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Bayerisches Juwel: Das Resort Das Achental setzt auf authentische Altholz-Ästhetik statt auf Alpenkitsch. Bild: Das Achental

De Luxe Visionärer Luxus am bayerischen See

Carsten K. Rath

Der frühere Grandhotelier Carsten K. Rath, Betreiber des Hotelrankings «Die-101-Besten», checkt ein im «Chiemgauhof Lakeside Retreat» und im «Das Achental». Beide Häuser gehören Dieter Müller und Uschi Schelle-Müller – den Köpfen hinter Motel One. Sie zeigen ihr Gespür für wegweisende Hotelkonzepte auch im Luxussegment.

Die Müllers haben mit Motel One die Hotellerie demokratisiert. Im Achental und im Chiemgauhof zeigen sie nun, wie sie den Begriff Luxus neu definieren – jenseits der Budget-Welt, aber mit demselben Gespür für präzise Marktpositionierung.

Aristokratische Ruhe statt Alpenkitsch

Das bayerische Juwel «Das Achental» setzt auf eine wohltuend unaufgeregte Architektur aus Altholz und Naturstein. In den lichtdurchfluteten Suiten, Lounges und der Bibliothek dominiert eine klare, fast aristokratische Zurückhaltung statt Alpenkitsch. Alles wirkt weit und durchdacht.

Diese Haltung trägt auch das Team unter Managing Director Nikolai Bloyd: Viele Mitarbeiter bringen die Service-Exzellenz aus Häusern wie zum Beispiel «Schloss Elmau» mit an den Chiemsee, wo Bloyd acht Jahre lang als Hotelmanager Massstäbe setzte.

Wo Profis golfen und Weltmeister entspannen

Draussen öffnet sich die Weite des Chiemgaus. Der hauseigene 18-Loch-Golfplatz zählt zu den schönsten des Landes. Tennis- und Fussballfelder ziehen internationale Profisportler an.  Der FC Bayern München trainierte hier während der Coronazeit. Auch die Weltmeister von 1990 um Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann feierten im Achental eine legendäre Wiedersehensparty. Wer die Gegend lieber ohne Ball oder Golfschläger erkunden möchte, findet zwischen Wasser, Bike-Trails und Gipfeln schier unerschöpfliche Möglichkeiten für Körper und Geist.

Kulinarik-Gipfel: Im Drei-Sterne-Restaurant es:senz zelebriert Edip Sigl seine puristische Saucen-Kunst. Bild: Das Achental

Die hohe Kunst der Saucen-Reduktion

Kulinarisch strahlt das Haus im Drei-Sterne-Restaurant «es:senz». Dort  verarbeitet Edip Sigl regionale Produkte mit höchster Präzision. Die Fische kommen aus den umliegenden Seen, das Wild aus den Jagdgebieten der Region und das Gemüse vom ansässigen Bauern. Oder aber man folgt «seiner» persönlichen Weltreise, ein Erlebnis, das weltklasse ist.

Ich bin ein Fan seines Chiemgauer Rehrückens, den er mir mit fein ausbalancierter Portweinjus serviert. Fangfrische Renke aus dem Chiemsee oder bayerisches Wagyu zeigen, wie konsequent er vom regionalen Produkt aus denkt. Saucen sind im «es:senz» Chefsache. Edip Sigl entwickelt sie oft über Tage – Konzentrate purer Intensität, reduziert auf das Wesentliche.

Stilsicherer Rückzugsort: Im Chiemgauhof korrespondiert Scheunenästhetik mit italienischer Eleganz. Bild: Elias Hassos

Scheunen-Ästhetik auf High-End-Niveau

Der italienische Architekt Matteo Thun entwickelte den Chiemgauhof gemeinsam mit Uschi Schelle-Müller als moderne Interpretation bayerischer Architektur. Beim Design orientierte er sich an den historischen Holzscheunen der Region: drei flache Baukörper, Naturstein, alte Hölzer und viel Glas – reduziert, aber fest in der Region verankert.

