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Kabinenpersonal der Lufthansa streikt am 100-Jahre-Feiertag
Lufthansa-Passagiere brauchen derzeit starke Nerven. Der aktuelle Ausstand der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), der am Montag begann und noch bis heute Mitternacht andauert, sorgt bereits für hunderte Flugausfälle. Doch eine Atempause ist nicht in Sicht. Die Gewerkschaft UFO hat das Kabinenpersonal der Kernmarke Lufthansa sowie der Cityline dazu aufgerufen, ab Mittwochmorgen, 00:01 Uhr, für weitere 48 Stunden die Arbeit niederzulegen.
Die Terminwahl der Gewerkschaft ist kein Zufall, sondern offenbar ein gezielter Nadelstich. Am Mittwoch ist in Frankfurt ein grosser Festakt zum 100. Jahrestag der ersten Lufthansa geplant, zu dem auch hochrangige Gäste wie Bundeskanzler Friedrich Merz erwartet werden.
«Wenn sich das Management gemeinsam mit der Bundespolitik feiert, werden wir sichtbar machen, auf wessen Rücken aktuelle Entscheidungen ausgetragen werden», erklärt UFO-Chef Joachim Vázquez Bürger. Die Gewerkschaft wirft dem Konzern eine «Hardliner-Position» vor, während die Lufthansa-Spitze von einem «Erzwingungsstreik» spricht und das Vorgehen als rücksichtslos gegenüber den Fluggästen kritisiert.
Erhebliche Auswirkungen auf die Schweiz
Die Auswirkungen der Streikwelle sind auch an den Schweizer Flughäfen deutlich spürbar. Bereits am Montag herrschte an den Anzeigetafeln in Zürich, Genf und Basel rote Zahlen vor. Mit insgesamt 24 gestrichenen Verbindungen (12 Abflüge und 12 Ankünfte) der Lufthansa und Eurowings war der Flughafen Zürich am stärksten betroffen.
In Genf mussten sechs Flüge von und nach München, Frankfurt und Düsseldorf annulliert werden. Für den heutigen Dienstag wurden bereits vier weitere Flugstreichungen angekündigt. In Basel fielen am Montag sieben Verbindungen aus, vor allem auf der Strecke nach München und Frankfurt. Auch hier wird am heutigen Dienstag mit mindestens sechs weiteren Ausfällen gerechnet.
Da der angekündigte Kabinenstreik am Mittwoch und Donnerstag alle Abflüge der Kernmarke Lufthansa von den Drehkreuzen Frankfurt und München betrifft, müssen Passagiere in der Schweiz auch in den kommenden zwei Tagen mit massiven Behinderungen rechnen.
Was Passagiere jetzt wissen müssen
Die Lufthansa versucht, den Schaden durch Sonderflugpläne und den Einsatz von Partner-Airlines zu begrenzen. Dennoch fiel am Montag bereits rund jeder zweite Langstreckenflug aus.
Reisende werden dringend gebeten, ihren Flugstatus online zu überprüfen, bevor sie zum Flughafen aufbrechen. Betroffene Fluggäste können ihre Tickets oft kostenfrei umbuchen oder bei innerdeutschen Strecken auf die Bahn ausweichen.
Da es sich um gewerkschaftliche Massnahmen des eigenen Personals handelt, bestehen oft Ansprüche auf Entschädigungsleistungen nach der EU-Fluggastrechteverordnung, sofern die Airline nicht nachweisen kann, dass alle zumutbaren Massnahmen ergriffen wurden.