Hotellerie

Mit Mövenpick auf Wachstumkurs in Thailand

Daniel Tschudy

Mit dem eben eröffneten Mövenpick Bangkok führt die Hotelgruppe mit Schweizer Wurzeln bereits vier Hotels in Thailand; ein fünftes folgt im kommenden Jahr. Hotelier Simon Rindlisbacher schildert die aktuelle Herausforderung.

In der Schweiz kaum bemerkt, wächst die Mövenpick-Hotelgruppe stetig weiter; quer durch den Mittleren Osten etwa und auch in Thailand. In Phuket und Koh Samui ist sie schon seit längerem dabei und in Bangkok hat die Hotelgruppe in diesem Frühling ein helles, attraktives Haus eröffnet. Anfangs 2016 folgt dann das Mövenpick Pattaya.

Der Schweizer Hotelier Simon Rindlisbacher eröffnete das zentral gelegene Mövenpick Hotel Sukhumvit 15 Bangkok und erlebte dabei ein paar echte Herausforderungen. „Erst am Tag des Soft-Opening, also am 1. April dieses Jahres, gaben die Besitzer bekannt, dass sie nicht wie geplant mit Ramada arbeiten werden, sondern mit Mövenpick. Entsprechend verspätet konnten wir mit Werbung und Verkauf beginnen. Und der Bombenanschlag vom 17. August hemmte unsere weiteren Promotionsbemühungen natürlich erneut.“

Dazu drängt sich die Frage auf, wie sehr der Anschlag die kommende Hochsaison Thailands, also etwa Oktober bis März, beeinflussen wird. Rindlisbacher ist da eher positiv: „Kurzfristig spürten wir zwar einen starken Einbruch bei ‚Last Minute‘-Reservationen und dazu gab es einige Stornierungen von MICE-Veranstaltungen. Aber für die ‚long-haul‘-Märkte wie die Schweiz dürften die negativen Auswirkungen gering sein. Die Wintersaison wird erst ab jetzt geplant, die Schweizer buchen ihre Jahresschlussreisen im Oktober oder sogar im November. Thailand erholt sich von jedem Problem immer relativ schnell und die politische Lage ist ruhig.“

An die Spitze der Upper Class Hotels

Das südostasiatische Land ist in der Schweiz nach wie vor äusserst populär; jährlich reisen laut dem Tourismusministerium rund 200‘000 Schweizer ein. Swiss und Thai Airways bedienen Zürich–Bangkok direkt und täglich und die Arabischen Fluggesellschaften oder Turkish Airlines spielen ebenfalls kräftig mit.

Rindlisbacher kann sich nun also auf das Tagesgeschäft für seine rund 300 Zimmer konzentrieren und sagt zu seinen Zielen: „Wir wollen ganz klar an der Spitze der Upper Class Hotels in Bangkok sein. Zwar werden wir am Anfang sicherlich auch Gruppengeschäft akzeptieren wollen, auch aus China, aber wir suchen da eher kleinere Movements oder noch lieber Individualreisende, um auch für Europäische Gäste attraktiv zu bleiben.“ Dazu muss man wissen, dass China derzeit rund die Hälfte aller Touristen nach Thailand stellt; das Land wird von chinesischen Besuchern derzeit geradezu überschwemmt. Mövenpick respektiert diese Marktstärke und reagiert unter anderem insofern, als dass man eine Nachbarsimmobilie erworben hat und in dieser weitere 66 Zimmer baut. Mit diesem zweiten Haus dürfte man ab 2017 mit dominierenden Märkten noch ein bisschen flexibler umgehen können.

"Mövenpick hat im Food & Beverage schon immer Pionierleistungen gezeigt. Wir wollen das weiterführen."

Ein weiterer Challenge vieler Bangkoker Hotels ist, die Gäste für das Abendessen im Hause halten zu können. Das Mövenpick liegt zwar unweit der populären Sukhumvit Strasse, aber dennoch an der Soi 15 ein paar Meter zu weit weg vom Geschehen. Und vor allem auch zu weit weg, um externe Besucher ins Hotel zu locken. Rindlisbacher versteht das auch: „Wir Schweizer wollen ja die Stadt auskundschaften und das köstliche Thai-Essen von den Street Food Stalls geniessen. Ich bin dennoch überzeugt, dass ein Top-Frühstück, wie wir es anbieten, ‚gwundrig‘ macht, was unsere Restaurants denn abends anbieten. Mövenpick hat im Food & Beverage schon immer Pionierleistungen gezeigt. Wir wollen das weiterführen und planen deshalb auch einen neuen, dann sich ‚zelebrierenden‘ Outlet."

Und so präsentiert Simon Rindlisbacher für Schweizer Gäste seine Geheimtipps für das Abendprogramm in der pulsierenden Metropole Bangkok:  „Zur Einstimmung einen Drink in der Sky Bar des Hotel LeBua; mit fantastischer Aussicht über die Stadt. Dann ein feines Essen im Baan Klang Nam Seafood-Restaurant. Und zum Abschluss einen Besuch im Levels Club; ganz in der Nähe unseres Hotels.“

Link zum Mövenpick Hotel Sukhumvit 15 Bangkok.

 

Simon Rindlisbacher, seit 13 Jahren in Thailand

Der passionierte Eishockeyfan Simon Rindslibacher, 39, stammt aus Gossau SG und absolvierte die Belvoirpark Hotel Management Schule in Zürich. Er lebt seit 13 Jahren in Thailand, arbeitete unter anderem für die Hotels Rembrandt, Amari und Ramada, und eröffnete in diesem Frühjahr das Mövenpick Bangkok. Rindlisbacher ist Präsident der Swiss Society Bangkok.