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De Luxe Zu Gast in Botswanas exklusivsten Safari-Camps
Carsten K. RathSchon die Namen der beiden Camps erzählen eine Geschichte und spiegeln die Seele Botswanas wieder: Nxabega bedeutet in der Sprache der Einheimischen sinngemäss ‚Ort der Giraffe‘, während Sandibe für die tiefe Verbundenheit mit den Wasserwegen und der Wildnis des Okavango-Deltas steht.
Nxabega: Wo die Wildnis Regie führt
Es ist kurz nach sechs Uhr morgens. Dieser Moment ist so magisch, dass er sich tief in mein Gedächtnis brennt. Vor uns im hohen Gras liegt ein Löwenrudel. Drei stolze Männchen mit majestätischen Mähnen lassen sich träge von der ersten Morgensonne wärmen. Während die Löwinnen die Umgebung mit scharfem Blick sichern, spielen im Hintergrund zwei Jungtiere miteinander. Die Ruhe und Souveränität, die diese Raubtiere ausstrahlen, ist faszinierend.
Es ist eine von vielen unvergesslichen Wildtiergeschichten im «&Beyond Nxabega Okavango Tented Camp». Dass solche Begegnungen in dieser Intensität möglich sind, liegt an der kompromisslosen Philosophie Botswanas und des sensiblen Okavango-Deltas: «Low volume, high prices». Oder anders gesagt: Klasse statt Masse mit einer radikal kleinen Gästezahl pro Camp bei hohen Übernachtungspreisen. All das schützt das sensible Ökosystem effektiv vor dem Massentourismus, wie man ihn aus Kenia oder Tansania kennt.
Im gesamten Camp gibt es nur neun Zeltsuiten für maximal 18 Gäste. Statt die Umgebung für den Bau zu verändern, wurden die Zelte organisch um alte Bäume und Wasserwege herum geplant – ein Paradebeispiel für «Botanical Architecture».
Die Anlage steht auf erhöhten Holzplattformen und schmiegt sich in den dichten Wald aus Ebenholz- und Leberwurstbäumen. Lokales Teakholz, Reetdächer und helle Canvas-Wände prägen die Ästhetik.
Die Philosophie der Exklusivität
Es ist faszinierend, welche Dramen und Geschichten die Wildnis hier ständig schreibt. Wir beobachten selten gewordene Wildhunde. Das Rudel ist gerade dabei, ein frisch gerissenes Impala zu fressen. Nur Momente später - ein Leopard hat einen Kudu überwältigt und zerrt den Kadaver mit unglaublicher Kraft auf einen Baum.
Und plötzlich sind wir mitten in einer Herde von Elefanten. Die sanften Riesen stehen friedlich um unseren Safari-Wagen herum. Dazwischen kuscheln sich die Kälber eng an ihre Mütter. Dass wir auf Augenhöhe mit den Giganten des Busches sind, verdanken wir unseren Guides. Meiner heißt Tshepo – er hat diese Reise mit seinen fesselnden Geschichten besonders gemacht hat.
Nach solchen Eindrücken geniesse ich die Entspannung auf meiner privaten Veranda. Im «Sala», einem schattigen Tagesbett, scheine ich wie schwerelos über der Lagune zu schweben.
Spektakulär sind die Bush-Dinner direkt am Lagerfeuer unter dem atemberaubenden afrikanischen Sternenhimmel. Fernab jeder Zivilisation, untermalt nur vom Knistern der Glut und den fernen Rufen der Wildnis, serviert das Küchenteam frisch zubereiteten lokale und internationale Menüs. Ein exquisites Thunfisch-Tartar trägt meinen Gaumen gedanklich an die Küste Chiles. Die tiefe, ehrliche Liebenswürdigkeit der Camp-Mitarbeiter beeindruckt mich nachhaltig.
Sandibe: Ein skulpturales Design-Statement
Beim Tiefflug über das UNESCO-Welterbe Okavango-Delta wird die Dimension dieses gigantischen Wasserlabyrinths erst greifbar. Ein glitzerndes Mosaik aus Kanälen und smaragdgrünen Inseln breitet sich aus, durchzogen von uralten Elefantenpfaden im Schilf.
Ich erreiche die «Beyond Sandibe Okavango Safari Lodge», dessen geschwungene Dächer aus Holzschindeln die Hornplatten des Schuppentieres imitieren. Die Gebäude winden sich ohne gerade Linien durch die Bäume, sind zu 100 Prozent solarbetrieben und so konstruiert, dass sie theoretisch spurlos rückgebaut werden könnten.
Die zwölf Suiten gleichen monumentalen Kokons auf Stelzen, die sich zum Busch hin nur durch feine Gaze öffnen. Wenn ich nachts auf dem privaten Deck am Plunge-Pool oder vor dem Kamin entspanne, tauche ich ein in den ungezähmten Rhythmus Afrikas.
Lautlose Magie auf Augenhöhe
Das Leben hier folgt der Sonne: Wecken um fünf Uhr morgens, ein starker Kaffee und raus in den erwachenden Busch.
Den intensivsten Moment erlebe ich im Mokoro, dem traditionellen Einbaum-Boot. Ich gleite lautlos durch die seichten Gewässer des Deltas, höre nur das feine Plätschern des Wassers. Auf Augenhöhe mit schillernden Riedfröschen und Seerosen entfaltet sich eine meditative Stille, wie ich sie selten gefunden habe.
Eine Gruppe von Flusspferden kreuzt unseren Weg. Nur Ohren und Augen ragen aus dem Wasser, bis eines von ihnen drohend sein riesiges Maul aufreisst – eine unmissverständliche Mahnung zur Distanz und sinnbildlich für den Respekt vor der Natur, den sich «&Beyond» so konsequent auf die Fahne schreibt. Nxabega und Sundibe sind Destinationen, die bei den «101 Besten» gut in die Kategorie «International Luxury Partner Hotels» passen würden.
Am Ende meiner Botswana-Reise begreife ich: Der wahre Luxus von heute liegt hier in der respektvollen Reduktion auf das Wesentliche und im Einklang mit unserer Erde.
Jetzt neu: Podcast – «Minibar-Geständnisse, aus Zimmer 101» von Carsten K. Rath, der bei den besten und spannendsten Gästen und herausragendsten Hoteliers hinter die Kulissen blickt.
Als früherer Grandhotelier und Betreiber des relevantesten Hotel Rankings im deutschsprachigen die-101-besten.com ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er für Travelnews schreibt, bereist er auf eigene Rechnung.
Rath ist zudem Autor des Buchs «Die 101 Besten Hotels Schweiz 2026», das hier bestellt werden kann:
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