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Präsentierten am Schweizer Ferientag 2019 im KKL Luzern die jüngsten Innovationen und einen aktuellen Ausblick, von links: Digital-Chef Thomas Winkler, Geschäftsleiter Martin Nydegger und Marketingleiter André Hefti. Bilder: TN

«Die Alpen sind der Inbegriff für Antistress und Detox»

Am Schweizer Ferientag 2019 im KKL Luzern richtet die vollständig vesammelte Schweizer Tourismusszene den Blick in die Zukunft und brütet über möglichen Erfolgskonzepten. Erstmals gab Schweiz Tourismus Einblick in den komplett umgebauten, von künstlicher Intelligenz getriebenen Web-Auftritt, der am 30. April enthüllt wird.

Es ist der jährliche Showdown, das grosse Get-together, das gegenseitige Schulterklopfen, der Austausch neuer Ideen, das Brüten über künftigen Lösungen: Nach Interlaken im letzten Jahr bat Schweiz Tourismus 1310 Partner aus der ganzen Schweiz zum Ferientag 2019 ins KKL Luzern, der eigentlich aus zwei Ferientagen besteht. Am Dienstag vor dem Mittag gings los, am Mittwoch nach dem Mittag erfolgt nun das Abschiednehmen. Und dazwischen lag eine kurze Nacht: bei der Synergy Party platzte die Sinnlicht Eventlocation, ein Zusammenschluss von Werkräumen, aus allen Nähten – zum Schlafen blieb wenig Zeit.

Der scheidende Schweiz-Tourismus-Präsident Jean-François Roth begrüsste die versammelte Schweizer Tourismusszene und blickte auf seine zwölf Amtsjahre zurück, im Oktober wird seine Nachfolge bestimmt. Erleichtert zeigte er sich über die Grafik mit dem Hockeystick: nach schwierigen Jahren wegen dem ungünstigen Euro-Franken-Kurs nahmen die Logiernächte in den letzten beiden Jahren wieder deutlich zu. Er übergab das Wort an den jüngsten Schweizer Ständerat, den Luzerner FDP-Politiker Damian Müller (34), der neben einem Werbespot für die Region auch einige Probleme wie Overtourismus und Engpässe auf den Wanderwegen anschnitt.

Geschäftsleiter Martin Nydegger hielt einen Ausblick auf das Jahr 2030 und unterstrich, dass die Anzahl weltweiter Touristen in den nächsten elf Jahren nochmals um 30 Prozent anwachsen wird. Und der Druck auf Hotspots weiter wächst. Gleichzeitig sieht er für die Schweiz grosse Chancen: «Gute Luft, sauberes Wasser, angenehme Bergsommer, intensive Winter: die Alpen sind der Inbegriff für Antistress und Detox, eine herrlich schöne Energietankstelle.»

Und dann richtete er seine wichtigsten Botschaften an die Partner, um künftig touristische Erfolge feiern zu können:

Eine Lanze brach Nydegger, der seit anfangs 2017 Schweiz Tourismus leitet, auch für die Städte: «Die Schweizer Städte sind Alpine Cities, übersichtliche touristische Gateways zu touristischen Highlights. Statt touristischer Klumpenbildung, bieten wir Microadventures in beeindruckender Vielfalt. Unser Gäste kommen aus vielen Ländern, sie suchen das kleine Feine, das Einzigartige, das Echte. Und sie sind zahlungskräftig.»

Myswitzerland.com neu ab 30. April 2019

Auch drei weitere Geschäftsleitungsmitglieder von Schweiz Tourismus kamen vor der versammelten Tourismusszene zu Wort. Gilles Dind, Direktor Westeuropa, umriss die anstehende Europa-Kampagne im Umfang von fünf Millionen Franken, bei der der Fokus insbesondere auf Deutschland, Frankreich, die Benelux-Länder und Grossbritannien gerichtet wird.

Der neue Marketingleiter André Hefti – er kam von Cailler – verwies auf die drei neuen Themenrouten, allen voran die Via Alpina, die von Vaduz nach Genf führt – und derzeit von Oberwanderer Nik Hartmann in 30 Tagen abgeschritten wird. Dieser wurde sogleich auch zugeschaltet. Weiter sagte Hefti, die Grand Tour of Switzerland müsse noch bekannter werden, sie habe noch mehr emotionales Potenzial. Neu schaltet ST etwa Spotify-Playlisten auf, die je nach Region abgespielt werden können. Und auch der Herbst erfährt neuerlich einen Werbeschub.

Am meisten gebrütet in den letzten Monaten, ja Jahren, hat die Abteilung Digital Management bei Schweiz Tourismus. Denn es steht eine komplett neuer Webauftritt an. Digital-Chef Thomas Winkler kündigte am Dienstag an, dass der neue Auftritt am 30. April online geht. Bereits gestern gab er schon viele Einblicke in die architektonisch neu gestaltete und neu designte Seite, die mit zahlreichen Services angereichert ist:

Im Anschluss an die Präsentation der ST-Geschäftleitungsmitglieder verblüffte Roger Brooks mit einer Keynote. Der Destinations- und Marketingprofi aus Arizona weilt derzeit als Tourist in der Schweiz. Aus erster Hand gab er den Schweizer Touristikern mit, was für Gäste wie ihn bei einer Reise durch die Schweiz wichtig ist.

Neben den Präsentationen, der Synergy Night und dem Get-together gehören auch die über 40 Breakout-Sessions, zu denen man sich im Vorfeld anmelden musste, zum Herstück des Ferientages. Die Bandbreite der Themen und Lösungsansätze war dabei sehr breit: vom Instagram-Workshop über Storytelling, Trailrunning, E-Sport, Gesundheitstourismus, Meeting Industry Trends bis «Reisen ohne Cash und Karten – China macht es vor.»

Den meisten Teilnehmern gefiel der diesjährige Schweizer Ferientag überaus. Einige monierten, dass es bei einer Teilnahmegebühr von 750 Franken ärgerlich sei, dass bereits am ersten Anmeldetag einige der Breakoutsessions ausgebucht waren. Doch auch im nächsten Jahr dürfte der Aufmarsch wieder sehr gross sein: der Ferientag 2020 findet am 15./16. April 2020 in Arosa statt.

(GWA)