Aristokratische Ruhe: Lichtdurchflutete Räume und klare Linien prägen das Interior-Design im Achental. Bild: Das Achental

In den 28 Suiten erzeugen regionale Hölzer wie gebürstete Lärche und Fichte im Zusammenspiel mit Naturstein eine Aura tiefer Wertigkeit. Der Fokus liegt konsequent auf einer natürlichen Ästhetik – selbst meine Badewanne ist nach dem Design von Matteo Thun aus Holz gefertigt.

Chiemgauhof: komponiertes Zusammenspiel verschiedener Designeinflüsse. Bild: Elias Hassos

Design-Dialog am Ufer des Chiemsees

Louis Steinle, der «101 Next Generation Hotelier 2024» und Hoteldirektor des Chiemgauhof, nimmt mich mit auf einen Rundgang durch das Hotel. Die Architektur scheint mit der Landschaft zu verschmelzen. Keine Straße, kein Weg trennt das Haus vom Wasser, mein Blick fällt beim Eintreten direkt auf den Chiemsee. Der Chiemgauhof ist ein fein komponiertes Zusammenspiel stilprägender Einflüsse. Italienische Eleganz korrespondiert mit skandinavischer Klarheit, subtil ergänzt durch asiatische Akzente.

Kuratierte Gemütlichkeit: Hochwertige Designklassiker und regionale Materialien erzeugen eine Aura diskreter Wertigkeit. Bild: Elias Hassos

Im Bootshaus verschmelzen grosszügige Outdoor-Möbel mit Murano-Glas und nordischer Zurückhaltung. In der Galerie stehen Werke von Georg Baselitz oder Tony Cragg neben regionaler Kunst.

Diese kuratierte Mischung aus internationalen Designklassikern und massgefertigten Stücken regionaler Manufakturen prägt das gesamte Haus.

Kulinarische Synergien und Sushi am See

In enger Verbindung mit dem Achental entstehen Synergien – vom Elektrobus-Shuttle bis zum kulinarischen Austausch. Edip Sigl ist der Culinary Director für beide Häuser. Er prägt die grosse Linie im Restaurant Chiemgauhof und in der Lakeside Bar, Küchenchef Max Müller setzt sie um. Er verbindet Regionalität mit Finesse: Klassiker wie Braten oder Beuschel treffen auf präzise interpretierte Gerichte, etwa mit hausgemachter Blutwurst veredelte Kroketten oder saisonale Gemüsekompositionen aus Produkten regionaler Erzeuger. In der Lakeside Bar setzt Sushi-Meister Naoki Terai mit feinen Kreationen und Fisch aus dem Chiemsee einen bewusst internationalen Kontrast.

Der Chiemgauhof ist das «The One to Watch» im «101 Besten»-Ranking 2026, das Achental landete in der Kategorie «101 Luxury Golf Resort of the Year 2026» auf Platz 3. Mit beiden Häusern haben die Motel One-Gründer ein Ensemble geformt, das Branchengrösen wie Schloss Elmau oder dem Severin’s in Sachen Exzellenz und Stil in nichts nachsteht. Während das Achental als bayerisches Juwel für weitläufige Resort-Kultur steht, setzt der Chiemgauhof als intimes ‚Lakeside Retreat‘ neue Massstäbe für Design am Wasser.


Jetzt neu: Podcast – «Minibar-Geständnisse, aus Zimmer 101» von Carsten K. Rath, der bei den besten und spannendsten Gästen und herausragendsten Hoteliers hinter die Kulissen blickt.

Als früherer Grandhotelier und Betreiber des relevantesten Hotel Rankings im deutschsprachigen die-101-besten.com ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er für Travelnews schreibt, bereist er auf eigene Rechnung.

Rath ist zudem Autor des Buchs «Die 101 Besten Hotels Schweiz 2026», das hier bestellt werden kann:

https://die-101-besten.ch/interesse-am-buchband-die-101-besten-hotels-schweiz-2026