Kim Werlens Job

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44 Stunden unterwegs mit der Flight Attendant

Von Tom Brühwiler

Unser Blogger hat sich an die Fersen von Kim Werlen geheftet – und schaut der Swiss-Flugbegleiterin zwei Tage lang über die Schulter.

«Schon als 10-jährige habe ich Freunden meiner Eltern an Bord eines Swissair-Fliegers assistiert und meine ersten Fluggäste bedient», erzählt mir Kim Werlen lachend. 21 Jahre später arbeitet Kim nicht nur als Flight Attendant, sondern auch als Key Account Managerin beim Schweizer Premiumcarrier SWISS und betreut Kunden wie TUI oder Hotelplan. Also ein Kindheitstraum der in Erfüllung ging? «Oh ja» strahlt Kim und man glaubt ihr aufs Wort, dass ihre Faszination fürs Fliegen bis heute ungebrochen ist.

Mit Kim werde ich also die nächsten 44 Stunden verbringen und mir ein Bild darüber machen, wie das Leben als Flight Attendant wirklich ist. Vierundvierzig Stunden lang werde ich mich an ihre Fersen heften und sie und ihre Arbeit am Boden und in der Luft auf einem Flug von Zürich nach Dubai und weiter nach Maskat im Oman beobachten.

An diesem Sonntagvormittag ist es im Operation Center am Flughafen Zürich relativ ruhig. Nur vereinzelt huschen Flight Attendants und Piloten mit ihren typischen Koffern durch die Gänge. Wir gönnen uns noch rasch einen Kaffee aus dem Automaten, dann wird es Zeit fürs Crew-Briefing. Die Begrüssung im Briefing-Raum ist herzlich, obwohl sich die meisten Crew-Mitglieder heute zum ersten Mal sehen. Aber das ist, so werde ich später merken, kein Problem für eine professionelle Zusammenarbeit.

Was, wenn das Baby nicht mehr atmet?

Von Daniela Bueb, Maître de Cabine und damit Chefin über die Kabine erfahren wir im Briefing alles, was man als Flugbegleiter über den Flug wissen muss. Etwa die Anzahl Passagiere in allen Klassen, auf welchen Sitzen wichtige (Status-) Kunden sitzen, wie viele Spezialmenus an Bord sind und wie der Service vonstattengehen soll. Sicher ist sicher.

Und dann folgt unvermittelt eine Frage, die mir Schweissperlen auf die Stirn treibt: «Was tun wir, wenn ein acht Monate altes Baby an Bord plötzlich nicht mehr atmet?» Mein Blick gleitet durch den Raum. Und während mir noch die Fragezeichen im Gesicht stehen, haben die Flight Attendants bereits die richtigen Antworten auf den Lippen. Das regelmässige Abfragen wichtiger Sicherheits- und medizinischer Fragen gehört zu einem normalen Briefing und mir wird langsam klar, dass hinter dem Beruf der Flight Attendants mehr steckt, als man als Unbeteiligter annehmen könnte.

Alles bereit also für den Flug? Fast, denn in diesem Moment betreten nun auch die beiden Piloten den Raum und stellen sich vor. Fünf Stunden und 40 Minuten beträgt unsere Flugzeit nach Dubai und das Wetter auf der Route ist bestens, berichten uns die zwei. Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen!

Kim Werlen beim Briefing vor dem Abflug nach Dubai und Maskat.

(Die Blog-Serie entstand in Zusammenarbeit mit SWISS)