Tourismuswelt

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Asien verzeichnet sowohl als Quellmarktregion als auch als Zielland einen Zuwachs an Reisen. Bild: Milada Vigerova

Die Tourismusbranche zeigt Muskeln

Das internationale Tourismuswachstum übersteigt 2018 das globale Wirtschaftswachstum – nicht zuletzt dank Asien.

Die Tourismusbranche leistet nach wie vor einen wesentlichen Beitrag zum Weltwirtschaftswachstum: Im Jahr 2018 stieg die Anzahl der weltweiten Auslandsreisen um 5,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Reisen. Die Weltwirtschaft hingegen verzeichnet «lediglich» ein Wachstum von 3,7 Prozent. Das touristische Wachstum stammt aus allen Regionen der Welt, auch aus den traditionell starken Märkten Europa und Nordamerika. Die stärksten Zuwächse erzielten jedoch Asien und Lateinamerika.

Generell entwickelten sich Ferienreisen in 2018 besser als Geschäftsreisen. Während für MICE-Reisen nach wie vor Zuwächse zu verzeichnen sind, ist die traditionelle Geschäftsreise weiterhin im Abwärtstrend.

Diese Erkenntnisse basieren auf den neuesten Ergebnissen des World Travel Monitors von IPK International, einer jährlichen Studie, die das Auslandsreiseverhalten in mehr als 60 Ländern untersucht und damit über 90 Prozent des weltweiten Reiseaufkommens abdeckt.

Asien sorgt für Tourismuswachstum

Asien erzielte im vergangenen Jahr sieben Prozent mehr Auslandsreisen und wurde so zur stärksten Quellmarktregion. Lateinamerika folgte mit einem Plus von sechs Prozent, gleichzeitig verzeichneten Nordamerika und Europa fünf Prozent mehr Reisen.

Auch als Reiseziel kann Asien ein Zuwachs von 6 Prozent verzeichnen – genauso wie Europa. Bei Spanien als Zielland war – nach Jahren des Reisebooms – im Jahr 2018 eine Stagnation auszumachen. Auf der anderen Seite erholten sich Reiseziele, die in jüngster Vergangenheit von Touristen gemieden wurden. Allen voran die Türkei, die im Jahr 2018 8,5 Millionen mehr Besucher verbuchen konnte als 2017.

Overtourism: Kein Ende in Sicht

IPK International analysiert nun das zweite Jahr in Folge die Wahrnehmung von Overtourism bei internationalen Reisenden. Das Thema betrifft nicht nur die Anwohner in den Regionen, die schon seit Jahren gegen die Touristenströme protestieren, sondern auch zunehmend die Reisenden selbst. Die jüngsten Umfrageergebnisse von IPK zeigen, dass sich mittlerweile mehr als jeder zehnte Reisende weltweit durch Overtourism in seinem Ferienerlebnis beeinträchtigt fühlt. Speziell Reisende aus Asien fühlen sich weitaus mehr von Overtourism negativ beeinflusst als zum Beispiel Europäer. Und junge Reisende haben scheinbar ein viel grösseres Problem mit überfüllten Orten als Reisende älterer Altersgruppen.

Terrorgefahr beeinflusst Reiseplanung weiterhin

Ähnlich wie im vergangenen Jahr geben 38 Prozent der Auslandsreisenden an, dass die Terrorgefahr nach wie vor ihre Reiseplanung beeinflusse. Bei Reisenden aus Asien scheint die Sicherheit eines Landes eine viel wichtigere Rolle zu spielen als bei Reisenden aus anderen Kontinenten. Das Sicherheitsimage der meisten Destinationen hat sich in den letzten zwölf Monaten leicht verbessert, das gilt auch für die Türkei, Israel und Ägypten.

Ausblick auf das Reisejahr 2019

Angesichts der voraussichtlichen Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums im Jahr 2019 liegt auch die Prognose für internationale Reisen für dieses Jahr leicht unter dem Wert von 2018. Insgesamt erwartet IPK International, dass die weltweiten Auslandsreisen im Jahr 2019 um vier Prozent steigen werden. Asien-Pazifik bleibt führend mit einem zu erwarteten Plus von sechs Prozent. Das Wachstum in Nord- und Lateinamerika wird voraussichtlich fünf Prozent erreichen, während Europa mit prognostizierten drei Prozent einen schwächeren Trend im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.

(NAB)