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Einreise in die USA: Das gilt aktuell
In den vergangenen Tagen machten beunruhigende Meldungen die Runde: Wer eine ESTA-Reisegenehmigung beantragt, müsse neu Social-Media-Aktivitäten der letzten fünf Jahre sowie sämtliche Telefonnummern und E-Mail-Adressen offenlegen.
Kein Wunder, waren viele USA-Reisende irritiert. Auch in den Reisebüros häuften sich die Fragen. Aber stimmt das wirklich? Travelnews hat Informationen aus erster Hand und klärt die fünf wichtigsten Punkte, die Reisende jetzt wissen müssen.
Wurden die Einreiseregeln in die USA verschärft?
Nein, bei den angeblichen Verschärfungen handelt es sich bisher erst um Vorschläge. Die US-Grenzschutzbehörde legte das geplante Massnahmenpaket am 10. Dezember 2025 vor und lud Öffentlichkeit und Behörden dazu ein, innerhalb einer 60-tägigen Frist Rückmeldungen abzugeben. Diese Frist lief am 9. Februar 2026 ab. Jetzt werden die eingegangenen Stellungnahmen geprüft. Bis die Vorschläge umgesetzt sind, kann es mehrere Monate dauern. Ein konkreter Zeitplan besteht noch nicht, wie Heinz Zimmermann, Präsident des Visit USA Committee Switzerland, auf Anfrage sagt.
Warum wollen die USA die Einreisebestimmungen verschärfen?
Die geplante Änderung begründet die US-Behörde mit dem «Schutz der USA vor ausländischen Terroristen und anderen Bedrohungen für die nationale und öffentliche Sicherheit».
Wie reagieren Branche und Datenschützer?
Der europäische Reisebranchenverband ECTAA warnt, dass strengere ESTA-Vorgaben potenzielle USA-Reisende abschrecken könnten (Travelnews berichtete). Zwar erkenne man die Sicherheitsinteressen der USA an, doch die geplanten Anpassungen – etwa zusätzliche persönliche Angaben wie Social-Media-Daten oder biometrische Informationen – könnten das Reisen insgesamt weniger attraktiv machen. Besonders kritisch sieht der Verband Überlegungen, den Antrag nur noch mobil und mit biometrischer Erfassung abzuwickeln, da dies Familien, ältere Menschen oder digital weniger versierte Reisende benachteiligen könnte. Auch Datenschutzbeauftragte aus Europa nahmen die Pläne besorgt zur Kenntnis.
Wer wäre von den Verschärfungen betroffen?
Die Regelverschärfung beträfe alle Besucherinnen und Besucher, die mit dem elektronischen Antrag ESTA in die USA reisen – der gängigen, visumfreien Genehmigung für Freizeit- und Geschäftsreisende aus mehr als 40 Ländern, die zum Visa Waiver Program (VWP) zählen. Dazu gehören auch Schweizerinnen und Schweizer. Der Aufenthalt in den USA ist mit der ESTA-Genehmigung für maximal 90 Tage erlaubt.
Wie reagieren Reiseveranstalter auf die Verunsicherung?
Der deutsche Nordamerika-Spezialist Canusa Touristik sorgt für ein Novum in der Branche: Als erster Veranstalter im deutschsprachigen Raum führt er eine finanzielle Absicherung für USA-Reisen ein. Wird einem Kunden trotz korrekt erfüllter Einreisebestimmungen überraschend die Einreise verweigert, erstattet das Unternehmen den kompletten Reisepreis. Damit will Canusa laut einer Mitteilung ein Zeichen gegen die aktuell verbreitete Verunsicherung setzen und zeigen, dass USA-Reisen weiterhin problemlos möglich sind. Voraussetzung für die Absicherung sind unter anderem ein gültiges ESTA, ein gültiger Reisepass sowie wahrheitsgemässe Angaben im Antragsprozess.