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Mitgebrachte Sandwiches, Früchte oder Pasta sind in einigen privaten Strandbädern in Apulien nicht mehr erwünscht. Das sorgt bei Einheimischen und Feriengästen für kontroverse Diskussionen. Bild: Adobe Stock

Streit um Picknick an Italiens Stränden

An Italiens Adriaküste hat ein neues Verbot hitzige Diskussionen ausgelöst: Immer mehr Strandbetreiber verbieten das Mitbringen von Speisen und Getränken.

Zum Start der Sommerferien sorgt in Apulien ein Thema für eine heisse Debatte: Mehrere Betreiber privater Strandbäder untersagen ihren Gästen, eigene Speisen an den Strand mitzubringen, wie der «Blick» berichtet.

Betroffen sind die sogenannten Lidos – bewirtschaftete Strandabschnitte mit Liegestühlen, Sonnenschirmen, Restaurants und Bars. Nach Angaben italienischer Medien begründen verschiedene Betreiber das Verbot mit Problemen bei Hygiene, Sauberkeit und der Entsorgung von Abfällen. Selbst mitgebrachte Sandwiches, Pasta oder Früchte würden den Betrieb erschweren und seien mit dem Konzept vieler Anlagen nicht vereinbar.

Kritik an weiterer Verteuerung des Strandbesuchs

Das Vorgehen stösst auf Widerstand. Antonio Decaro, Präsident der Region Apulien, kritisierte die Entwicklung öffentlich. Bereits heute seien die Kosten für Sonnenschirme und Liegen vielerorts sehr hoch. Wer zusätzlich gezwungen werde, Speisen und Getränke ausschliesslich im Strandrestaurant zu kaufen, belaste Feriengäste und Familien weiter.

Für Decaro ist das Meer ein öffentliches Gut, das allen offenstehen sollte. Strandbäder müssten deshalb auch für Menschen mit kleinerem Budget zugänglich bleiben. Er warnt davor, dass ein Strandtag zunehmend zum Luxus werde.

Tatsächlich sind die Preise an Italiens Bezahlstränden in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Je nach Lage kosten zwei Liegestühle und ein Sonnenschirm häufig zwischen 30 und 50 Euro pro Tag. In exklusiven Strandclubs werden während der Hochsaison teilweise mehrere Hundert bis über 1000 Euro verlangt.

Hinzu kommt eine hohe Nachfrage. Viele Lidos vergeben einen grossen Teil ihrer Liegen bereits mit Saisonabonnements, sodass beliebte Strände oft schon Wochen im Voraus ausgebucht sind.

Zusätzliche Unsicherheit bringt die bevorstehende Reform der Strandkonzessionen. Auf Druck der Europäischen Union muss Italien die bisherigen Konzessionen bis spätestens Juni 2027 neu ausschreiben. Davon sind rund 30'000 Strandbetriebe betroffen.

Während die Reform den Wettbewerb stärken soll, befürchten viele Betreiber wirtschaftliche Nachteile – und suchen nach zusätzlichen Einnahmequellen. Das Verbot mitgebrachter Verpflegung dürfte deshalb nicht nur eine Frage der Ordnung sein, sondern auch Ausdruck des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks auf Italiens Strandbäder.

(TN)