Tourismuswelt

Flughafen Genf steht auf der Abschussliste

Die Konzernmutter Lufthansa stellt der Swiss in der Romandie ein Ultimatum – Hotelplan-Chef Thomas Stirnimann zeigt sich offen für eine Zusammenarbeit mit deutschen Veranstaltern.

Wie heute in der «Sonntagszeitung» zu lesen ist, macht die Lufthansa-Gruppe Druck auf die Swiss. Falls ihre Tochter am Flughafen Genf nicht bald schwarze Zahlen schreibt, könnte sie von der Billigtochter Eurowings abgelöst werden. Angeblich wurden die Westschweizer Mitarbeiter Ende Juni darüber informiert, dass Eurowings den Auftrag erhalten habe, ein Business-Szenario für Genf zu entwickeln.

Gleichzeitig habe die Swiss eine Vorgabe erhalten unter dem Namen „Geneva Reloaded“. Das Ultimatum sieht vor, bis 2018 eine „signifikante Verbesserung der Rentabilität“ an den Tag zu legen. Swiss-Chef Thomas Klühr plane nun das Streckennetz von 40 auf 30 Destinationen zu reduzieren. Und die „Sonntagszeitung“ kommentiert das Szenario so: Eurowings würde gegen Platzhirsch Easyjet zumindest vom Produkt her mit gleich langen Spiessen kämpfen.

Hotelplan muss Produktivität steigern

In einem Interview mit der „Sonntagszeitung“ äussert sich Thomas Stirnimann, CEO der Hotelplan Group, zum aktuellen Befinden. In der Türkei belaufen sich die Einbrüche auf 70 Prozent, räumt er ein. Hotelplan Schweiz liege hinter dem Vorjahr zurück. Auf Kündigungen angesprochen, sagt er, es seien bloss natürliche Abgänge nicht ersetzt worden.  Zu Wettbewerbsnachteilen gegenüber TUI und Kuoni, die in Deutschland produzieren, sagt Stirnimann: „Es muss uns gelingen, die Produktivität pro Mitarbeiter zu steigern“. Eine Kooperation mit einem Partner wie Thomas Cook schliesst er nicht aus, entgegnet aber dazu: „Wir würden so den Einfluss auf die Qualität unserer Produkte verlieren.“ Und zu einer möglichen Zusammenarbeit mit Rewe, sagt der Hotelplan-Chef: „Da liegt der Ball bei Rewe, aber unsere Türen stehen immer offen.“

Stirnimann nimmt auch Stellung zum laufenden Projekt mit Google: „Bis dato manövrieren die Suchmaschinen die Kunden lediglich auf fremde Seiten. Die Reiseangebote, auf die sie dort stossen, sind oft gar nicht buchbar. Wenn nun die Suchmaschinen selber für den Inhalt der Angebote geradestehen müssen, stellt das technologisch andere Anforderungen. Hier können wir uns einbringen.“ Die Grösse spiele keine Rolle. Technologie und Know-how seien in diesem Bereich bei Hotelplan deutlich höher als bei anderen.

Und ebenfalls in der „Sonntagszeitung“ zu lesen: Nachdem sich ein Passagier beim Anstehen an einem Gepäckschalter nervte und sich auf der Facebook-Seite der Swiss negativ äusserte, ergoss sich in den Kommentaren ein Shitstorm über ihn. „Wenn Sie keinen Bock haben zum Anstehen, kaufen Sie sich ein Business-Ticket. Sonst Mund halten!“. Oder: „Oh du armes Opfer“. Der Passagier sei „armselig“ und „dumm wie Holz“. Was auffalle: Fast alle der Schreibenden arbeiten bei Swissport. Offensichtlich haben sich jüngst solche verbalen Attacken gehäuft. Die Swiss sagt dazu, sie wolle eine freie Meinungsäusserung auf ihrer Seite, deshalb lösche man diese Kommentare nicht.

7000 EDA-Anfragen in einem Monat

Die „NZZ am Sonntag“ thematisiert die wachsende Anzahl Anrufer, die beim Aussendepartement Rat suchen. Die EDA-Helpline habe im Juli über 7000 Anfragen verzeichnet, der höchste Wert, der jemals registriert wurde. Seit Jahresbeginn liegt die Anzahl der Anfragen um 18 Prozent höher. Die grosse Menge der Anfragen sei eine Folge der zunehmenden Unsicherheit und Instabilität in und um Europa.

In der „Zentralschweiz am Sonntag“ ist zu erfahren, dass am Airbus-Standort südöstlich von München ein Innovationsprojekt für die Luft- und Raumfahrt entsteht. Künftig werde hier an der Zukunft des Fliegens getüftelt, etwa an Flugzeugen, die mit Sprit aus Mikroalgen fliegen und an Teilen für die Luft- und Raumfahrt aus dem 3-D-Drucker. Weiter informiert die Zeitung über den Stand der Bauarbeiten auf dem Bürgenstock. Noch stehen Gerüste, der Eröffnungstermin im Sommer 2017 sollte aber eingehalten werden. Am übernächsten Wochenende, am 3. und 4. September, erfolgen Tage der offenen Baustelle auf dem Bürgenstock.

Der „Schweiz am Sonntag“ hat nach den jüngsten Vorfällen in Würzburg, in Salez und im Vorarlbeg nach Zahlen gewalttätiger Passagiere Ausschau geahlten und von den SBB solche erhalten: Die Zahlen sind rückläufig. 2015 sei es zu 184 Übergriffen gekommen. Diese Zahl lag 2008 noch bei 297. Und Interessierte des Unister-Schlamassels finden einen ausführlichen Artikel zum abstrusen Pleitefall. Die Zeitung hat eine Spur in die Schweiz entdeckt zu einem Investor und mit diesem gesprochen. Viel durchsichtiger wird der Fall dadurch aber noch nicht.

Konstanz, Tarifa, Clacton-on-Sea

Im „Sonntagsblick“ findet das Thema Tourismus und Reisen nun zum Schluss der Sommerferien nicht mehr statt, allenfalls am Rand: Die Zeitung nennt die Shopping-Center an den Bahnhöfen als die erfolgreichsten Einkauftempel der Schweiz und bringt ein Ranking, bei dem erst an siebter Stelle mit dem Glattzentrum ein Shopping-Center ohne Bahnhof auftaucht.

Auf den Reiseseiten hüpft die „Zentralschweiz am Sonntag“ von Santorini auf Naxos und weiter auf Mykonos. Die „Sonntagszeitung“ war bei den Surfern in Tarifa. Die „Schweiz am Sonntag“ titelt „Konzil statt Konsum“ und beleuchtet die andere Seite von Konstanz. Und den Niedergang einstiger gamouröser britischer Badeorte beschreibt die „NZZ am Sonntag“ im Gesellschafts-Bund anhand Clacton-on-Sea.

(GWA)