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Das steckt hinter den Namen der Schweizer Reisebüros – Teil 1
An Namen gewöhnt man sich sehr schnell – und hinterfragt sie kaum. Während ein Name wie «Travelnews» selbsterklärend ist, haben einige besonders auffällige Namen von Schweizer Reisebüros unsere Neugier geweckt. Deshalb wollte Travelnews herausfinden, was hinter diesen Markennamen steckt und wie sie entstanden sind. Viel Vergnügen!
Sundowner Travel
Angelika Gehring, Inhaberin von Sundowner Travel, erklärt, wie es zu diesem Namen kam: «Sundowner bedeutet in Afrika den Zeitpunkt gegen Abend, wo die Sonne langsam untergeht und man in der Wildnis in völliger Ruhe und umgeben von Natur einen Drink zu sich nimmt. Es ist der Zeitpunkt, in dem man abschaltet und die Umgebung auf sich wirken lässt. Somit war der Sundowner für mich nicht nur ein Drink zum Sonnenuntergang, sondern vor allem ein Zeitpunkt zum Geniessen und ein Moment, in dem alle Sorgen weit entfernt scheinen und man durchatmen kann. Das ist es in erster Linie, was wir unseren Kunden schenken möchten mit einer Reise mit Sundowner Travel – den Alltag vergessen und geniessen.»
Rotstab Reisen
«Es gibt eine einfache Erklärung für unseren Namen», sagt Filialleiterin Claudia Massimino. «Der Rotstab ist der rote Bischofsstab im Wappen des Kantons Baselland. Wir sind das Reisebüro des Baselbiets und haben seit bald 40 Jahren diesen Namen. Es gibt in Liestal auch eine Fasnachtsclique, eine Galerie, usw. mit dem Namen Rotstab.»
Take it Travel
«Wir haben im September 1993 noch als Studenten der SST (heute IST) entschieden, ein Reisebüro mit Veranstaltergeschäft zu gründen», sagt Inhaber Stephan Stalder. «Im Oktober 1993 haben wir uns in einem Restaurant in Zug zum Brainstorming für den Namen getroffen. Neben Familiennamen waren auch einige englische Begriffe in der Auswahl – Take it ist geblieben, natürlich mit dem Zusatz «or leave it» in unseren Köpfen. Am 8. November 1993 haben wir dann die Firma gegründet. Wichtig war und, dass der Name uns nicht zu sehr einschränkt. Mit dem heutigen Produktemix war das ein guter Entscheid. Mit «Antillen Reisen» nach Dubai oder Zypern wäre schon etwas speziell – dazu bieten wir die Französischen Antillen seit etwa 2005 nicht mehr an. Witzig ist ja, dass kurz später mit Let’s go ein weiterer Reiseveranstalter mit englischer Aufforderung im Namen gegründet wurde – auch kurz und prägnant. Das schien in diesen Jahren modern gewesen zu sein.»
JoJo Reisen
Der Gründer von JoJo Reisen, Hansjörg Osterwalder, erinnert sich: «Die Grundidee war, einen Namen zu finden, welcher keinen Bezug zu meinem Namen hatte. Wir wollten einen Brand kreieren – denn zu dieser Zeit hatten viele Reisebüro-Neueröffnungen einen Namen mit Bezug auf die Gründer. Ein YoYo (JoJo) ist dynamisch. Es geht und kommt. Einfach übersetzt: Wir schicken die Gäste in die Ferien, auf Reisen, und sie kommen wieder zurück und verreisen wieder, weil sie zufrieden waren.»
Brasa Reisen
«Brasa beteutet sowohl auf Portugiesisch, wie auch auf Spanisch Glut. Das soll zeigen, dass wir für diese Region brennen. Eine zweite Bedeutung wäre, wie das Wort zusammengesetzt ist: BRAsilien und SüdAmerika», erklärt CEO Reto Kindlimann auf Anfrage von Travelnews.
Reisecocktail
«Der Name Reisecocktail entstand mitten in der Pandemie. Was brauchte die Reisebranche im Herbst 2020 am meisten? Eine kräftige Runde Cocktails», erinnert sich Inhaberin Barbara Wohlfarth. «Ich sass damals nächtelang mit Kollegen im Zoom-Stammtisch. Wir feierten Grillpartys via Kamera, tranken Cocktails und sprachen stundenlang über unsere Sorgen und Probleme. Nicht selten erlebten wir den Sonnenaufgang gemeinsam vor dem Bildschirm. Mir fehlte in dieser Zeit einfach die Leichtigkeit und Unbeschwertheit vom Reisen, das Gefühl, mit Cocktail am Strand zu sitzen und das Leben zu geniessen. Davor hatte ich zwei Jahre lang ein Reisebüro unter dem Namen Reiserezept. Ich war früher leidenschaftliche Bäckerin und mixte den Kunden quasi die perfekten Zutaten für ihre Reise zusammen. In der Pandemie merkte ich aber schnell: Der Name passt nicht mehr. Ausserdem hatte ich die falsche Kundengeldabsicherung. Also gründete ich kurzerhand eine neue Firma. Statt Backzutaten gab es ab jetzt Cocktail-Zutaten. Das wirkt nach Leichtigkeit, Unbeschwertheit und Ferienträumen, genau das, was uns in der Pandemie fehlte. Heute, nach fast sechs Jahren, bin ich mehr als glücklich mit dem damaligen Namenswechsel.»