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Philip Wolf und Darren Huston auf der ITB-Kongressbühne. Bild: GW

Hotels pushen Direktbuchung — Darren Huston ist skeptisch

ITB-Kongressbühne: Der Booking.com-CEO zweifelt an den Bemühungen der Hotelketten, Online-Direktverkäufe zu steigern.

Der Saal London in der Halle 7.1. ist auf den letzten Platz gefüllt. Der Messias der Onlinebuchung ist angekündigt. Darren Huston, CEO von Priceline und Booking.com, stellt sich den Fragen von Phocuswright-Gründer Philip Wolf. Im lockeren Gespräch, wie es nur die Nordamerikaner können, plaudern sie zunächst über Entwicklung und Grösse von Priceline. "Im letzten Jahr beliefen sich die Umsätze auf 55 Milliarden US-Dollar — aber wir sind noch klein", sagt Darren Huston. Neben Priceline und Booking.com gehören auch Kayak, Agoda, Opentable und Rentalcars.com zum Betreiber von Online-Reiseportalen.

Doch was sagt Huston, zu den jüngsten Bemühungen von Hotelketten wie Marriott oder Hilton, die Gäste zur Direktbuchung zu animieren und Booking.com zu umgehen? Hierzu spielt Philip Wolf zunächt einen Hilton-Commercial ein:

Darren Huston schüttelt den Kopf: "Solche Commercials, in denen man den Leuten erklärt, wie man das Internet nutzen soll, sind nicht effektiv." Und zum Glück müsse man bei der Booking.com-App nicht wahllos draufklicken. "Wir haben eine Geschäftsbeziehung mit den Hotelketten und bringen ihnen viele Gäste, da stören mich solche Commercials schon".

Die Bemühungen der Hotelketten sehe er skeptisch. "Denn nur zwei Prozent aller Reisenden nutzen das gleiche Hotel zweimal". Hotels würden besser auf einzigartige Erlebnisse setzen: "Das Internet ist sehr demokratisch. Schlechte Erlebnisse werden sofort abgestraft und gute Erfahrungen bei einem Aufenthalt sprechen sich herum."

Und auf den letztjährigen Verkauf des Wohnungsvermittlers HomeAway an Konkurrent Expedia angesprochen, ob er es bedauere, dass nicht Priceline HomeAway übernommen habe, sagt Huston: "Nein. Das Problem von HomeAway ist deren Gebührenmodell, wir setzen auf ein anderes Modell."

(GWA)