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Vom Streik betroffen sind alle Abflüge der Marke Lufthansa von deutschen Flughäfen. Bild: LH

Doppelstreik legt Lufthansa lahm

Einschränkungen im deutschen Flugverkehr: Erstmals seit langem rufen die Gewerkschaften Cockpit und UFO gleichzeitig zum Arbeitskampf auf. Tausende Passagiere müssen sich am Donnerstag auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen.

Wer am Donnerstag eine Flugreise mit der Lufthansa geplant hat, braucht starke Nerven. Wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Kabinengewerkschaft UFO bekannt gaben, werden beide Berufsgruppen am Donnerstag, den 12. Februar, für 24 Stunden die Arbeit niederlegen. Der Streik soll um 00:01 Uhr beginnen und erst um 23:59 Uhr enden. Betroffen sind alle Abflüge der Kernmarke Lufthansa sowie der Frachttochter Lufthansa Cargo von deutschen Flughäfen.

Dass Piloten und Flugbegleiter zeitgleich streiken, verschärft die Lage für die Airline massiv. Während die VC für die rund 4800 Piloten höhere Beiträge zur Betriebsrente fordert, kämpft die UFO für das Kabinenpersonal. Hier stehen vor allem die Arbeitsbedingungen im Fokus: Die Gewerkschaft wirft dem Management vor, Verhandlungen zum Manteltarifvertrag zu blockieren und Schutzmechanismen für die Beschäftigten zu verweigern.

Besonders brisant: Laut UFO sind bei der Kerngesellschaft rund 800 Arbeitsplätze durch die aktuelle Konzernstrategie bedroht. Hintergrund ist die Gründung neuer, kostengünstigerer Flugbetriebe wie Lufthansa City Airlines und Discover, durch die das etablierte Personal unter Druck geraten sei.

Lufthansa kritisiert «unverhältnismässiges» Vorgehen

Die Konzernführung reagierte mit Unverständnis auf die kurzfristige Ankündigung. Ein Sprecher erklärte, man sei jederzeit gesprächsbereit und bezeichnete den Doppelstreik als «unverhältnismässig». Aufgrund der geringen Profitabilität der Premium-Marke lehnt das Management die Forderungen der Piloten nach höheren Rentenbeiträgen bislang strikt ab.

Das genaue Ausmass der Streichungen ist noch unklar, da die Airline derzeit an Sonderflugplänen arbeitet. Passagiere werden gebeten:

  • Den Flugstatus online oder per App regelmässig zu prüfen.
  • Bei innerdeutschen Flügen auf die Bahn auszuweichen (Umtausch der Tickets in Bahngutscheine möglich).
  • Auf Benachrichtigungen des Unternehmens zu achten; die Lufthansa will betroffene Kunden direkt kontaktieren.

Da neben dem fliegenden Personal auch Bereitschaftsdienste und Simulatortrainings bestreikt werden, ist mit Auswirkungen zu rechnen, die weit über den eigentlichen Streiktag hinausgehen könnten.

(TN)