden Tag etwas dazu.» Dort kam auch ihre Tochter Lisa zur Welt.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Nach einem Abstecher in die Softwarebranche kehrte Cornel 2012 zurück in die Reisewelt – mit einem kühnen Plan: Sie wollte in ihrer Heimatstadt Kreuzlingen selbständig werden. «Ich wusste, es gab drei Reisebüros hier – und die Inhaberin des Reisebüro Fuchs war kurz vor der Pensionierung», erklärt sie.

Dort sei sie dann einfach reinspaziert. «Ich fragte die Inhaberin unverblümt, ob sie bald aufhöre», erinnert sie sich und verdreht lachend die Augen. Zuerst kam keine Antwort, doch Cornel blieb hartnäckig. Nach einem Mittagessen war der Deal auf gutem Weg – und schliesslich konnte sie übernehmen.

«Alle sagten, ich sei verrückt, an der deutschen Grenze ein Reisebüro zu eröffnen. Aber ich zog es durch.» Mit Erfolg: Cornels Reisebar hat sich längst etabliert. Heute steht der Name nicht nur für persönliche Beratung, sondern auch für einen sehr hohen Anteil von Stammkunden. Die Nähe zu Deutschland sei nie en Problem gewesen, sagt Cornel rückblickend.

Weiter verrät sie im «Travel News Talk» ihr Erfolgsrezept, spricht über ihre Prinzipien in der Beratung – und über jene Entwicklungen in der Branche, die ihr Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

(RSU)