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Viele Hotels im Süden Thailands warten noch auf die Begleichung offener Rechnungen. Bild: Holidaycheck

Thai-Hotels wehren sich gegen Hinhaltetaktik der TUI

Mit rund 60 Millionen Franken steht TUI bei thailändischen Hotels in der Kreide. Die wehren sich jetzt in einem Schreiben und fordern die sofortige Zahlung der Hälfte der offenen Beträge.

Weltweit sind Hoteliers äusserst verärgert über den Zahlungsaufschub, den die TUI Group für Aufenthalte im Januar und Februar bekanntgegeben hat. Die Hotels haben ihre vertraglich abgemachte Leistung schliesslich erbracht, von der Zahlung fehlt aber noch jede Spur. Rund 100 thailändische Hoteliers, insbesondere in Phuket, Krabi, Khao Lak, Phang Nga, Koh Samui und Koh Phangan, beklagen einen über einen offenen Betrag von rund 60 Millionen Franken.

TUI hat nun den Hotels einen neuen Vertrag vorgelegt, der vorsieht: die offenen Bestände zu einem Viertel innerhalb der nächsten zehn Tage zu bezahlen, einen weiteren Viertel nach neuerlicher Aufnahme der Reisetätigkeit, einen weiteren Viertel einen Monat nach dem Restart, den letzten Viertel drei Monate nach dem Restart.

Zwölf thailändische Hotelvereinigungen haben sich nun gemäss «Bangkok Post» und «TTR Weekly» in einem Schreiben an TUI-Boss Friedrich Joussen zur Wehr gesetzt. Ihr neuer Vorschlag lautet: die Hälfte der offenen Bestände bis am 29. Mai 2020 zu begleichen, die andere Hälfte bis am 29. Oktober 2020. «Bitte verstehen Sie, dass Ihr Unternehmen bereits unsere Leistungen beansprucht hat noch vor es zur Coronakrise kam. Unser Gegenvorschlag sollte Ihnen ermöglichen, Ihre Schulden zu begleichen und uns Hoteliers gleichzeitig helfen zu überleben – im Sinne eines postiven Starts in die kommende Wintersaison», schreiben die verschiedenen Hotelvereinigungen.

Offensichtlich soll TUI auch bei Flughäfen und deren Handling Agents in der Kreide stehen. Weiter soll eine thailändische Schifffahrtsagentur TUI Cruises im Hafen von Utapao zur Hilfe gekommen sein, um gestrandete Passagiere an den Flughafen zu bringen – auch diese Agentur warte noch auf die Begleichung der Rechnung.

TUI-CEO Friedrich Joussen bestritt in einer Telefonkonferenz eine Frage der «fvw» hinsichtlich den Ausständen nicht: «Jeder in der Branche hat derzeit sehr grossen finanziellen Druck, auch unsere Veranstalter und Reisebüros», sagte Joussen. «Für niemand ist die Lage derzeit einfach, aber wir sitzen in alle in einem Boot.» Gemeinsam arbeite TUI mit den Hoteliers an einem Neustart.

Wie dieser Neustart aussieht, ist aber noch offen. Bei den gegenseitigen Vorschlägen, mit welchen Fristen die offenen Beträge beglichen werden sollen, liegt noch keine Einigung vor. Klar ist: die Tourismusindustrie muss auf allen Ebenen die künftigen Zahlungsmodalitäten unter die Lupe nehmen, wie Travelnews gestern kommentierte.

(GWA)