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Stephan Roemer, Inhaber von Tourasia sowie DTH Travel, und andere Schweizer Reiseprofis äussern sich zum Messegeschehen an der ITB Berlin. Bild: TN

«Die Eskalation im Nahen Osten betrifft auch uns als Spezialisten für Südostasien»

Der Krieg am Persischen Golf sorgt an der ITB Berlin für viel Gesprächsstoff. In einer Travelnews-Umfrage erzählen Schweizer Reiseprofis, wie stark die Krise ihre Messeagenda prägt.

Unter die geschäftige Messeatmosphäre der ITB Berlin mischt sich in diesem Jahr auch eine grosse Portion Krisenmanagement. Die Eskalation am Persischen Golf beschäftigt viele Reiseprofis, die zwischen ihren Terminen an der weltgrössten Tourismusmesse immer wieder am Handy sind, um Probleme zu lösen und sich auf den neusten Stand zu bringen. Travelnews hat in den Messehallen im Rahmen einer Video-Umfrage nachgefragt, welche Eindrücke die Schweizer Reisebranche von der ITB 2026 mitnimmt.

Martin Fehrlin, Geschäftsführer von Imbach Reisen und Vögele Reisen, beschreibt eine besonders intensive Ausgabe der Messe. «Es ist in diesem Jahr alles noch etwas hektischer als sonst schon an der ITB», so Fehrlin. Zeitfenster, die in anderen Jahren für Inspiration oder spontane Gespräche genutzt würden, verbringe man dieses Jahr oft am Handy. «Man unterstützt Reisende, die aktuell aufgrund der Nahost-Eskalation irgendwo festsitzen. Es ist keine Minute langweilig.» Immerhin könne er sich auf starke Teams in Zürich und Luzern verlassen, die einen Grossteil der Arbeit übernehmen.

«Die ITB Berlin ist für die Edelweiss die wichtigste Messe des Jahres», sagt CEO Bernd Bauer. Am Stand der Lufthansa Group treffe man hier alle entscheidenden Partner. Gleichzeitig sei die Lage im Nahen Osten omnipräsent. «Glücklicherweise können wir den Oman noch bedienen, zumindest um Leute auszufliegen.» Gleichzeitig spüre man, dass die Nachfrage nach Ägypten nachlasse. Auf der anderen Seite profitiere die Edelweiss davon, dass einige Golf-Carrier derzeit kaum fliegen – was zusätzliche Buchungen bringe.

Beim Asien-Spezialisten Tourasia ist das Thema ebenfalls auf dem Tapet. Inhaber Stephan Roemer zeigt sich zwar sehr zufrieden mit dem Messeverlauf und betont, man sei «voll ausgelastet mit Gesprächsterminen». Dennoch kreisen auch hier viele Gespräche um die Krise. «Die Drehkreuze im Nahen Osten sind ein wichtiger Zubringer nach Asien», erklärt er. Entsprechend betreffe die Eskalation auch Spezialisten für Südostasien.

Gere Gretz, Inhaber von Gretz Communications, erlebt die Auswirkungen vor allem organisatorisch. Sein Team sei bereits seit vergangenem Samstag im Einsatz, um Informationen an Destinationen weiterzuleiten, die wegen fehlender Flugkapazitäten betroffen seien. Mehrere Partner hätten es gar nicht an die ITB geschafft. «Das ist sehr traurig», sagt Gretz. Für viele Leistungsträger sei die Messe schliesslich einer der wichtigsten Treffpunkte der Branche.

(RSU)