Trips & Travellers

Sara Bertagno geniesst den Sonnenuntergang in Hvar. Alle Bilder: zVg

«Beim Fensterplatz habe ich keine Chance»

25 Persönlichkeiten, elf Fragen und viele persönliche Einblicke: Die Travelnews-Sommer-Serie zeigt, wie die Schweizer Reisebranche selbst verreist. Heute: Sara Bertagno, HR bei Eurotrek.

Gang- oder Fensterplatz im Flugzeug?

Gang. Da ich meistens mit meiner Familie verreise, habe ich gegen meine Töchter beim Kampf um den Fensterplatz sowieso keine Chance.

Welcher Ferienort wird unterschätzt?

Die vielen unbekannten Wander- und Bikerouten in der Schweiz. Seit ich bei Eurotrek bin, habe ich Ecken entdeckt, von denen ich vorher nicht einmal wusste, dass sie existieren – zum Beispiel die wilde Greina-Hochebene zwischen Graubünden und dem Tessin. Solche Naturerlebnisse machen auch Ferien vor der Haustür einmalig!

Was ist dein Ritual vor dem Boarding?

Eine letzte Nachricht an einen lieben Menschen schreiben – mache ich schon seit über 20 Jahren und meist wartet bei Ankunft am neuen Ort bereits eine herzliche Antwort auf mich.

Welcher Song gehört zwingend auf deine Ferien-Playlist?

«Gente di Mare» von Raf und Umberto Tozzi: stillt jedes Fernweh und weckt den Ruf nach Freiheit!

Was machst du als Erstes, wenn du ins Hotelzimmer kommst?

Ich gehe direkt auf den Balkon oder die Terrasse und geniesse den Ausblick. Ist dies nicht möglich, wird zuerst ausgepackt – je schneller das erledigt ist, desto schneller kann ich die Umgebung entdecken.

Welches Land hat dich kulinarisch am meisten überrascht?

Vietnam. Die Küche ist unglaublich frisch, abwechslungsreich und voller Aromen. Erst in Hanoi habe ich entdeckt, dass sogar eine einfache «Pho» (Nudelsuppe) ein echtes Geschmackserlebnis sein kann.

Wenn du ab morgen zwei Wochen Ferien hättest – wohin würdest du reisen?

Auf den Dolomiten Höhenweg vom Lago de Braies bis nach Cortina. Als leidenschaftliche Skifahrerin sind die Dolomiten im Winter mein absoluter Kraftort – deshalb möchte ich diese eindrückliche Bergwelt mit ihren schroffen Felswänden, aussichtsreichen Pässen und legendären Hütten einmal auf einer mehrtägigen Wanderung im Sommer erleben. Und nach so vielen unvergesslichen Etappen dürfte zum Abschluss ein paar Tage in einem schönen Wellnesshotel in der Nähe von Meran gerne auch noch dazugehören.

Hast du schon einmal das Hotelzimmer gewechselt – und warum?

Ja – leider wegen Bettwanzen – und dies ausgerechnet in einem Erstklassehotel in Singapur. Das war definitiv eine Reiseerfahrung, auf die ich gerne verzichtet hätte. Die Bisse haben so gejuckt, dass ich mich tagsüber nur noch in den stark klimatisierten Shoppingcentern aufhalten konnte – sehr zum Leidwesen meiner Kreditkarte.

Oft auf Wanderrouten in der Schweiz unterwegs: Sara Bertagno hier auf der 5-Seen-Wanderung im Pizol.

Mit wem würdest du gerne einmal verreisen – tot oder lebendig?

Büne Huber. Und am allerliebsten mit der ganzen Band. Ich glaube, mit ihnen gäbe es viele tiefgründige Gespräche an spannenden Orten, sicher auch immer mal ein gutes Glas Wein und den passenden Soundtrack gleich dazu.

Welche 3 Dinge im Gepäck dürfen auf keiner Reise fehlen?

Meinen E-Reader mit genügend Lesestoff, Joggingschuhe für eine Entdeckungsrunde noch vor dem Frühstück und meine Packwürfel, damit das Auspacken in wenigen Minuten erledigt ist und die Entdeckungsreisen sofort beginnen können.

Wohin würdest du nie mehr reisen und warum?

China. Landschaftlich und kulturell faszinierend – keine Frage. Auch durfte ich stets viel Spannendes erleben und mich mit offenen Menschen austauschen. Aber die permanente staatliche Kontrolle, die Menschenmassen und das Gefühl, sich nie ganz frei bewegen zu können, haben auf mich eine eher beklemmende Wirkung.

Auch auf dem Zürichsee kommt Ferienfeeling auf.

(GWA)