Lifestyle
De Luxe Zwischen Wellness und Wandern: Luxus-Hotel auf der Seiser Alm
Carsten K. RathAuf 1800 Metern Höhe, im Herzen der Alpen, habe ich ein Paradies gefunden. Das Designhotel «COMO Alpina Dolomites» liegt auf der Seiser Alm, Europas grösster Hochalm. Hinter der grünen Wiese mit bunten Alpenblumen lenkt eines der fesselndsten Naturschauspiele Europas alle Blicke auf sich: die dramatischen Felsformationen des Unesco-Weltnaturerbes Dolomiten.
Ich könnte den ganzen Tag auf dem Balkon verbringen und dem Licht- und Schattenspiel dieser beeindruckenden Berglandschaft beiwohnen. Doch das wäre eine Verschwendung, denn ich befinde mich in einem Hotel, das genauso überwältigend ist wie die märchenhafte alpine Landschaft.
Massagen für die Muskeln und Balsam für die Seele
Das «COMO Alpina Dolomites» wurde 2026 in das Ranking «Die 101 besten Hotels Schweiz, Österreich, Südtirol und Deutschland» aufgenommen. «COMO» steht für die Initialen der Inhaberinnen Christina Ong und ihrer Tochter Melissa Ong aus Singapur. Die Hotelgesellschaft ist an den schönsten Orten dieser Welt vertreten. Ich kenne bereits die «COMO»-Häuser in Perth und Südfrankreich; jene in Bhutan, auf den Malediven oder in der Toskana stehen ganz oben auf meiner Reiseliste.
Auch hier in den Alpen finde ich die charakteristischen Merkmale von «COMO»: herausragende Gastfreundschaft, exzellente Gastronomie und ein Wellnesskonzept, das seinesgleichen sucht. Ich habe die Wahl zwischen einer Vielzahl von massgeschneiderten Behandlungen und Therapien. Mein Favorit: das traditionell Südtiroler Bergheubad. Für mein körperliches Wohlbefinden ist also gesorgt. Und meine Seele kommt zur Ruhe, wenn ich meinen Blick über die Dolomiten schweifen lasse.
Gleich an meinem ersten Abend erlebe ich ein wahres Spektakel: Das Licht der untergehenden Sonne taucht die grauen Felsen in ein sanftes Rosa. Es ist absolut still – nur einige Adler kreisen hoch über mir. Mir ist kein Alpenhotel bekannt, das über eine bessere Aussicht verfügt, das sich so nahtlos in die Landschaft einfügt.
Oder anders gesagt: Die Landschaft fügt sich nahtlos in meine Suite ein. Das viele Blau stellt den Himmel dar, das hochwertige Holz kommt aus der Region, und die bodentiefen Fenster sind wie lebendige Gemälde. Ganz wichtig: In meiner Suite gibt es neben Whirlpool und Sauna auch eine Kaffeemaschine. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, ist es aber nicht: In allzu vielen 5-Sterne-Häusern fehlte mir die Möglichkeit, mir selbst einen Kaffee zubereiten zu können.
Aktivurlaub im Herzen der Dolomiten
Während im Winter Skipisten rufen, begebe ich mich an meinem zweiten Tag, nach einem herzhaften Frühstück, auf eine geführte Wanderung. Ich werde begleitet von Angelika Mulser, die mir mit ihrer herzlichen Art viele spannende Details zur lokalen Flora und Fauna erzählt. Auch Ausflüge mit dem E-Bike, achtsame Spaziergänge und Klettertouren bis auf die Gipfel der umliegenden Berge sind möglich. Die nahegelegene Zipline, die mich mit einer Maximalgeschwindigkeit von 90 km/h über die Tannenwipfel gleiten lässt, spare ich mir für das nächste Mal
Die beste Pizza Italiens gibt es in Südtirol
Lieber treffe ich mich zum Aperitivo mit Hoteldirektor Julian Seeber. Trotz seines jungen Alters ist der gebürtige Südtiroler schon seit vielen Jahren hier oben auf der Seiser Alm – bereits vor der Übernahme durch «COMO» arbeitete er in diesem Haus. In den grossen Hotelkonzernen werden die Direktoren oft viel zu schnell ausgetauscht: Kaum haben sie eine Beziehung zur Region und den Mitarbeitern aufgebaut, da ziehen sie schon weiter.
«COMO» zeigt, dass es auch anders geht. Es sind junge, ortsverbundene Direktoren wie Julian, die den Häusern internationaler Hotelgesellschaften Seele und Charakter einhauchen. Nach unserem Gespräch schwingt sich Julian Seeber auf sein Mountainbike, ich hingegen begebe mich in eines der drei Hotelrestaurants, in das «Alpina Chalet Grill and Bar».
Während ich die ersten beiden Tage die Gourmetküche des «Sassolungo» probiert habe (asiatische Currys mit lokalen Zutaten, Sticky Rice mit Himbeeren statt Mango), entscheide ich mich am letzten Abend für Pizza. Der Rand ist knusprig, der Teig leicht und luftig, kaum gesalzen, dafür mit wilden Bergkräutern aus der Region verfeinert – ich hätte kaum gedacht, in Südtirol, auf 1.800 Metern Höhe, die beste Pizza Italiens zu finden.
Raths Reise-Rating:
- Ganz grosses Kino
- Wenn’s nur immer so wäre
- Hohes Niveau, mit ein paar wenigen Schwächen
- So lala, nicht oh, là lá
- Besser als in einem Hostel
- Ausdrückliche Reisewarnung
Jetzt neu: Podcast – «Minibar-Geständnisse, aus Zimmer 101» von Carsten K. Rath, der bei den besten und spannendsten Gästen und herausragendsten Hoteliers hinter die Kulissen blickt.
Als früherer Grandhotelier und Betreiber des relevantesten Hotel Rankings im deutschsprachigen die-101-besten.com ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er für Travelnews schreibt, bereist er auf eigene Rechnung.
Rath ist zudem Autor des Buchs «Die 101 Besten Hotels Schweiz 2026», das hier bestellt werden kann:
https://die-101-besten.ch/interesse-am-buchband-die-101-besten-hotels-schweiz-2026