Reiseanbieter
Booking.com-Überflieger stolpert über eine interne Affäre
Das Communiqué der Priceline Group, Mutterkonzern von Booking.com und einer der weltweit führenen Online-Travel-Player, ist dünn, aber hat es in sich: CEO Darren Huston ist mit sofortiger Wirkung entlassen. Untersuchungen hätten ergeben, dass Darren Huston entgegen des unternehmenseigenen "Code of Conduct" gehandelt habe. Priceline spricht in diesem Zusammenhang von einer „persönlichen Beziehung“ zu einer Mitarbeiterin, die ihm nicht direkt unterstanden habe.
Im März war der Kanadier an der ITB in Berlin auf einem Podiumsgespräch anzutreffen und äusserte sich über die weiterhin ehrgeizigen Pläne von Booking.com. In vielen Ländern, auch in der Schweiz, ist Booking.com das führende Hotelbuchungsportal.
Nach Engagements bei Microsoft und Starbucks startete er bei Booking.com richtig durch, avancierte mit dem zunächst kleinen, holländischen Hotelbuchungsportal in wenigen Jahren zum Marktleader und übernahm dann in Personalunion auch den Chefposten des Mutterkonzerns Priceline. Umsätze und Gewinne stiegen unter seiner Ägide steil an, der Börsenkurs ebenso. In den Jahren 2011 bis 2015 steigerte es als Booking.com-CEO den Gewinn von 1,4 auf 3,26 Milliarden Dollar, die Anzahl Mitarbeiter stieg von 5000 auf 15'000. Nun tritt er ab.
Die bisherige operationelle Leiterin von Booking.com, die Holländerin Gillian Tans, übernimmt den Posten als CEO. Bei der Pricline Group nimmt Jeffery Boyd interimistisch Platz auf dem Chefsessel. Den hatte er bereits in den Jahren 2002 bis 2013 inne, bevor Huston übernahm.