Reiseanbieter

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Warme Iglus mit WC am Nordpol, einem der unwirtlichsten Orte unseres Planeten: Wer etwas Geld übrig hat, kann sich dieses «Abenteuer» im kommenden Winter leisten. Bild: Luxury Action

Die Pauschalreise zum Nordpol ist jetzt möglich

Die äussersten geografischen Grenzen sind die letzten abenteuerlichen Reiseziele - müsste man meinen. Aber auch dort gibt es Ansprüche an den Komfort. Ein finnischer Anbieter wird nun während einem Monat im Jahr ein Hotel am Nordpol betreiben.

Heute kann man die ganze Welt bereisen. Deshalb wird ja auch der Weltraumtourismus gefördert. Grenzen gibt es auf der Erde nur noch wenige; selbst am höchsten Berg der Welt, dem Mount Everest, treten sich die Alpinisten längst auf die Füsse. Doch der Nordpol ist weiterhin ein Ort, den nur ganz wenige bereist haben - und die meisten davon haben den Nordpol auch nicht wirklich zu Fuss betreten, sondern haben ihn überflogen, wie es auch Edelweiss-Passagiere vorhatten - der Flug wurde dann aber nicht durchgeführt.

Im kommenden Winter gibt es aber am nördlichsten Punkt der Erde erstmals ein Hotel - zwar nur ein temporäres, aber immerhin. Der finnische Anbieter Luxury Action wird dann nämlich geheizte und mit einer Toilette versehene Glas-Iglus (damit man die Nordlichter sehen kann!) während dem ganzen April 2020 direkt beim Nordpol einrichten. Die Reise dorthin kann nur als Pauschalreise gebucht werden. Zum stattlichen Preis von 105'000 Dollar bzw. 95'000 Euro wird Folgendes geboten:

  • Zwei Übernachtungen auf Spitzbergen (Norwegen)
  • Helikopter-Transfer von Spitzbergen zum Nordpol und zurück
  • 1 Nacht direkt am Nordpol
  • All-Inclusive: Vom Chef zubereitete Mahlzeiten, ein Arktis-erfahrener Guide und Sicherheitspersonal

Insgesamt stehen 10 solcher «North Pole Igloos» zur Verfügung. Diese sind auch nicht fix eingerichtet, sondern können je nach Wetterverhältnissen an anderen Orten in der Nähe festgemacht werden. Janne Honkanen, der Gründer von Luxury Action, versichert zudem, dass nichts am Nordpol liegen bleibt: «Alles, was dorthin mitgenommen wird, kehrt auch wieder zurück aufs Festland.» Eine von Touristen geschaffene Umweltverschmutzung, wie beispielsweise beim Everest, sei ausgeschlossen. Im Gegenteil: Honkanen will, dass die Gäste den Nordpol bereisen, um sich auch über den Klimawandel ein Bild machen zu können. Wie lange überhaupt auf dem Eis beim Nordpol - dieser befindet sich ja nicht auf einer Landmasse - Iglus aufgestellt werden können, weiss der Unternehmer nicht. Man werde von Jahr zu Jahr schauen, ob man die Iglus sicher aufstellen kann.

Dass die Iglus nur einen Monat lang bezogen werden können, hat übrigens mit Sicherheitsaspekten zu tun: Nur im April sind Helikoptertransfers von Spitzbergen zum Nordpol sicher genug; dieser Transfer dauert laut dem Veranstalter rund zwei Stunden.

Laut Honkanen ist der Nordpol eines der exklusivsten Reiseziele weltweit, gerade wegen der beschwerlichen Anreise und dem Fehlen von Infrastruktur vor Ort. Wie viele Packages bereits verkauft wurden, ist nicht bekannt, doch das Interesse dürfte gross sein, wie üblich bei Exklusivitäten und «Abenteuern», bei denen der persönliche Koch und ein Sicherheitsdienst für Wohlbefinden sorgen.

(JCR)